Schlüsselleistung
Technische Daten
Keine Unterschiede zwischen diesen beiden Baujahren.
Motor
- Hubraum
- 600 cc
- Leistung
- 124.0 ch @ 14500 tr/min (91.2 kW)
- Drehmoment
- 65.7 Nm @ 11000 tr/min
- Motortyp
- 4 cylindres en ligne, 4 temps
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 13.1:1
- Bohrung × Hub
- 67 x 42,5 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- injection
Fahrwerk
- Rahmen
- deltabox double poutre en alu
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 41 mm, déb : 115 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 120 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 310 mm, fixation radiale, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 220 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 120/70-17
- Hinterreifen
- 180/55-17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 850.00 mm
- Tankinhalt
- 17.00 L
- Gewicht
- 189.00 kg
- Trockengewicht
- 170.00 kg
- Neupreis
- 12 499 €
Übersicht
Für wen spricht noch 2011 eine 600er Supersport, wo die Welt doch beginnt, sich um nervöse Zweizylinder und getunte 1000er zu drehen? Die Antwort ist gerade die, die sich diese Frage nicht stellt: der Purist. Für den ist das Kreischen eines Vierzylinders bei 14.500 Umdrehungen und die manische Suche nach der perfekten Ideallinie eine Religion. Die Yamaha YZF-R6 dieses Jahres, vor ihrer letzten großen Überarbeitung von 2012, ist die ultimative Predigt dieses Glaubens. Man kommt nicht aus Höflichkeit zu ihr, sondern für ein scharfes mechanisches Erlebnis. Mit 124 Pferden, die ganz oben im Drehzahlbereich abgeliefert werden, fordert sie dazu auf, sie bis an die Grenzen zu fahren, um ihre Seele freizulegen. Diese Leistung, die der einer 750er von einst nahekommt, mag auf dem Papier angesichts der donnernden Ankündigungen ihrer Vorgänger bescheiden erscheinen. Aber das vergisst man angesichts des gesamten Arsenals, das eingesetzt wurde, um sie nutzbar zu machen.

Denn bei Yamaha hat man auf Intelligenz statt auf schiere Überlegenheit gesetzt. Die technische Weiterentwicklung ist subtil, aber bedeutsam. Die variable Einlasssteuerung YCC-I, entliehen der größeren R1, arbeitet unauffällig, um den nutzbaren Drehzahlbereich zu erweitern. Bei niedrigen Drehzahlen verkürzt sie die Strömungsdüsen für eine bessere Füllung und gewinnt so fast 10 % Drehmoment im mittleren Drehzahlbereich, bevor sie sie verlängert, um den gesamten Durchfluss im oberen Drehzahlbereich freizugeben. Das ist eine geniale Antwort auf den Hauptfehler der 600er: ihr etwas leeres Verhalten unterhalb von 8.000 U/min. In Kombination mit dem elektronischen Gas YCC-T macht dieses System das Biest weniger anspruchsvoll, ohne ihm seine Verrücktheit zu nehmen. Der Motor selbst ist ein Meisterwerk der Zwänge, mit einem Rekordverdichtungsverhältnis von 13,1:1 und Titanventilen. Man fragt sich manchmal, was das Gewicht einer Yamaha YZF-R6 600 aus dem Jahr 2008 beträgt, aber die Frage für dieses Modell von 2011 lautet eher: Wie viel Technologie kann man in 600 cm3 unterbringen? Die Antwort lautet: viel.
Trotzdem hat diese Komplexität ihren Preis auf der Waage. Die Suche nach Gewichtsreduzierung, die bei früheren Generationen heftig war, pausiert. Mit 189 kg vollgetankt ist sie nicht mehr die leichteste ihrer Klasse. Einige werden diese paar zusätzlichen Kilo bedauern, besonders wenn man sieht, was Honda oder Ducati da leisten. Aber Yamaha hat seine Bemühungen auf das Chassis verlagert. Das Deltabox-Chassis wurde mit modifizierten Wandstärken überarbeitet, um die Steifigkeit zu optimieren. Der Magnesium-Heckrahmen und der geschmiedete Schwingarm zeugen von einer Suche nach chirurgischer Präzision. Die Radialbremsanlage bleibt ein Referenzstandard. Das Gefühl am Lenker ist das einer absoluten Verbindung: Das Motorrad scheint Ihre Gedanken zu lesen, um sich in Kurven zu werfen.

Für wen also? Definitiv nicht für Anfänger oder für Reisende, die Komfort suchen. Der 85 cm hohe Sattel und die Rennposition machen sie zu einer Streckenwaffe, die man legal auf der Straße fahren kann. Ihr Publikum sind anspruchsvolle Rennfahrer und Liebhaber der reinen Mechanik. Ihr Preis von 12.499 € zum Zeitpunkt der Einführung positionierte sie als begehrenswertes technisches Objekt. Heutzutage zeigen die Meinungen über die Yamaha YZF-R6 600 aus dem Jahr 2003 oder die Fragen zur Leistung der Modelle 2017 und 2020, wie sehr diese Linie die Gemüter bewegt hat. Die Version von 2011, in der direkten Linie des wilden Modells von 2008, ist eine ihrer gelungensten Ausprägungen vor der nächsten Wende. Sie macht keine Kompromisse, und genau deshalb lieben wir sie. Ein letzter Tanz, intensiv und technisch, bevor sich die Welt der Supersport für immer verändert.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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