Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1868 cc
- Leistung
- 94.0 ch @ 5020 tr/min (69.1 kW)
- Drehmoment
- 154.9 Nm @ 3250 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en V à 45°, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Verdichtungsverhältnis
- 10.5 : 1
- Bohrung × Hub
- 102 x 114 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- structure tubulaire en acier
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Courroie
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique Ø 49 mm, déb : 130 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur sous la selle, déb : 86 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 300 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 292 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 100/90-19
- Hinterreifen
- 150/80-16
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 680.00 mm
- Tankinhalt
- 13.20 L
- Gewicht
- 297.00 kg
- Trockengewicht
- 286.00 kg
- Neupreis
- 19 890 €
Übersicht
Was treibt einen Motorradfahrer dazu, knapp 20.000 Euro für eine Maschine hinzublättern, die auf jeglichen überflüssigen Komfort verzichtet? Die Antwort lässt sich in zwei Worten zusammenfassen: Street Bob. Diese Harley-Davidson Jahrgang 2023 versucht nicht, mit Technologie oder Ausstattung zu verführen. Sie packt einen am Kragen mit ihrem V-Twin von 1868 cm3 und ihrer Erscheinung eines kompromisslos zurechtgeschnittenen Bobbers. Der Deal ist simpel. Man steigt auf, dreht am Gasgriff, und Milwaukee fährt einem in die Magengrube.

Die große Neuerung dieser Generation ist der Wechsel zum Milwaukee-Eight 114 Aggregat. Mit seinen 102 mm Bohrung bei 114 mm Hub entwickelt dieser V-Twin mit 45 Grad Zylinderwinkel 94 PS bei 5020 U/min. Ein auf dem Papier bescheidener Wert, vor allem angesichts einer Indian Scout Bobber, die in derselben Preisklasse mit einem lebhafteren Temperament aufspielt. Doch die Street Bob lässt sich nicht auf ihre Leistung reduzieren. Ihr Totschlagargument ist das Drehmoment: 154,9 Nm, abrufbar bereits ab 3250 U/min. In diesem Drehzahlbereich schiebt der Motor wie ein Lokomotiv-Diesel, und jede Beschleunigung aus dem Teillastbereich wird zu einem kleinen genussvollen Ritual. Die Verdichtung von 10,5:1, vier Ventile pro Zylinder, ein Sechsganggetriebe und ein Riemenantrieb vervollständigen ein mechanisches Gesamtpaket, das auf Geradeaus-Vergnügen ausgelegt ist, nicht auf die Rennstrecke.
Was das Fahrwerk betrifft, hat die Softail-Plattform den alten Dyna-Rahmen endgültig abgelöst. Der Stahlrohrrahmen trägt eine Telegabel mit 49 mm Standrohrdurchmesser und 130 mm Federweg vorn sowie ein unter der Sitzbank verborgenes Monofederbein mit lediglich 86 mm Federweg hinten. Das ist straff, auf Asphaltfugen mitunter harsch, doch das Fahrverhalten gewinnt gegenüber der alten Architektur an Präzision. Die Sitzhöhe von nur 680 mm erleichtert das Vertrauenfassen im Stand – ein echter Vorteil für kleinere Staturen. Allerdings erinnern die 297 kg fahrfertig schnell daran, dass dieses Motorrad bei Rangierfahrten ordentlich Armschmalz verlangt. Die Bremsanlage mit einer 300-mm-Scheibe und Vierkolben-Festsattel vorn sowie einer 292-mm-Scheibe hinten erledigt ihre Arbeit solide, ohne besondere Brillanz. Bei einer Maschine mit einer Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h verlangt man auch nicht mehr.

Kommen wir zum Stil. Speichenräder, Gabelfaltenbalge, hochgezogene Shotgun-Auspuffanlage, dunkle Lackierung und ein auf das absolute Minimum reduziertes Cockpit: Die Street Bob pflegt eine rohe Ästhetik, die Puristen des amerikanischen Custom-Stils begeistern wird. Alles, was die Linie aufweichen könnte, wurde entfernt. Der 13,2-Liter-Tank begrenzt die Reichweite und erzwingt häufige Tankstopps, was die Maschine klar auf Stadtfahrten und sonntägliche Ausflüge über Landstraßen beschränkt. Harley hat zwar einen Soziussitz spendiert, doch angesichts des Komforts einer Briefmarke und dem völligen Fehlen von Haltegriffen fragt man sich, ob das eine Einladung oder eine Abschreckung ist.

Für 19.890 Euro richtet sich die Street Bob FXBB an denjenigen, der den Bobber-Stil ohne Kompromisse will, der bereit ist, Komfort zugunsten von Haltung und mechanischem Grollen zu opfern. Gegenüber einer vielseitigeren Triumph Bonneville Bobber oder einer leistungsstärkeren Indian Scout Bobber spielt sie die Karte der amerikanischen Authentizität und des radikalen Minimalismus. Sie ist ein Motorrad aus Überzeugung, nicht aus Vernunft. Wer ein praktisches und komfortables Werkzeug sucht, sollte weitergehen. Wer jede Zündung im V-Twin die Wirbelsäule hinauf spüren will – Bob wartet.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS de serie
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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