Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1890 cc
- Leistung
- 90.0 ch (66.2 kW)
- Drehmoment
- 161.8 Nm @ 3200 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en V à 49°, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Verdichtungsverhältnis
- 11 : 1
- Bohrung × Hub
- 103.2 x 113 mm
- Ventile/Zylinder
- 2
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 54 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- Structure en tubes d'acier
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Courroie
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique Ø 46 mm, déb : 132 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux, déb : 75 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 300 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 300 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 130/60-19
- Vorderreifendruck
- 2.48 bar
- Hinterreifen
- 180/65-16
- Hinterreifendruck
- 2.76 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 662.00 mm
- Tankinhalt
- 15.10 L
- Gewicht
- 304.00 kg
- Trockengewicht
- 294.00 kg
- Neupreis
- 17 990 €
Übersicht
Wer hätte darauf gewettet, dass Indian es eines Tages wagen würde, am Speck der eigenen Legende zu schneiden? Mit der Chief Dark Horse 2021 begnügt sich die Marke aus Springfield nicht mit einem kosmetischen Facelift. Sie sprengt die Codes des klassischen amerikanischen Cruisers, um eine Maschine zu gebären, die sich radikal von dem unterscheidet, was man bis 2020 kannte. Wo Harley-Davidson sich lange an ein in Bernstein eingefrorenes Image klammerte, schlägt Indian den umgekehrten Weg ein und drängt seine Ingenieure, alles von Grund auf neu zu denken. Die Indian Chief Dark Horse in der Version 2021 – das ist gewissermaßen der Wechsel vom Dreiteiler zur abgewetzten Lederjacke.

Der Wandel springt ins Auge, noch bevor man den Schlüssel dreht. Die Schutzblech-Schürzen, historisches visuelles Markenzeichen von Indian, sind nahezu verschwunden. Die Silhouette erinnert nun an einen straffen, reduzierten, fast aggressiven Bobber. Der Stahlrohrrahmen ersetzt die alte Aluminiumguss-Struktur, der Radstand verkürzt sich um 75 mm und der Lenkkopfwinkel wird steiler. Ergebnis auf der Waage: 304 kg fahrfertig, also eine Schlankheitskur von 44 Kilo gegenüber der Vorgängergeneration. Wer die alte Indian Chief Dark Horse schon einmal gefahren ist, spürt den Unterschied ab den ersten Metern. Die auf 662 mm montierte Sitzbank, der Drag-Bar-Lenker und das 19-Zoll-Vorderrad mit 130er-Bereifung zeichnen eine deutlich engagiertere Sitzposition als zuvor. Man flaniert nicht mehr, man fährt.
Unter dieser neuen minimalistischen Hülle schlägt nach wie vor ein V-Twin Thunderstroke, nun aber auf 1890 cm3 aufgebohrt. Die 90 PS knallen nicht wie bei einer Sportmaschine – das ist auch nicht der Anspruch. Was hier zählt, sind die 161,8 Nm Drehmoment bei 3200 U/min. Dieser kräftige und großzügige Schub verwandelt jedes Beschleunigen in einen Moment purer Freude. Der kleine 15,1-Liter-Tank, wie ein Schmuckstück auf dem Rahmen platziert, begrenzt allerdings die Reichweite. Bei einem Test der Indian Chief Dark Horse muss man häufige Tankstopps einplanen. Das 6-Gang-Getriebe und der Riemenantrieb arbeiten unauffällig, mit der Zuverlässigkeit, die man von einer amerikanischen Mechanik dieses Hubraums erwartet. Die Bremsanlage, bestehend aus einer 300-mm-Scheibe vorne mit 4-Kolben-Bremssattel und einer identischen Scheibe hinten mit 2-Kolben-Sattel, erweist sich als ausreichend, ohne sportlich zu sein. Und ja, die Chief Dark Horse verfügt serienmäßig über ABS – ein wichtiger Punkt bei einer 304 kg schweren Maschine.

Der Kontrast zwischen dieser rohen Ästhetik und der verbauten Elektronik überrascht. Hinter ihrem Auftritt als Custom-Bike aus einer Garage in Venice Beach verbirgt die Indian Chief Dark Horse ein kreisrundes 4-Zoll-TFT-Display mit GPS-Kompatibilität, drei Fahrmodi Tour, Standard und Sport, ein schlüsselloses Startsystem sowie einen Tempomat. Hinzu kommt der von der FTR übernommene Multifokal-LED-Scheinwerfer, der mit dem zur Schau gestellten Minimalismus der restlichen Maschine kontrastiert. Indian gelingt es hier, mechanische Tradition und digitale Moderne zu vereinen, ohne dass die eine die andere erdrückt.
Mit 17 990 Euro positioniert sich der Preis der Indian Chief Dark Horse 2021 in direkter Konkurrenz zur Harley Fat Bob 114 und zur Triumph Rocket 3 R in der Einstiegsversion. Gegenüber der Harley punktet sie mit mehr Motorcharakter und technologischer Ausstattung. Gegenüber der Triumph setzt sie ein gelasseneres Temperament, aber eine radikalere Linie entgegen. Ob man einen Custom-Bobber für die Stadt oder eine untypische Reisemaschine für die Sonntagsfahrt über Landstraßen sucht – diese Chief der neuen Generation ist zur Stelle. Liebhaber einer gebrauchten Indian Chief Dark Horse der Jahrgänge 2018, 2019 oder 2020 werden auf dem Markt ganz andere Maschinen finden, schwerer und klassischer. Der Bruch zwischen den beiden Generationen ist deutlich. Indian hat verstanden, dass seine künftigen Kunden nicht mehr dieselben sind und dass Nostalgie, so schön sie auch sein mag, nicht mehr ausreicht, um Motorräder zu verkaufen.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
Bewertungen & Kommentare
Noch keine Bewertungen. Seien Sie der Erste!