Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 890 cc
- Leistung
- 114.9 ch @ 10000 tr/min (84.5 kW)
- Drehmoment
- 90.2 Nm @ 7000 tr/min
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 11.5 : 1
- Bohrung × Hub
- 78 x 62.1 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- type diamant en acier
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Système multi-essieux avec double fourche inversée LMW, déb : 110 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 125 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Nissin Ø 298 mm, fixation radiale, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 282 mm, étrier simple piston
- Vorderreifen
- 120/70-15
- Hinterreifen
- 190/55-17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 825.00 mm
- Tankinhalt
- 18.00 L
- Gewicht
- 270.00 kg
- Neupreis
- 17 999 €
Übersicht
Wer erinnert sich noch an die ersten Tests des Niken, als die Journalisten trotz eines Vorderbaus wie eine Lokomotive das Hinterrad anhoben? Diese Zeiten scheinen vorbei zu sein. Mit der Version 900 GT des Jahrgangs 2024 vollzieht Yamaha eine radikale strategische Kehrtwende und verwandelt sein dreirädriges Ufo in eine Reisemaschine. Schluss mit dem nervösen Roadster, der den Beifahrern die Farbe aus dem Gesicht trieb – jetzt steht eine vollwertige Tourenmaschine auf dem Programm, Koffer inklusive.

Die Neupositionierung beginnt beim Motor. Der Dreizylinder wächst auf 890 cm3 und entwickelt 114,9 PS bei 10 000 U/min bei einem Drehmoment von 90,2 Nm, das bereits ab 7 000 U/min anliegt – also 1 500 Touren niedriger als bei der Vorgängergeneration. Eine schwerer ausgelegte Kurbelwelle glättet die Leistungsentfaltung und rundet den Charakter ab. Es geht nicht mehr um nackte Leistungswerte, sondern um Durchzugskraft und müheloses Beschleunigen zu zweit mit voll bepackten Koffern. Der bidirektionale Quickshifter kommt wie gerufen, denn mit 270 kg fahrfertig verlangt die Yamaha Niken 900 GT nach einem feinfühligen Umgang mit dem Sechsganggetriebe, um den Rhythmus zu halten. Vierzig Kilogramm mehr als eine Tracer 9 GT+ – das ist nicht ohne. Das Gewicht der Yamaha Niken 900 GT macht sich im Stand und bei langsamen Manövern deutlich bemerkbar.
Beim Fahrwerk hat Yamaha den Diamantrahmen aus Stahl mit leichteren Rohrquerschnitten verfeinert und den hinteren Stoßdämpfer überarbeitet, der nun über Aluminium-Umlenkhebel statt der ursprünglichen Stahlausführung montiert ist. Die Feder ist neu, die Progression gewinnt an Feinheit. Der Federweg bleibt mit 110 mm vorne und 125 mm hinten überschaubar, passt aber zu einem Motorrad mit einer Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h, das nicht den Anspruch erhebt, zerfurchte Pisten zu verschlingen. Das Ackermann-Vorderradführungssystem mit doppelter Upside-down-Gabel behält seinen Schräglagenwinkel von 45 Grad und seine zwei radial montierten Nissin-Bremsscheiben mit 298 mm Durchmesser. Die Kurvensicherheit ist genau das Killerargument, das Yamaha in den Vordergrund stellt – dasselbe, das Piaggio mit seinen Dreirad-Rollern nutzt, hier jedoch in einer Dimension und einem Leistungsregister umgesetzt, die eine ganz andere Liga darstellen.
Die Ausstattung holt endlich den Preis ein. Ein 7-Zoll-TFT-Display ersetzt das alte Armaturenbrett und bietet Smartphone-Konnektivität, Musik-Streaming und optional kostenpflichtige Garmin-Navigation. Ein Fünf-Wege-Joystick an der linken Armatur steuert das Ganze, ohne den Blick vom Lenker zu nehmen. Vier Fahrmodi – Rain, Road, Sport und Custom – erlauben eine individuelle Abstimmung der Traktionskontrolle, der Schlupfregelung, des Anti-Wheelie-Systems und der ABS-Empfindlichkeit nach Belieben. Heizgriffe, Tempomat, USB-Anschluss hinter der Verkleidung und eine 12V-Steckdose unter dem Sitz vervollständigen das Paket. Die neu gestaltete Sitzbank bietet mehr Halt, und das Windschild ist über 7 cm in der Höhe verstellbar. Die Koffer mit je 30 Litern Volumen öffnen die Tür zu verlängerten Wochenenden – allerdings sollte man beim Durchschlängeln im Stau auf die Breite achten.
Der Preis einer neuen Yamaha Niken 900 GT liegt bei 17 999 Euro – ein saftiger Eintrittspreis angesichts der deutschen GT-Modelle, die das Segment dominieren. Auf dem Gebrauchtmarkt findet man Exemplare von 2021 mit rund 2 500 km für etwa 10 500 Euro, was die Investition für Neugierige relativiert. Die eigentliche Frage bleibt die nach der Zielgruppe. Der Niken GT wird wohl weder den reinen Sportfahrer noch den konservativen Tourenfahrer überzeugen, der an seinem bayerischen Twin hängt. Er spricht eine andere Klientel an – Menschen, die auf die Sicherheit des Vorderradführungssystems Wert legen und bereit sind, das Mehrgewicht zugunsten einer außergewöhnlichen Stabilität bei Nässe oder in unübersichtlichen Kurven zu akzeptieren. Yamaha spielt mit dieser Touring-Mutation seine letzte Karte aus. Sollte die Wette nicht aufgehen, könnte der Niken die Liste jener Konzepte ergänzen, die ihrer Zeit zu kühn voraus waren. Das wäre schade, denn kein anderes Motorrad auf dem Markt bietet diese einzigartige Kombination von Fahrerlebnissen.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS
- Nombre de mode de conduite : 3
- Volume de rangement : 60 litres
- Taille de l'écran TFT couleur : 17,78 cm / 7 pouces
- Jantes aluminium
- Shifter
- Béquille centrale
- Indicateur de vitesse engagée
- Régulateur de vitesse
- Prise USB
- Contrôle de traction
- Poignées chauffantes
- Pare brise réglable
- Valises
- Embrayage anti-dribble
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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