Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1868 cc
- Leistung
- 93.0 ch @ 5020 tr/min (68.4 kW)
- Drehmoment
- 154.9 Nm @ 3250 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en V à 45°, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Verdichtungsverhältnis
- 10.5 : 1
- Bohrung × Hub
- 102 x 114.3 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau tubulaire en acier
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Courroie
- Vorderradaufhängung
- Fourche télescopique Ø 49 mm, déb : 130 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur sous la selle, déb : 112 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 300 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 292 mm, étrier 4 pistons
- Vorderreifen
- 130/90-16
- Vorderreifendruck
- 2.48 bar
- Hinterreifen
- 150/80-16
- Hinterreifendruck
- 2.76 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 680.00 mm
- Tankinhalt
- 18.90 L
- Gewicht
- 330.00 kg
- Trockengewicht
- 316.00 kg
- Neupreis
- 24 490 €
Übersicht
Wer kauft 2021 noch eine Harley wegen der reinen Leistung? Niemand. Und genau das macht die Heritage Classic FLHC so liebenswert. Diese Softail bewegt sich auf einem Terrain, das die Japaner und Europäer längst verlassen haben: das der rohen Emotion, des kontemplativen Reisens, des Motorrads, das man ebenso gerne betrachtet wie fährt. Mit ihren Linien, die an die Hydra Glide der 50er-Jahre erinnern, trägt sie ein visuelles Erbe in sich, das weder eine Indian Scout noch eine Kawasaki Vulcan mit derselben Legitimität beanspruchen kann. Custom, Cruiser, fast Tourer je nach Verwendungszweck – sie verweigert sich jeder Schublade, und das ist auch gut so.

Unter diesem Retro-Kostüm schlägt dennoch ein modernes Herz. Der Milwaukee-Eight 114 mit seinen 1868 cm3 und vier Ventilen pro Zylinder stellt einen echten Bruch mit der mechanischen Tradition aus Milwaukee dar. Dieser V-Twin mit 45 Grad Zylinderwinkel leistet 93 PS bei 5020 U/min – ein auf dem Papier bescheidener Wert gegenüber den 116 PS einer Indian Chief Vintage. Doch der wahre Trumpf liegt woanders: 154,9 Nm Drehmoment, verfügbar ab 3250 U/min. Diese Art von Schub spürt man bei jedem Zwischensprint, ohne den Motor quälen zu müssen. Das 6-Gang-Getriebe und der Riemenantrieb erledigen den Rest, mit einer Laufruhe, die dazu einlädt, Kilometer um Kilometer ermüdungsfrei abzuspulen. Der Motor atmet freier, dreht williger hoch als die alten Twin Cam, bewahrt dabei aber jenes charakteristische dumpfe Grollen im niedrigen Drehzahlbereich.
Das Fahrwerk wurde einer Überarbeitung unterzogen, auf die Markenfans seit Langem gewartet hatten. Der Stahlrohr-Doppelschleifenrahmen gewinnt 65 % an Steifigkeit gegenüber dem alten Rahmen – bei paradoxerweise weniger Schweißnähten und weniger Einzelteilen. Das konkrete Ergebnis: Die Maschine hat 17 Kilo abgespeckt und bringt nun 330 kg fahrfertig auf die Waage. Das ist immer noch schwer, machen wir uns nichts vor, vor allem im Vergleich zu den 291 kg einer Indian Super Chief. Aber die 49-mm-Telegabel mit 130 mm Federweg und das unter der Sitzbank verborgene Monofederbein verändern das Fahrverhalten grundlegend. Vergessen sind die beiden unter dem Motor versteckten Stoßdämpfer, die jedes Schlagloch zur Rodeo-Einlage machten. Die Bodenfreiheit wächst, das Kurvenverhalten gewinnt an Präzision. Mit einer Sitzhöhe von 680 mm bleibt die Zugänglichkeit auch für kleinere Staturen ausgezeichnet.
Die Reiseausstattung verdient besondere Beachtung. Die starren, wasserdichten und abschließbaren Koffer verwandeln diese Softail in eine echte Reisemaschine. Die halbtransparente schwarze Windschutzscheibe pflegt den Stil, wirft aber eine berechtigte Frage hinsichtlich der Sicht bei Nacht oder trübem Wetter auf. LED-Scheinwerfer und Tempomat ergänzen ein tourentaugliches Paket, auch wenn das Fehlen eines TFT-Displays oder moderner Konnektivität daran erinnert, dass Harley bei der Bordelektronik konservativ bleibt. Der 18,9-Liter-Tank begrenzt die Reichweite auf der Autobahn – ein Punkt, den Vielfahrer im Auge behalten sollten.

Mit 24 490 Euro zielt die Heritage Classic FLHC auf eine klar definierte Zielgruppe: den erfahrenen Motorradfahrer, der eine Maschine für Emotionen statt für Bestzeiten sucht, einen Begleiter für Land- und Bundesstraßen statt ein Autobahn-Werkzeug – trotz ihrer Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h. Gegenüber einer Indian Super Chief oder einer Triumph Rocket 3 GT gewinnt sie weder bei der Leistung noch bei der Technologie. Sie gewinnt beim Charakter. Und für viele ihrer Käufer ist das das einzige Kriterium, das zählt.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS de série
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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