Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1868 cc
- Leistung
- 94.0 ch @ 5020 tr/min (69.1 kW)
- Drehmoment
- 154.9 Nm @ 3250 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en V à 45°, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Verdichtungsverhältnis
- 10.5 : 1
- Bohrung × Hub
- 102 x 114 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- structure tubulaire en acier
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Courroie
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique Ø 49 mm, déb : 130 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur sous la selle, déb : 86 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 300 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 292 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 100/90-19
- Hinterreifen
- 150/80-16
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 680.00 mm
- Tankinhalt
- 13.20 L
- Gewicht
- 297.00 kg
- Trockengewicht
- 286.00 kg
- Neupreis
- 16 590 €
Übersicht
Was treibt einen Motorradfahrer dazu, mehr als 16 500 Euro für eine Maschine hinzublättern, die nicht vor Wind schützt, bei 160 km/h am Limit ist und deren 13,2-Liter-Tank häufige Tankstopps erzwingt? Die Antwort lässt sich in zwei Worten zusammenfassen: der Charakter. Die Harley-Davidson Street Bob FXBB Jahrgang 2022 ist die Wahl derjenigen, die roh fahren wollen, ungefiltert, mit einem V-Twin von 1868 cm3, der zwischen den Beinen pulsiert wie ein gusseisernes Herz. Auf dem Papier hat sie nichts von einem rationalen Gefährt. Im echten Leben besitzt sie jenes gewisse Etwas, das weder die Triumph Bonneville Bobber noch die Indian Scout Bobber ganz nachzuahmen vermögen: die rohe Authentizität des amerikanischen Bobbers.

Der Wechsel zum Milwaukee-Eight 114 Block hat die Spielregeln verändert. Mit 94 PS bei 5020 U/min und vor allem 154,9 Nm Drehmoment ab 3250 U/min hat die Street Bob an Durchzug gewonnen, was sie an Höchstgeschwindigkeit nie gesucht hat. Das Verdichtungsverhältnis von 10,5:1, die großzügige Bohrung von 102 mm und der lange Hub von 114 mm ergeben einen Motor, der den kräftigen Zwischensprint im niedrigen Drehzahlbereich bevorzugt. Dieser V-Twin mit 45 Grad Zylinderwinkel will nicht geschunden werden. Er will begleitet werden, will, dass man jede Zündung im Lenker spürt. Die Vibrationen bleiben im Leerlauf gezähmt und erwachen dann stufenweise, wenn das Tempo steigt. Das ist ein lebendiger Motor, kein klinisch reiner Block. Die Euro-5-Norm hat ihn zweifellos einige Newtonmeter gekostet, doch was bleibt, reicht allemal, um die 297 kg fahrfertig mit gelassener Autorität zu bewegen.
Beim Fahrwerk ruht die Street Bob auf dem Softail-Rahmen aus Stahlrohr, der die alte Dyna-Plattform abgelöst hat. Die Puristen haben damals mit den Zähnen geknirscht. Inzwischen sind sie verstummt. Das Fahrverhalten hat an Präzision und Straßenlage gewonnen. Die Telegabel mit 49 mm Standrohren bietet 130 mm Federweg, während sich der unter dem Sitz versteckte Monodämpfer mit 86 mm begnügt. Das ist wenig, und Bodenschwellen rufen schnell die Grenzen des ästhetischen Kompromisses in Erinnerung. Die Sitzhöhe von nur 680 mm beruhigt kleinere Staturen – ein echter Vorteil gegenüber der Bonneville Bobber und ihren 690 mm. Die Bremsanlage mit einer 300-mm-Scheibe vorn, gegriffen von einem Vierkolben-Sattel, und einer 292-mm-Scheibe hinten erledigt ihre Arbeit ohne besonderen Enthusiasmus. Korrekt, nicht brillant. Der Zahnriemenantrieb und das Sechsganggetriebe machen sich unsichtbar – und das ist das größte Kompliment, das man ihnen machen kann.

Das Styling ist auf diesem Segment natürlich das A und O. Speichenfelgen, Gabelfaltenbalge, hochgezogene Shotgun-Auspuffanlage, dunkle Lackierung bis zur letzten Schraube: Die Street Bob pflegt eine puristische Ästhetik, die an Radikalität grenzt. Der minimalistische Tacho, fast unsichtbar unter der Gabelbrücke, unterstreicht die Botschaft. Hier fährt man nach Instinkt, nicht mit dem Blick aufs Armaturenbrett geheftet. Harley hat ein Soziuspolster hinzugefügt – eher symbolische denn funktionale Geste. Niemand kauft dieses Motorrad, um jemanden mitzunehmen.

Für 16 590 Euro zielt die Street Bob auf eine klar definierte Zielgruppe: den Motorradfahrer, der eine Maschine für urbane und stadtnahe Erlebnisse sucht, der Stil und Drehmoment höher schätzt als Vielseitigkeit. Sie wird nie eine gute Reisemaschine sein – ihr Tank und der Federungskomfort verbieten es. Sie wird es an Agilität nie mit einer Indian Scout Bobber aufnehmen können, die 50 kg leichter ist. Doch sie besitzt diese mechanische Präsenz, dieses dumpfe Grollen des amerikanischen Zweizylinders, das niemand sonst mit so viel Aufrichtigkeit bietet. Wer weiß, was er sucht, wird von der Street Bob nicht enttäuscht. Sie bestätigt.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS de serie
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
Bewertungen & Kommentare
Noch keine Bewertungen. Seien Sie der Erste!