Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1811 cc
- Leistung
- 84.0 ch (61.8 kW)
- Drehmoment
- 150.0 Nm @ 2100 tr/min
- Motortyp
- V2, four-stroke
- Kühlung
- Air
- Verdichtungsverhältnis
- 9.5:1
- Bohrung × Hub
- 101.6 x 113.0 mm (4.0 x 4.4 inches)
- Ventile/Zylinder
- 2
- Kraftstoffsystem
- Injection. Closed Loop Sequential Port injection
- Starter
- Electric
Fahrwerk
- Rahmen
- Cast Aluminum Frame with Integrated Air-Box
- Getriebe
- 6-speed
- Endantrieb
- Belt (final drive)
- Vorderradaufhängung
- Telescopic fork
- Hinterradaufhängung
- Single shock
- Federweg vorne
- 119 mm (4.7 inches)
- Federweg hinten
- 94 mm (3.7 inches)
Bremsen
- Vorderradbremse
- Double disc. ABS. Floating discs.
- Hinterradbremse
- Single disc. ABS. Floating disc.
- Vorderreifen
- 130/90-B16
- Vorderreifendruck
- 2.48 bar
- Hinterreifen
- 150/80-B16
- Hinterreifendruck
- 2.76 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 660.00 mm
- Radstand
- 1730.00 mm
- Bodenfreiheit
- 140.00 mm
- Länge
- 2630.00 mm
- Breite
- 1000.00 mm
- Höhe
- 1176.00 mm
- Tankinhalt
- 20.80 L
- Gewicht
- 357.00 kg
- Trockengewicht
- 341.00 kg
- Neupreis
- 21 190 €
Übersicht
Was treibt einen Motorradfahrer dazu, einen Scheck über 21 190 Euro für eine Maschine zu unterschreiben, die niemals schneller als 180 km/h fahren wird? Die Antwort lässt sich in zwei Worten zusammenfassen: Präsenz und Charakter. Die Indian Chief Dark Horse 2018 spielt weder in der Liga der Sportler noch der vielseitigen Tourer. Sie besetzt ein ganz eigenes Territorium – das des radikalen Customs, gebaut um langsam zu fahren, aber an jeder roten Ampel Eindruck zu hinterlassen.

Das Prinzip der Dark Horse bei Indian besteht darin, die Chief Classic zu nehmen und sie in ein Bad aus komplettem Schwarz zu tauchen. Tank, Schutzbleche, Motor, Speichenfelgen, Gabel, Scheinwerferverkleidung: alles wird behandelt. Die einzigen Metallakzente, die diese Behandlung überleben, sind die Auspuffenden und einige Rippen an den Kühlrippen des V-Twins. Das Ergebnis ist ausgesprochen gelungen, aggressiver und moderner als die klassische Chief mit ihrem altmodischen Chrom. Doch Indian hat es nicht bei einem einfachen Gang in die Lackierkabine belassen. Durch den Wegfall der Zusatzscheinwerfer, der Soziusfußrasten und einiger überflüssiger Anbauteile verliert die Indian Chief Dark Horse 13 Kilogramm gegenüber ihrer großen Schwester. Man bleibt dennoch bei 357 kg vollgetankt, was diese Maschine in die Schwergewichtsklasse einordnet. Zum Vergleich: eine Harley Fat Bob wiegt fast 60 Kilogramm weniger. Aber die Dimensionen gehören zum Spiel: Man kauft keinen Custom mit 1811 cc, um sich zwischen Autos durchzuschlängeln.
Das Herz dieser Indian ist der ThunderStroke 111. Ein V-Twin mit 49 Grad Zylinderwinkel, 101,6 mm Bohrung, 113 mm Hub und einem Verdichtungsverhältnis von 9,5:1. Die Leistungszahlen bleiben mit 84 PS bescheiden, doch es ist das Drehmoment, das den wahren Reiz dieser Maschine ausmacht: 150 Nm, die bereits ab 2 100 U/min anliegen. Konkret bedeutet das: Die kleinste Drehung am Gasgriff drückt einen mit einem satten, linearen Schub in die unsichtbare Rückenlehne. Das Sechsganggetriebe erledigt seine Arbeit geräuschlos, der Riemenantrieb als Sekundärtrieb eliminiert jegliche Kettenpflege. Für einen Indian Chief Dark Horse Alltagstest ist das echter Komfort. Man fährt, genießt die beherrschten Vibrationen des Twins und vergisst die Mechanik, um sich auf die Landschaft zu konzentrieren.

Auf der Fahrwerksseite nimmt der Aluminiumgussrahmen eine Teleskopgabel und ein Monofederbein hinten auf. Die Bremsanlage besteht aus einer doppelten schwimmend gelagerten 300-mm-Scheibe mit Vierkolben-Bremssätteln vorne und einer einfachen Scheibe mit Zweikolben-Sattel hinten, das Ganze serienmäßig mit ABS geregelt. Ja, die Indian Chief Dark Horse verfügt tatsächlich über ABS, was bei einer Maschine dieses Gewichts kein Luxus ist. Der niedrige Sitz auf nur 660 mm Höhe ermöglicht es fast jedem, die Füße flach auf den Boden zu stellen. Der großzügige Radstand von 1 730 mm garantiert eine schiffsgleiche Stabilität auf der Geraden, auch wenn die auf 140 mm begrenzte Bodenfreiheit in engen Kurven schnell an ihre Grenzen erinnert. Der 20,8-Liter-Tank bietet eine ordentliche Reichweite für entspanntes Cruising.
Der wahre Trumpf dieser Indian Chief Dark Horse 2018 ist ihre Positionierung. Mit etwa 2 000 Euro weniger als die Chief Classic bleibt Budget übrig, um im Custom-Katalog zu stöbern und die Maschine nach eigenem Geschmack umzubauen. Tempomat und schlüsselloser Start sind serienmäßig an Bord. Gegenüber den Harley-Davidson Softail oder der Triumph Thunderbird spielt diese Indian die Karte der relativen Exklusivität und eines Markenerbes, das bis 1901 zurückreicht. Man empfiehlt sie Liebhabern der sonntäglichen Ausfahrt, Sammlern bewundernder Blicke und denjenigen, die eine Indian Chief Dark Horse gebraucht als Basis für Individualisierung suchen. Sie eignet sich weder für Anfänger, die von Gewicht und Ausmaßen gebremst werden, noch für Rennstreckenfahrer auf der Suche nach dynamischen Fahrerlebnissen. Es ist eine Maschine mit Attitüde, selbstbewusst und kompromisslos. Die Versionen 2019, 2020 und 2021 der Indian Chief Dark Horse Bobber haben das Rezept anschließend verfeinert, doch dieser Jahrgang 2018 legt bereits sämtliche Grundsteine des Mythos in Schwarz.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS de série
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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