Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1552 cc
- Leistung
- 67.0 ch @ 4700 tr/min (48.9 kW)
- Drehmoment
- 127.0 Nm @ 2700 tr/min
- Motortyp
- Twin, four-stroke
- Kühlung
- Liquid
- Verdichtungsverhältnis
- 9 : 1
- Bohrung × Hub
- 102 x 95 mm
- Ventile/Zylinder
- 2
- Nockenwellen
- 1 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection
- Steuerung
- Single Overhead Cams (SOHC)
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau tubulaire en acier
- Getriebe
- 5-speed
- Endantrieb
- Shaft drive (cardan) (final drive)
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléscopique Ø 43 mm, déb : 150 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux, déb : 95 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Double disc
- Hinterradbremse
- Single disc
- Vorderreifen
- 130/90-H16
- Hinterreifen
- 170/70-H16
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 680.00 mm
- Radstand
- 1680.00 mm
- Tankinhalt
- 19.00 L
- Gewicht
- 338.00 kg
- Trockengewicht
- 307.00 kg
- Neupreis
- 12 599 €
Übersicht
Als Kawasaki Mitte der 2000er Jahre beschloss, seine Custom-Palette aufzurüsten, tat der Hersteller aus Akashi dies nicht halbherzig. Die Kawasaki VN 1600 Classic 2004 tritt mit ihren 1552 cm3 an, untergebracht in einem Zweizylinder-Viertaktmotor – eine direkte Antwort auf die Honda VTX 1800 und die Yamaha Road Star Warrior, die das Terrain der großen Cruiser bereits besetzten. Auf dem Papier ist das Rezept bekannt: mehr Hubraum, mehr Metall, mehr Präsenz. Doch hält dieses Wettrüsten der Kubikzentimeter all seine Versprechen, sobald man im Sattel sitzt?

Erster Eindruck: Das Tier nötigt allein durch seine Masse Respekt ab. Mit 338 kg fahrfertig und einem 19-Liter-Tank hat man hier einen waschechten, verchromten Ozeanriesen vor sich. Kawasaki hat auf Solidität gesetzt, ja geradezu auf Massivität. Kaum Kunststoff an dieser Maschine, überall Metall, Verarbeitungsqualität, die Robustheit ausstrahlt. Der Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen, der großzügige Radstand von 1680 mm und die niedrige Sitzhöhe von 680 mm setzen die Kulisse für einen Custom, der für lange Geraden geschaffen ist, nicht für den Gymkhana-Parcours. Der Twin leistet 67 PS bei 4700 U/min und vor allem 127 Nm Drehmoment bereits ab 2700 Touren, übertragen auf das Hinterrad per Kardanantrieb, der die Wartung vereinfacht. Genug Kraft, um diese Masse mühelos in Bewegung zu setzen, doch erwarten Sie keine spektakulären Drehzahlorgien. Der Motor verrichtet seine Arbeit mit einer fast verblüffenden Zurückhaltung. Linear, geschmeidig, folgsam. Die Originalschalldämpfer ersticken jeglichen Anflug von Klangcharakter, und genau das ist wohl der Hauptvorwurf, den man diesem Triebwerk machen kann: Es fehlt an Stimme, an Rauheit, an jener Vibration, die das Herz eines Custom-Fahrers höherschlagen lässt.
Auf der Straße offenbart die Kawasaki VN 1600 Classic Tourer ein Temperament, das keine Hektik duldet. Die begrenzte Bodenfreiheit, die beiden Hinterraddämpfer mit ihrem knappen Federweg von 95 mm und die beträchtliche Trägheit in engen Kurven erzwingen einen fließenden Rhythmus. Die 43-mm-Teleskopgabel mit ihren 150 mm Federweg vorne schlägt sich besser, doch das gesamte Fahrwerk verlangt Fingerspitzengefühl und Vorausschau. Die Verzögerung übernimmt eine Doppelscheibenbremsanlage vorne und eine einzelne Scheibe hinten – ausreichend für gemächliches Fahren, etwas knapp bemessen, wenn man diese 307 kg Trockengewicht mit Nachdruck zum Stehen bringen muss. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 165 km/h, ein ehrlicher Wert für diese Kategorie, der aber die eigentliche Berufung der Maschine bestätigt: Cruisen, nicht Performance.
Genau in dieser Disziplin gibt die große Kawa ihr Bestes. Natürliche Sitzposition, Fußrasten moderat nach vorn versetzt, breiter Lenker, der gut in den Händen liegt. Der Soziuskomfort bleibt für Tagesausflüge durchaus akzeptabel, und der Kardanantrieb befreit von jeglicher Kettenschmier-Pflicht. Wer nach einer Kawasaki VN 1600 Classic Tourer Gebrauchtmaschine sucht, sollte wissen: Die Jahrgänge 2005, 2006 und 2007 brachten lediglich kosmetische Änderungen, was das Modell 2004 auf dem Gebrauchtmarkt uneingeschränkt relevant macht. Zum Einführungspreis von 12 599 Euro positionierte sie sich gegenüber japanischen und amerikanischen Konkurrentinnen, die oft teurer, aber auch markanter waren.
In der Bilanz des Tests der Kawasaki VN 1600 Classic Tourer fällt das Fazit differenziert aus. Hier steht eine ehrliche, solide gebaute Maschine, konzipiert, um Asphalt stressfrei zu verschlingen. Sie wird Custom-Liebhaber begeistern, die Komfort und mechanische Zuverlässigkeit über Sportlichkeit oder rohen Charakter stellen. Rennstreckenfahrer und Adrenalinjunkies werden weitergehen. Geduldige Langstreckenfahrer hingegen, jene, die das beruhigende Gewicht eines großvolumigen Motors zwischen ihren Beinen spüren möchten, ohne in jeder Kurve den Kampf zu suchen, finden hier eine treue Begleiterin. Vorausgesetzt, man akzeptiert, dass sie flüstert, wo andere brüllen.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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