Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1811 cc
- Leistung
- 74.0 ch (54.4 kW)
- Drehmoment
- 161.1 Nm @ 3000 tr/min
- Motortyp
- V2, four-stroke
- Kühlung
- Air
- Verdichtungsverhältnis
- 9.5:1
- Bohrung × Hub
- 101.6 x 113.0 mm (4.0 x 4.4 inches)
- Ventile/Zylinder
- 2
- Kraftstoffsystem
- Injection. Closed Loop Sequential Port injection
- Starter
- Electric
Fahrwerk
- Rahmen
- Cast Aluminum Frame with Integrated Air-Box
- Getriebe
- 6-speed
- Endantrieb
- Belt (final drive)
- Vorderradaufhängung
- Telescopic fork
- Hinterradaufhängung
- Single shock
- Federweg vorne
- 119 mm (4.7 inches)
- Federweg hinten
- 94 mm (3.7 inches)
Bremsen
- Vorderradbremse
- Double disc. ABS. Floating discs.
- Hinterradbremse
- Single disc. ABS. Floating disc.
- Vorderreifen
- 130/90-B16
- Vorderreifendruck
- 2.48 bar
- Hinterreifen
- 150/80-B16
- Hinterreifendruck
- 2.76 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 660.00 mm
- Radstand
- 1730.00 mm
- Bodenfreiheit
- 140.00 mm
- Länge
- 2630.00 mm
- Breite
- 1000.00 mm
- Höhe
- 1176.00 mm
- Tankinhalt
- 20.80 L
- Gewicht
- 357.00 kg
- Trockengewicht
- 341.00 kg
- Neupreis
- 22 600 €
Übersicht
Was bewegt einen Motorradfahrer dazu, einen Scheck über 22.600 Euro für ein Motorrad zu unterschreiben, das vollgetankt 357 kg wiegt und bei 180 km/h abriegelt? Die Antwort lässt sich in drei Worten zusammenfassen: Präsenz, Charakter, Erbe. Die Indian Chief Classic Jahrgang 2017 spielt weder in der Liga der Sportler noch der agilen Roadster. Sie besetzt ein ganz eigenes Terrain – das des reinrassigen amerikanischen Cruisers, wo jedes Kilo Chrom eine Geschichte erzählt und das Drehmoment mehr zählt als die nackte Leistung.

Stilistisch macht diese Maschine keinerlei Zugeständnisse an Zurückhaltung. Üppige Schutzblechschürzen, Speichenfelgen mit Weißwandreifen, ein geschnitzter Indianerkopfschmuck auf dem vorderen Schutzblech, genieteter Sattel, Leder straff über den 20,8-Liter-Tank gespannt. Das Armaturenbrett, eingefasst in seine verchromte Konsole, zeigt einen runden Tacho und eine Tankanzeige, die sich fast über 360 Grad dreht. Man könnte meinen, das Tier sei in den 50er Jahren erstarrt, doch der schlüssellose Start, das serienmäßige ABS, der Tempomat, das Ride-by-Wire-Gas und die LED-Blinker erinnern schnell daran, dass Polaris die Marke nicht wiederbelebt hat, um ein fahrendes Museum daraus zu machen. Die Indian Chief Classic Custom spielt die Karte der Authentizität, ohne auf modernen Komfort zu verzichten, und genau das unterscheidet sie von einer Harley-Davidson Heritage Softail, ihrer offensichtlichsten Rivalin. Im Vergleich Chief Classic vs. Vintage setzt das Classic-Modell auf relative Schlichtheit – ohne Windschutzscheibe und ohne Hartschalenkoffer – um eine klarere Linie zu bewahren.
Der Thunder Stroke 111 verdient besondere Aufmerksamkeit. Dieser luftgekühlte V-Twin mit 1811 cc, im 49-Grad-Winkel angeordnet, leistet 74 PS und vor allem 161 Nm Drehmoment bereits ab 3.000 U/min. Auf dem Papier wirkt die Leistung bescheiden. Im Sattel ist das eine ganz andere Sache. Jeder Gasgriff setzt einen satten, linearen Schub frei, begleitet von einem dumpfen Grollen, das den Aluminiumrahmen hinaufwandert. Die Langhub-Architektur (101,6 x 113 mm) mit ihren 2 Ventilen pro Zylinder und der Kipphebel-Steuerung bevorzugt die Füllung bei niedrigen Drehzahlen. Es ist zwecklos, nach hohen Drehzahlen zu suchen – der Motor gibt alles im ersten Drittel des Drehzahlmessers. Das 6-Gang-Getriebe überträgt die Kraft über einen Riemen ans Hinterrad – eine leise und wartungsfreie Lösung. Wer die detaillierten Specs der Indian Chief Classic sucht: Das Verdichtungsverhältnis von 9,5:1 bestätigt die ruhige Touring-Berufung dieses Twins.
Die Ergonomie platziert den Fahrer mit ausgestreckten Armen an einem breiten Lenker, die Füße auf großzügigen Trittbrettern abgestützt, den Rücken gerade, die Beine im rechten Winkel angewinkelt. Der Sattel auf 660 mm Höhe empfängt ohne Unterschied auch kleinere Staturen. Der Aluminiumgussrahmen integriert einen Luftfilterkasten und nimmt vorn eine Teleskopgabel, hinten ein Monofederbein auf. Die Bremsanlage besteht aus einer Doppelscheibe mit schwimmend gelagerten 300-mm-Scheiben vorn und einer Einzelscheibe hinten, alles vom ABS geregelt. Ausreichend, um die 357 kg des Kolosses zum Stehen zu bringen – vorausgesetzt, man bremst vorausschauend. Mit einem Radstand von 1.730 mm und einer Bodenfreiheit von 140 mm erhebt die Chief Classic keinen Anspruch darauf, enge Kurven anzugreifen. Sie bevorzugt lange Bögen, einsame Landstraßen, Strecken, auf denen sich die Zeit dehnt.
Zu diesem Preis bewegt man sich im Premium-Segment. Die Indian Chief Classic gebraucht stellt übrigens eine interessante Alternative für Budgetbewusste dar – die Jahrgänge 2018 und 2019 finden sich auf dem französischen Markt zu erschwinglicheren Preisen. Neu richtet sich dieses Motorrad an geduldige Langstreckenfahrer, an Liebhaber edler Mechanik, die etwas anderes als eine Harley wollen, ohne dabei Amerika zu verleugnen. Sie ist weder die stärkste, noch die leichteste, noch die wendigste ihrer Kategorie. Aber sie besitzt dieses gewisse Mehr an Seele, diese visuelle und mechanische Dichte, die jede Ausfahrt zum Ritual werden lässt. Wer die Bewertungen zur Indian Chief Classic liest oder sich die Reviews auf YouTube ansieht, wird es bestätigen: Man kauft dieses Motorrad nicht wegen seiner Leistung. Man kauft es wegen dem, was es auslöst, wenn man am Gasgriff dreht.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS de série
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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