Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1811 cc
- Leistung
- 74.0 ch (54.4 kW)
- Drehmoment
- 139.0 Nm @ 2600 tr/min
- Motortyp
- V2, four-stroke
- Kühlung
- Air
- Verdichtungsverhältnis
- 9.5:1
- Bohrung × Hub
- 101.6 x 113.0 mm (4.0 x 4.4 inches)
- Ventile/Zylinder
- 2
- Kraftstoffsystem
- Injection. Closed Loop Sequential Port injection
- Starter
- Electric
Fahrwerk
- Rahmen
- Cast Aluminum Frame with Integrated Air-Box
- Getriebe
- 6-speed
- Endantrieb
- Belt (final drive)
- Vorderradaufhängung
- Telescopic fork
- Hinterradaufhängung
- Single shock
- Federweg vorne
- 119 mm (4.7 inches)
- Federweg hinten
- 94 mm (3.7 inches)
Bremsen
- Vorderradbremse
- Double disc. ABS. Floating discs.
- Hinterradbremse
- Single disc. ABS. Floating disc.
- Vorderreifen
- 130/90-B16
- Vorderreifendruck
- 2.48 bar
- Hinterreifen
- 150/80-B16
- Hinterreifendruck
- 2.76 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 660.00 mm
- Radstand
- 1730.00 mm
- Bodenfreiheit
- 140.00 mm
- Länge
- 2630.00 mm
- Breite
- 1000.00 mm
- Höhe
- 1176.00 mm
- Tankinhalt
- 20.80 L
- Gewicht
- 357.00 kg
- Trockengewicht
- 341.00 kg
- Neupreis
- 22 600 €
Übersicht
Was treibt einen hundertjährigen Hersteller, der unter der Flagge von Polaris wiederauferstanden ist, dazu, seinen Flaggschiff-Cruiser in einem einzigen Farbton Pearl White anzubieten? Vielleicht die Gewissheit, dass die Indian Chief Classic keinerlei Kunstgriffe braucht, um Blicke auf sich zu ziehen. Diese Maschine atmet das tiefe Amerika, das der schnurgeraden Straßen und staubigen Tankstellen. Sie trägt an ihren verchromten Flanken ein Erbe, das nur wenige Motorräder für sich beanspruchen können – Harley-Davidson einmal ausgenommen.

Stilistisch setzt die Chief Classic custom auf kompromisslose Authentizität. Großzügige Schutzblechverkleidungen, Speichenfelgen mit Weißwandreifen, genieteter Sattel, ein auf dem vorderen Schutzblech eingeschnitzter Indianerkopfschmuck: Jedes Detail erzählt von einer vergangenen Epoche. Der Tacho, eingebettet in seine verchromte Instrumentenplatte, scheint direkt einem Armaturenbrett der 50er-Jahre entsprungen. Dennoch schleicht sich überall Moderne ein. Schlüsselloses Starten, ABS serienmäßig, Tempomat, Ride-by-Wire-Gasgriff, LED-Blinker. Indian hatte die Klugheit, die Elektronik unter dem Retro-Lack zu verstecken. Der Aluminium-Gussrahmen mit integriertem Luftfilterkasten bricht ebenfalls mit dem Bild des alten Amerika. Man spürt, dass die Ingenieure aus Minnesota unter dieser Karosserie aus einer anderen Zeit ein Fahrwerk bieten wollten, das diesen Namen verdient.
Der Thunder Stroke 111 bleibt das schlagende Herz der Angelegenheit. Dieser V-Twin mit 1811 cc, 49° Zylinderwinkel und Luftkühlung, leistet 74 PS bei einem Drehmoment von 139 Nm ab 2.600 U/min. Auf dem Papier wirkt die Leistung bescheiden. In der Praxis, auf einem 357 kg schweren Custom mit vollen Tanks, gibt das Drehmoment den Ton an. Zwei Ventile pro Zylinder, Kipphebel-Ventilsteuerung, 101,6 mm Bohrung bei 113 mm Hub: Die langhubige Architektur begünstigt die Füllung im unteren Drehzahlbereich und satte Zwischenbeschleunigungen. Im Vergleich zum Twin Cam 103 der Harley Heritage Softail Classic weist der Indian-Motor einen Vorteil bei Hubraum und reinem Drehmoment auf. Der tiefe, metallische Klang trägt voll zum Spektakel bei. Das Sechsganggetriebe und der Riemen-Endantrieb vervollständigen ein Gesamtpaket, das darauf ausgelegt ist, Kilometer zu fressen, ohne es eilig zu haben. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 180 km/h, eine nebensächliche Zahl: Niemand kauft dieses Motorrad, um Bestzeiten zu jagen.
Der Indian Chief Classic Test offenbart eine Sitzposition im Stil amerikanischer Grand Touring. Breiter Lenker, vorverlegte Fußrasten, aufrechter Rücken. Der Sattel, in 660 mm Höhe über dem Boden angebracht, nimmt auch kleinere Staturen problemlos auf. Die Bremsanlage stützt sich auf drei schwimmend gelagerte 300-mm-Scheiben, Vierkolben-Bremssättel vorne und Zweikolben hinten, das Ganze überwacht vom ABS. Ordentlich, ohne bissig zu sein. Der Radstand von 1.730 mm und die Gesamtlänge verlangen in der Stadt eine gewisse Disziplin; enge Wendemanöver gehören nicht zu ihren Lieblingsdisziplinen. Die Telegabel und das hintere Monofederbein erledigen ihren Job auf offener Straße, doch erwarten Sie keine Roadster-Agilität. Der 20,8-Liter-Tank bietet eine vernünftige Reichweite für die Sonntagsausfahrt.
Der Indian Chief Classic Preis, 2016 bei 22.600 Euro angesetzt, platziert diesen Cruiser im Premium-Segment. Wer eine Indian Chief Classic gebraucht sucht, liegt mit den Jahrgängen 2014 bis 2019 auf der sicheren Seite, da der Thunder Stroke in diesem Zeitraum kaum weiterentwickelt wurde. Innerhalb der Harley-Palette lässt sich Chief Classic vs. Vintage auf eine Wahl zwischen Purismus und Touring-Ausstattung reduzieren. Die Classic bekennt sich zu ihrem Minimalismus. Sie richtet sich an den Motorradfahrer, der bei Zubehör leicht, aber beim Charakter schwer unterwegs sein will. Kein Spielzeug, keine verkleidete Sportmaschine: ein reinrassiger Custom, geschaffen für jene, die Drehmoment der Drehzahl und Chrom dem Carbon vorziehen.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS de série
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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