Schlüsselleistung
Technische Daten
- Drehmoment
- 161.1 Nm @ 3000 tr/min → 139.0 Nm @ 2800 tr/min
- Kraftstoffsystem
- Injection. Closed Loop Sequential Port injection → Injection. Closed Loop Sequential Port
- Federweg hinten
- 94 mm (3.7 inches) → 104 mm (4.1 inches)
- Vorderreifen
- 130/90-B16 → 130/90-16
- Hinterreifen
- 150/80-B16 → 150/80-16
- Sitzhöhe
- 660.00 mm → 692.00 mm
- Radstand
- 1730.00 mm → 1646.00 mm
- Bodenfreiheit
- 140.00 mm → —
- Länge
- 2630.00 mm → 2553.00 mm
- Breite
- 1000.00 mm → 1029.00 mm
- Höhe
- 1176.00 mm → 1283.00 mm
- Gewicht
- 357.00 kg → 370.00 kg
- Trockengewicht
- 341.00 kg → 354.00 kg
- Neupreis
- 22 600 € → 23 595 €
Motor
- Hubraum
- 1811 cc
- Leistung
- 74.0 ch (54.4 kW)
- Drehmoment
- 139.0 Nm @ 2800 tr/min
- Motortyp
- V2, four-stroke
- Kühlung
- Air
- Verdichtungsverhältnis
- 9.5:1
- Bohrung × Hub
- 101.6 x 113.0 mm (4.0 x 4.4 inches)
- Ventile/Zylinder
- 2
- Kraftstoffsystem
- Injection. Closed Loop Sequential Port
- Starter
- Electric
Fahrwerk
- Rahmen
- Cast Aluminum Frame with Integrated Air-Box
- Getriebe
- 6-speed
- Endantrieb
- Belt (final drive)
- Vorderradaufhängung
- Telescopic fork
- Hinterradaufhängung
- Single shock
- Federweg vorne
- 119 mm (4.7 inches)
- Federweg hinten
- 104 mm (4.1 inches)
Bremsen
- Vorderradbremse
- Double disc. ABS. Floating discs.
- Hinterradbremse
- Single disc. ABS. Floating disc.
- Vorderreifen
- 130/90-16
- Vorderreifendruck
- 2.48 bar
- Hinterreifen
- 150/80-16
- Hinterreifendruck
- 2.76 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 692.00 mm
- Radstand
- 1646.00 mm
- Länge
- 2553.00 mm
- Breite
- 1029.00 mm
- Höhe
- 1283.00 mm
- Tankinhalt
- 20.80 L
- Gewicht
- 370.00 kg
- Trockengewicht
- 354.00 kg
- Neupreis
- 23 595 €
Übersicht
Als Polaris 2013 Indian wiederbelebte, wusste niemand wirklich, ob die Marke aus Springfield ihre Versprechen halten oder einfach nur auf der Nostalgiewelle reiten würde. Zwei Jahre später liefert die Indian Chief Classic 2015 eine klare Antwort. Diese Maschine gibt sich nicht damit zufrieden, die Retro-Karte zu spielen. Sie legt einen V-Twin mit 1811 cc auf den Tisch, den Thunder Stroke 111, und fordert die Konkurrenz aus Milwaukee direkt auf, sich zu rechtfertigen.

Optisch gleicht die Chief Classic Custom nichts anderem auf dem Markt. Die großen Schutzblechwangen umhüllen Speichenfelgen mit Weißwandreifen, Chrom bedeckt jede verfügbare Fläche, und der Indianerkopf thront stolz auf dem vorderen Schutzblech. Man könnte es für eine Filmrequisite halten, wäre da nicht die Tatsache, dass alles funktional ist. Der niedrige Sitz auf 692 mm, die großzügigen Trittbretter und der breite Lenker bringen den Fahrer in eine unverkennbare Cruiser-Position – Arme geöffnet, Rücken angelehnt. Der 20,80-Liter-Tank mit seinem Ledereinsatz mündet in ein Cockpit, in dem ein chromumrandeter Tacho neben einer beinahe theatralischen Tankanzeige sitzt. Jedes Detail erzählt eine Geschichte – die eines mechanischen Amerikas, das sich weigert zu verschwinden.
Unter dieser aufwendigen Hülle schlägt das Herz der Bestie. Der Thunder Stroke 111 ist ein luftgekühlter V-Twin mit 49 Grad Zylinderwinkel, 101,6 mm Bohrung und 113 mm Hub. Ein Langhuber, gebaut für rohes Drehmoment statt für hohe Drehzahlen. Die technischen Daten sprechen für sich: 139 Nm ab 2800 U/min, 74 PS und zwei Ventile pro Zylinder mit Kipphebelbetätigung. Keine unnötige Raffinesse, nur Mechanik, die darauf ausgelegt ist, im unteren Drehzahlbereich kräftig zu schieben und den Aluminiumrahmen bei jeder Beschleunigung zum Vibrieren zu bringen. Gegenüber dem Twin Cam 103 von Harley-Davidson weist die Indian Chief Classic einen Vorteil bei Hubraum und Drehmoment auf. Im Fahrtest zeigt sich ein Motor, der niemals grob behandelt werden will. Man legt die sechs per Riemen übertragenen Gänge ein, lässt niedrig drehen, und der Schub erledigt den Rest.
Die Modernität versteckt sich dort, wo man sie nicht erwartet. Schlüsselloses Starten, ABS serienmäßig, Tempomat, Ride-by-Wire-Gasgriff, LED-Blinker. Für ein Motorrad, das das Image eines anderen Jahrhunderts pflegt, bringt die Chief Classic eine elektronische Ausstattung mit, um die sie mancher europäische Roadster beneiden würde. Der gegossene Aluminiumrahmen integriert einen Luftfilterkasten, die Telegabel arbeitet mit einem Monofederbein am Heck zusammen, und die Bremsanlage stützt sich auf drei schwimmend gelagerte 300-mm-Scheiben mit Vierkolben-Bremssätteln vorne. Auf dem Papier weckt das Fahrwerk Vertrauen. In der Realität muss man mit 370 kg fahrfertig und einem Radstand von 1646 mm zurechtkommen. Indian Chief Classic vs Vintage? Die Vintage fügt Satteltaschen und Windschild hinzu, doch das Temperament bleibt identisch. Wir reden hier nicht von einem agilen Motorrad. Wir reden von einem Dampfer, der in jeder Kurve Vorausschau verlangt und lange Geraden engen Kurvenkombinationen vorzieht.
Der Preis der Indian Chief Classic lag 2015 bei 23 595 Euro und platziert die Maschine kompromisslos im Premium-Segment. Das ist teuer, deutlich mehr als eine Heritage Softail jener Zeit. Doch Indian verkauft hier mehr als einen einfachen Cruiser: ein makelloses Finish, eine einzigartige visuelle Identität und einen Motor, der bei der Konkurrenz kein direktes Gegenstück hat. Wer heute nach einer gebrauchten Indian Chief Classic sucht, findet eine stabile Bewertung – ein Beweis dafür, dass die Maschine ihr Publikum gefunden hat. Dies ist kein Anfängermotorrad und kein Rennstrecken-Werkzeug. Es ist ein reinrassiger Cruiser, bestimmt für Liebhaber schöner Mechanik, die mit Charakter unter dem Sattel und Geschichte im Tank fahren wollen. Die Jahrgänge 2018, 2019 und 2020 der Indian Chief Classic setzten diese Philosophie fort, bevor die Baureihe 2022 zur neuen Chief weiterentwickelt wurde – doch der Jahrgang 2015 bleibt derjenige, der die Legende wiederbelebt hat.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS de série
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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