Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1064 cc
- Leistung
- 73.0 ch @ 6400 tr/min (53.7 kW)
- Drehmoment
- 92.2 Nm @ 5000 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en L à 90°, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Verdichtungsverhältnis
- 9.8 : 1
- Bohrung × Hub
- 92 x 80 mm
- Ventile/Zylinder
- 2
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 40 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau tubulaire en acier
- Getriebe
- boîte à 5 rapports
- Endantrieb
- Cardan
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique Ø 45 mm, déb : 140 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux, déb : 96 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 320 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 282 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 110/90-18
- Hinterreifen
- 140/70-17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 780.00 mm
- Tankinhalt
- 19.00 L
- Trockengewicht
- 251.00 kg
- Neupreis
- 13 490 €
Übersicht
Stellen Sie sich Mandello del Lario im Jahr 1971 vor. Eine Fabrik, die nach Öl und Stahl riecht, Ingenieure, die einen 90-Grad-V-Twin zusammenbauen, der die Kontinente durchqueren soll. Mehr als fünfzig Jahre später atmet diese Philosophie noch immer in der Moto Guzzi 1100 California EV, und genau das spaltet die Meinungen schon beim ersten Blick.

Der Motor ist die Seele dieser Maschine und ihr massives Argument. Dieser querliegende V-Twin mit 1064 cm³ ragt förmlich aus dem Rahmen, seine Zylinder zeigen stolz auf jeder Seite wie zwei geballte Fäuste. Die 73 Pferde bei 6400 U/min lassen eine Harley-Davidson Road King auf dem Papier nicht erzittern, aber das Drehmoment von 92,2 Nm, das ab 5000 U/min verfügbar ist, erzählt eine andere Geschichte auf der Straße. Dieser V-Twin knurrt, vibriert, vermittelt jede Unebenheit des Asphalts über Lenker und Fußrasten. Das ist gewollt. Es ist sogar beansprucht. Die Kardanwelle verstärkt diesen mechanischen Dialog anstatt ihn zu sterilisieren, und die Puristen freuen sich darüber.
Das Customs-Tourer-Format setzt sich logisch mit 251 Kilogramm Trockengewicht, einem 780 mm hohen Sitz, der unterschiedliche Staturen komfortabel aufnimmt, und 19 Litern Kraftstoff für ganztägige Fahrten durch, die möglich sind. Die 45-mm-Teleskopgabel bewältigt die Wellen des Asphalts korrekt, die beiden hinteren Stoßdämpfer verrichten ihre Arbeit ohne großes Aufsehen. Das doppelte Vordiskbremsenpaar mit 320 mm Durchmesser, das von Vierkolben-Bremssätteln gebissen wird, bietet eine direkte und beruhigende Bremsleistung. Bei einer Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h kann die Mechanik mithalten, aber man versteht schnell, dass dieses Motorrad keine rohe Leistung sucht. Es ignoriert sie souverän.
Der eigentliche Makel der California EV ist ihr Fünfganggetriebe. Langsam, unpräzise, erfordert es Geduld und Voraussicht. Die Gangwechsel werden ausgehandelt, anstatt sich aufzuerzwingen. Auf der Autobahn, wo es schnell gehen muss, ist es eine echte Quelle der Frustration. Auf den Provinzlandstraßen akzeptiert man es schließlich als Einladung zur Verlangsamung. Die Puristen sagen, das gehört zum Charakter. Die Pragmatiker sagen einfach, es ist ein eingestandenes Schwachpunkt. Beide haben Recht.

Für 13.490 Euro konvergiert dieser Motorrad-Testbericht der Moto Guzzi 1100 California EV zu einer klaren Feststellung: dieses Motorrad richtet sich nicht an die Motorradtouristen. Es spricht diejenigen an, die bereits genug Kilometer gefahren sind, um zu wissen, was sie wirklich wollen, diejenigen, die mehr Freude an der Authentizität eines temperamentvollen Motors finden als an den elektronischen Gadgets eines modernen Roadsters. Im Vergleich zu einer BMW R 18 oder einer Triumph Thunderbird wirkt die California EV weniger raffiniert, weniger anspruchsvoll. Sie ist vor allem ehrlicher. Ihr querliegender V-Twin simuliert nichts, gleicht nichts aus. Er pulsiert, Punkt.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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