Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 599 cc
- Leistung
- 118.0 ch @ 14500 tr/min (86.8 kW)
- Drehmoment
- 61.8 Nm @ 10500 tr/min
- Motortyp
- 4 cylindres en ligne, 4 temps
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 13.1 : 1
- Bohrung × Hub
- 67 x 42,5 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- injection
Fahrwerk
- Rahmen
- deltabox double poutre en alu
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 43 mm, déb : 120 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 120 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 320 mm, fixation radiale, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 220 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 120/70-17
- Hinterreifen
- 180/55-17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 850.00 mm
- Tankinhalt
- 17.00 L
- Gewicht
- 190.00 kg
- Neupreis
- 13 999 €
Übersicht
Hat die reine Sportmaschine, die wahre Maschine, die die Handgelenke zum Schwitzen und die Reifen zum Qualmen bringt, in einer aseptisierten Welt noch ihren Platz? Mit der Einführung dieser R6 im Jahr 2020 zu einem Preis von 13.999 Euro scheint Yamaha darauf antworten zu wollen, indem ein sowohl die Konkurrenz als auch die Umweltauflagen herausgefordert werden. Während Honda und Suzuki das Segment der 600er aufgegeben haben, hat Yamaha beschlossen, seine Ikone wiederzubeleben, nicht als Revolutionär, sondern als unerbittlicher Perfektionist.

Man muss zugeben, der erste Blick ist ein Schock. Die R6 2020 hat buchstäblich die Garderobe ihrer großen Schwester, der R1, übernommen. Diese aggressive Silhouette, diese von der MotoGP inspirierte Nase, ist nicht mehr Inspiration, sondern schlichtweg ein bewusstes Plagiat. Und das ist auch gut so. Diese Verkleidung ist nicht nur ein Farbanstrich; sie verbessert die Aerodynamik um 8 % und verbirgt subtile, aber entscheidende Weiterentwicklungen. Der Aluminiumtank wurde neu gestaltet, was zu einer Gewichtsreduktion von 1,2 kg und einer Verringerung der Breite führt, die das Hocken erleichtert. Der Sitz, ebenfalls verfeinert, drückt einen tiefer in diese aggressive Position, mit seinen 850 mm Höhe, die kurzen Beine nicht verzeihen werden. Man befindet sich eindeutig im Bereich einer Rennmaschine, nicht einer Sonntagsausfahrt.
Unter dieser R1-Hülle schlägt immer noch das Herz einer 600er. Der 599 cm³-Motor, der Reihenvierzylinder, der bei 14.500 Umdrehungen heult, leistet 118 Pferdestärken. Ein Wert, der diejenigen zum Schmunzeln bringen mag, die sich an ältere Modelle erinnern. Man fragt sich oft, welche Leistung die Yamaha YZF-R6 600 aus den Jahren 2017 oder 2020 im Vergleich zu ihren Vorgängern hat. Die Antwort ist einfach: sie hat etwas an Leistung verloren, als sie die Euro 4-Norm erfüllte, aber sie hat an Raffinesse gewonnen. Denn hier hat Yamaha das meiste Geld investiert. Die elektronische Ausrüstung, einst spartanisch, ist nun einer GP würdig. Sechsstufige Traktionskontrolle, Quickshifter hoch und runter, drei Einspritzkennlinien – alles bedienbar über das Lenkrad. Die bereits vorbildliche Bremsanlage übernimmt direkt die radialen Bremssättel und die 320-mm-Scheiben der R1, gekoppelt mit einem ABS. Die Gabel, die auf 43 mm vergrößert wurde, ist ein Bauteil direkt aus dem Katalog der großen Schwester. Bei einem angegebenen Gewicht von 190 kg fahrfertig sind Präzision und Rückmeldung gegeben.

Für wen fährt also dieses letzte der Mohikaner? Nicht für den Anfänger, ganz gewiss. Dieses Motorrad erfordert Präzision, Engagement und eine Motordrehzahl, die man über 10.000 Umdrehungen bringen muss, um das Drehmoment von 61,8 Nm freizusetzen. Es ist die ideale Maschine für den anspruchsvollen Streckenrennfahrer oder den puristischen Sportfahrer, der Kompromisse ablehnt. Im Vergleich zu einem Konkurrenten wie der Kawasaki ZX-6R, die vielseitiger und günstiger ist, verkörpert die R6 ihre Ultra-Spezialisierung. Sie ist weniger eine Straßenmaschine als eine Rennmaschine mit Straßenzulassung. Ihr 17-Liter-Tank und ihre straffe Sitzposition bestätigen dies.

Das Paradoxon ist total. Yamaha präsentiert den bisher fortschrittlichsten und radikalsten Sportwagen der letzten Jahre, gerade in dem Moment, in dem der Markt ihr den Rücken kehrt. Zu diesem Preis könnte man eine totale High-Tech-Ausstattung erwarten, aber einige werden das Fehlen eines TFT-Displays oder eines Quickshifters der neuesten Generation bedauern. Aber das würde das Wesentliche verpassen. Die YZF-R6 2020 ist keine Aktualisierung, sondern ein Manifest. Ein Schlag auf den Tisch, um daran zu erinnern, dass der scharfe, nervöse und anspruchsvolle Fahrspaß einer echten 600er Supersport noch existiert. Dass sie die letzte ihrer Linie ist, verleiht ihr eine besondere Aura, die eines Sammlerstücks, vielleicht eher als eines Bestsellers, verdient. Für den Fahrer, der die reine Verbindung und die kompromisslose Effizienz sucht, bleibt sie eine absolute Referenz, ungeachtet der Marktentwicklungen.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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