Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1552 cc
- Leistung
- 67.0 ch @ 4700 tr/min (49.3 kW)
- Drehmoment
- 127.5 Nm @ 2700 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en V, 4 temps
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 9 : 1
- Bohrung × Hub
- 102 x 95 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 1 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 36 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau tubulaire en acier
- Getriebe
- boîte à 5 rapports
- Endantrieb
- Cardan
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléscopique Ø 43 mm, déb : 150 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux, déb : 95 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 300 mm, étrier 2 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 300 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 130/90-16
- Hinterreifen
- 170/70-16
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 680.00 mm
- Tankinhalt
- 20.00 L
- Gewicht
- 338.00 kg
- Trockengewicht
- 307.00 kg
- Neupreis
- 12 599 €
Übersicht
Als der Hubraumkrieg bei den Custom-Herstellern in vollem Gange war, wollte Kawasaki nicht am Straßenrand stehen bleiben. Angesichts der Honda VTX 1800 und der Yamaha Road Star Warrior entschied sich die Firma aus Akashi, ihren V-Twin aufzubohren und die Kawasaki VN 1600 Classic auf die Welt zu bringen – einen Ozeanriesen aus Metall, der 2008 für 12 599 Euro angeboten wurde. Mit ihren 1 552 cm3, ihren 338 kg vollgetankt und ihrer entschieden traditionellen Ästhetik zeigt die Maschine vom ersten Blick an Flagge: Hier wird auf Massivität gesetzt, auf Solidität, auf „Ich stehe zu meinem Gewicht". Der Doppelschleifen-Stahlrahmen wurde verlängert und tiefergelegt, um möglichst nah am Boden zu kleben, die Sitzbank liegt auf 680 mm, und Kunststoff ist Mangelware. Kawasaki hat überall auf Metall gesetzt – auch wenn das die Waage kräftig belastet.

Unter diesem eisernen Kleid entwickelt der V-Twin mit vier Ventilen pro Zylinder 67 PS bei 4 700 U/min und vor allem ein Drehmoment von 127,5 Nm, das bereits ab 2 700 Touren anliegt. Auf dem Papier reicht das locker aus, um diese Masse in Bewegung zu setzen. Und in der Praxis hält der Motor sein Versprechen: Er bewegt das Ganze mühelos, mit einer verblüffenden Leichtigkeit. Das Problem ist, dass er es in einer fast frustrierenden Stille tut. Die Schalldämpfer ersticken jeglichen Anflug von Klangcharakter, und die Leistungskurve entfaltet sich mit einer Linearität, die an Monotonie grenzt. Wer das viszerale Grollen eines großen amerikanischen Twins sucht, wird ehrlich enttäuscht. Das Fünfganggetriebe in Kombination mit dem Kardanantrieb erledigt seine Arbeit sauber, ohne Glanz. Der 20-Liter-Tank ermöglicht eine ordentliche Reichweite, die ausreicht, um schöne Ausfahrten mit der Kawasaki VN 1600 Classic Tourer ins Auge zu fassen – jener besser für die Reise ausgestatteten Version, die in manchen Jahrgängen 2005 oder 2006 im Katalog stand.
Wo es wirklich hakt, ist das dynamische Fahrverhalten. Mit einer kümmerlichen Bodenfreiheit, einem Hinterradfahrwerk mit begrenztem Federweg (nur 95 mm für die beiden seitlichen Stoßdämpfer) und einem Rahmen, der Mühe hat, die 338 kg bei Richtungswechseln zu bändigen, verlangt die VN 1600 Fingerspitzengefühl. In Kurven ist die Trägheit beträchtlich. Die 43-mm-Telegabel mit ihren 150 mm Federweg steckt Unebenheiten ohne besondere Finesse weg. Die Bremsen – zwei 300-mm-Scheiben vorn und eine hinten mit Zweikolben-Sätteln – leisten gerade das Nötigste, um diesen Koloss zu verzögern. Die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h bleibt theoretisch: Dieses Motorrad lebt nicht im Tempo, es lebt im Dahingleiten.
Und genau in dieser Disziplin findet sie ihre Daseinsberechtigung. Auf Ausfahrten, auf freien Straßen, in gemächlichem Reisetempo bietet die Kawasaki VN 1600 Classic eine natürliche Sitzposition – Füße nach vorn, Arme entspannt. Der Komfort zu zweit bleibt akzeptabel, was sie zu einer überlegenswerten Option für Liebhaber sonntäglicher Ausfahrten im Duo macht. Wer eine Kawasaki VN 1600 Classic Tourer gebraucht sucht, findet Exemplare der Baujahre 2004, 2005 oder 2007 zu interessanten Preisen auf dem Gebrauchtmarkt, oft gut gepflegt von Besitzern, die gemütlich fahren.
Unter dem Strich richtet sich diese Kawasaki an ein ganz bestimmtes Publikum: geduldige Motorradfahrer, Liebhaber schwerer Customs alter Schule, die Präsenz und Stil über Dynamik stellen. Sie ist weder eine verkleidete Sportmaschine noch eine effiziente Reiseenduro. Sie ist ein Monument aus Guss und Stahl, das verlangt, dass man ihr Tempo respektiert. Eine Probefahrt mit der Kawasaki VN 1600 Classic Tourer genügt, um ihre Philosophie zu begreifen: Nichts überstürzen, alles in Zeitlupe genießen. Für alle anderen bietet die japanische und amerikanische Konkurrenz ausdrucksstärkere Alternativen.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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