Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1868 cc
- Leistung
- 95.0 ch @ 5020 tr/min (69.9 kW)
- Drehmoment
- 154.9 Nm @ 3250 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en V à 45°, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Verdichtungsverhältnis
- 10.5 : 1
- Bohrung × Hub
- 102 x 114 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- structure tubulaire en acier
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Courroie
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique Ø 49 mm, déb : 130 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur sous la selle, déb : 86 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 300 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 292 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 100/90-19
- Hinterreifen
- 150/80-16
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 680.00 mm
- Tankinhalt
- 13.20 L
- Gewicht
- 297.00 kg
- Trockengewicht
- 286.00 kg
- Neupreis
- 15 690 €
Übersicht
Was unterscheidet einen authentischen Bobber von einem Motorrad, das sich am Wochenende als Rebell verkleidet? Die Antwort lässt sich in zwei Worten zusammenfassen: Street Bob. Mit dem Jahrgang 2021 dreht Harley-Davidson die Schraube eine Umdrehung weiter und pflanzt den Milwaukee-Eight 114 – also 1868 cm3 V-Twin mit 45 Grad Zylinderwinkel – in ein Softail-Fahrwerk, das die Dyna-Plattform endgültig zu Grabe getragen hat. Das Ergebnis ist eine Maschine, die keinerlei Zugeständnisse an überflüssigen Komfort macht und ihren rohen Charakter trägt wie ein Tattoo, das man nicht mehr unter dem Ärmel versteckt.

Der Wechsel auf den 114 ci verändert die Spielregeln. Man gewinnt an Durchzug, an mechanischer Präsenz. Die 95 PS bei 5020 U/min werden keine Ducati Diavel ins Schwitzen bringen, zugegeben. Aber das Drehmoment spricht eine andere Sprache: 154,9 Nm, die bereits bei 3250 U/min anliegen – das ist die Art von Schub, die einen bei jedem Zwischenspurt in den Sattel drückt. Der V-Twin atmet besser dank eines Verdichtungsverhältnisses von 10,5:1 und einer Bohrung von 102 mm bei einem langen Hub von 114 mm, typisch für diese amerikanische Philosophie, bei der das Drehmoment Vorrang vor der Spitzenleistung hat. Die Euro-5-Norm hat vermutlich ein paar Newtonmeter gekostet, aber der Charakter bleibt unangetastet. Im Leerlauf schnurrt der Motor ohne Murren. Erst wenn man am Gas dreht, erinnern die Vibrationen daran, dass ein dicker Twin unter den Beinen lebt. Nicht unangenehm, einfach lebendig.
Was das Fahrwerk betrifft, hat Harley nichts verändert – und das ist ziemlich clever. Der Stahlrohrrahmen beherbergt eine 49-mm-Gabel mit 130 mm Federweg vorn und ein unter der Sitzbank verstecktes Monofederbein mit 86 mm Federweg hinten. Es ist straff, manchmal harsch auf Fahrbahnflicken, aber stimmig mit dem Hardtail-Look, den die Puristen einfordern. Mit 297 kg fahrfertig bleibt die Street Bob die leichteste der Softail-Familie. Eine Sitzhöhe von nur 680 mm erleichtert das Handling für kleinere Staturen – ein echtes Argument gegenüber einer Indian Scout Bobber, die auf demselben Terrain spielt. Die Bremsanlage mit einer 300-mm-Scheibe vorn, gegriffen von einem Vierkolben-Sattel, und einer 292-mm-Scheibe hinten erledigt ihre Arbeit ohne besondere Genialität. Ausreichend für ein Motorrad mit einer Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h, kein Grund für die Ingenieure von Brembo, nervös zu werden.

Der Stil, sprechen wir darüber. Speichenräder, Gabelfaltenbalge, hochgezogene Shotgun-Auspuffanlage, dunkle Lackierung vom 13,2-Liter-Tank bis zu den Motorgehäusen: Alles atmet bewussten Minimalismus. Der Tacho gibt sich so dezent, dass man seine Anwesenheit am Ende vergisst. Harley hat bei diesem Jahrgang eine Soziussitzbank hinzugefügt, aber seien wir ehrlich – niemand kauft einen Bobber, um jemanden mitzunehmen. Der kompakte Tank erzwingt häufige Tankstopps, das einzige echte Opfer im Alltag. Der Zahnriemenantrieb und das Sechsganggetriebe sorgen für eine Zuverlässigkeit und Laufruhe, die die Kette einer Triumph Bonneville Bobber nicht bieten kann.

Mit 15 690 Euro positioniert sich die Street Bob FXBB als Einstieg in die amerikanische Custom-Welt für Motorradfahrer, die Charakter wollen, ohne im endlosen Zubehörkatalog zu versinken. Sie richtet sich an Liebhaber entspannter Ausfahrten, an Stadtmenschen, die ihre Maschine gerne vor einem Café abstellen – mit der Gewissheit, dass niemand sie mit etwas anderem verwechseln wird. Sie ist weder Tourer, noch Sportler, noch chrombeladener Cruiser. Sie ist ein Bobber, Punkt. Und in dieser Disziplin können nur wenige Maschinen mit so viel mechanischer Aufrichtigkeit mithalten.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS de serie
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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