Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1868 cc
- Leistung
- 94.0 ch @ 5020 tr/min (69.1 kW)
- Drehmoment
- 154.9 Nm @ 3250 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en V à 45°, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Verdichtungsverhältnis
- 10.5 : 1
- Bohrung × Hub
- 102 x 114.3 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau tubulaire en acier
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Courroie
- Vorderradaufhängung
- Fourche télescopique Ø 49 mm, déb : 130 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur sous la selle, déb : 112 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 300 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 292 mm, étrier 4 pistons
- Vorderreifen
- 130/90-16
- Vorderreifendruck
- 2.48 bar
- Hinterreifen
- 150/80-16
- Hinterreifendruck
- 2.76 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 680.00 mm
- Tankinhalt
- 18.90 L
- Gewicht
- 330.00 kg
- Trockengewicht
- 316.00 kg
- Neupreis
- 25 690 €
Übersicht
Wer kann es sich 2022 noch leisten, die Nostalgiekarte zu spielen, ohne wie ein Museumsstück zu wirken? Harley-Davidson, natürlich. Die Heritage Classic FLHC gehört zu jenen Motorrädern, die sich weigern, sich für ein Lager zu entscheiden. Custom in ihrer Linie, Cruiser in ihrer Berufung, beinahe Tourer in ihrer Ausstattung. Sie schielt in die Vergangenheit mit ihren Chromteilen, den Weißwandreifen und einer Silhouette, die unverkennbar an die Hydra Glide der 50er-Jahre erinnert. Doch unter diesem Retro-Kostüm sprechen Mechanik und Fahrwerk eine deutlich modernere Sprache. Das ist die ganze Ambivalenz dieser Softail – und zweifellos ihre größte Stärke.

Der Milwaukee-Eight 114 mit seinen 1868 cm³, verteilt auf einen V-Twin mit 45° Zylinderwinkel und 4 Ventilen pro Zylinder, hat bei Harley die Spielregeln verändert. Wir sprechen hier von 94 PS bei 5020 U/min und vor allem von 155 Nm Drehmoment, die bereits ab 3250 Touren anliegen. Das sind Zahlen, die für sich sprechen, besonders im Vergleich zur Vorgängergeneration. Der Motor schiebt kräftig und früh an, mit einer Geschmeidigkeit, die die alten Twin Cam nie kannten. Jede Zwischenbeschleunigung mit einem Hauch Gas schickt eine Welle an Drehmoment los – entschlossen, fast brachial –, die am Asphalt klebt, ohne den Fahrer zu malträtieren. Gegen eine Indian Chief ist das Duell auf dem Papier eng; auf der Straße spielt die Harley eher die Karte des rohen Charakters als die der Finesse. Das Verdichtungsverhältnis von 10.5:1 und die langhubige Auslegung von 102 x 114,3 mm bestätigen die Philosophie des Triebwerks: Durchzug statt Drehzahl.
Beim Fahrwerk hat die Überarbeitung der Softail-Plattform der Heritage enorm gutgetan. Der Stahlrohr-Doppelschleifenrahmen gewinnt 65 % an Steifigkeit und ermöglicht zugleich eine ernsthafte Gewichtskur. Mit 330 kg vollgetankt bleibt die Maschine ein Schwergewicht, das ist unbestreitbar. Aber sie hat rund fünfzehn Kilo gegenüber ihrer Vorgängerin verloren, und das spürt man bei Kurvenfolgen und Manövern bei niedriger Geschwindigkeit. Die 49-mm-Gabel bietet 130 mm Federweg, während das unter der Sitzbank verborgene Monofederbein 112 mm verarbeitet. Das Gesamtpaket filtert Unebenheiten ordentlich, ohne jedes Schlagloch in eine Rodeo-Veranstaltung zu verwandeln. Die Bremsanlage mit Scheiben von 300 und 292 mm, die von Vierkolben-Sätteln gepackt werden, erweist sich als ausreichend für die bewegte Masse. Nicht sportlich, aber vertrauenerweckend. Die 16-Zoll-Reifen in 130/90 vorn und 150/80 hinten setzen auf Komfort und Geradeausstabilität statt auf pure Agilität.
Die Ausstattung verdient einen genaueren Blick. Die starren, wasserdichten und abschließbaren Koffer verwandeln die Heritage in eine echte Reisemaschine, die Etappen verschlingt, ohne dass man sich Gedanken über das Gepäck machen muss. Die halb getönte schwarze Windschutzscheibe setzt auf Stil, auch wenn man bei trübem Wetter die Sicht durchaus hinterfragen darf. Die Voll-LED-Scheinwerfer und der Tempomat runden ein für eine Softail recht großzügiges Paket ab. Die Sitzhöhe von nur 680 mm beruhigt Fahrer mit bescheidener Statur, und der 18,9-Liter-Tank ermöglicht eine ordentliche Reichweite zwischen zwei Tankstopps. Das Sechsganggetriebe in Kombination mit dem Riemenantrieb funktioniert unauffällig, mit sauberen Schaltvorgängen und nahezu wartungsfreiem Betrieb.

Mit 25 690 Euro kennt die Heritage Classic keine halben Sachen beim Preis. Es ist der Preis eines Mythos, eines Images, einer gewissen Kunst des Fahrens, die sich nicht auf Zahlen in einem Datenblatt reduzieren lässt. Sie richtet sich an Motorradfahrer, die reisen wollen, ohne zu hetzen, die bei jedem Kaffeestopp bewundernde Blicke ernten und eine Form mechanischer Einfachheit in einer von Elektronik gesättigten Welt wiederfinden möchten. Ihre Höchstgeschwindigkeit liegt bei 170 km/h, und niemand wird es ihr übelnehmen. Das ist nicht ihr Spielfeld. Die Heritage Classic ist eine Maschine der Atmosphäre, gemacht für Landstraßen und Sonnenuntergänge, nicht für Bestzeiten.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS de série
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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