Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 749 cc
- Leistung
- 126.0 ch @ 12500 tr/min (92.7 kW)
- Drehmoment
- 73.5 Nm @ 10500 tr/min
- Motortyp
- 4 cylindres en ligne, 4 temps
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 12:1
- Bohrung × Hub
- 73.8 x 43.8 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- treillis en tubes d'acier au chrome molybdène
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 50 mm, déb : 118 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 120 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 310 mm, étrier 6 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 210 mm, étrier 4 pistons
- Vorderreifen
- 120/65-17
- Hinterreifen
- 190/50-17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 805.00 mm
- Tankinhalt
- 19.00 L
- Trockengewicht
- 185.00 kg
- Neupreis
- 14 700 €
Übersicht
Wenn Massimo Tamburini ein Motorrad zeichnet, gibt es nichts zu diskutieren – es gibt nur zu bewundern. Derselbe Mann, der die Ducati 916 und die MV Agusta F4 entworfen hat, legte sein Lineal an die Brutale an, und das sieht man an jeder Kurve des Tanks, an jedem Schnitt der Sitzbank, an jedem Millimeter dieses Chrom-Molybdän-Gitterrahmens, der frei atmet, ohne Verkleidung, die ihn verbergen könnte. Die Hülle einer F4 abzustreifen und daraus ein nacktes Roadster zu machen – ein gewagtes Unterfangen. Tamburini hat es gewonnen.

Technisch ist die Verwandtschaft mit der F4 direkt: gleiche Motorbasis, Reihenvierzylinder mit 749 cc, kurze Bohrung von 73,8 mm bei einem Hub von 43,8 mm, Verdichtungsverhältnis 12:1, vier Ventile pro Zylinder. Der Luftfilterkasten unterscheidet sich, was die Leistung auf 126 PS bei 12.500 U/min begrenzt – einige PS weniger als die Supersport, von der sie abstammt. Das Drehmoment erreicht seinen Höchstwert bei 73,5 Nm bei 10.500 U/min, Werte, die bereits alles sagen: Dieser Motor lebt in hohen Drehzahlen, nicht im unteren Bereich. Mit 185 kg Trockengewicht und einer Sitzhöhe von 805 mm hält die Brutale die Balance zwischen Trackday-Spielzeug und urbanem Roadster, ohne vollständig zu einem der beiden Lager zu gehören.
Der Startvorgang gibt den Ton vor. Der Vierzylinder erwacht mit einer Nervosität, die japanische Roadster derselben Epoche schlicht nicht kennen. Zwischen 4.000 und 10.000 U/min fehlt dem Motor Substanz, er zögert, er sucht. Dann hebt sich der Vorhang. Darüber hinaus löst jeder Millimeter Gasgriff einen Drehzahlanstieg aus, der den Atem verschlägt, und der Begrenzer bei 13.000 U/min ruft zur Ordnung, bevor man das Schalten völlig vergisst. Das Sechsganggetriebe ist trocken im Einraster, aber präzise und gut abgestuft. Das ultrasteife Fahrwerk verlangt physischen Einsatz beim Richtungswechsel: Diese Maschine fährt man nicht mit der Sanftheit eines Touristen – man führt sie, man arbeitet mit ihr. Sie ist eine Sportlerin im Roadster-Gewand, nicht umgekehrt.

Die Bremsanlage entspricht dem Temperament: zwei 310-mm-Scheiben, gebissen von Sechs-Kolben-Sätteln vorne, eine 210-mm-Scheibe mit Vier-Kolben-Sattel hinten. Die 50-mm-Upside-down-Gabel schluckt Stöße mit Autorität. Der hintere Einarmschwinge – dieses Skulpturstück, das die Sternfelge mit ihrer Zentralmutter freilegt – ist für sich allein eine Kaufrechtfertigung für Liebhaber mechanischer Ästhetik. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h hat die Brutale ihren Tag eindeutig noch nicht beendet.

Bleibt die unbequeme Frage. Für 14.700 Euro beansprucht die MV Agusta 750 S Brutale keine Vernunft für sich. Der Verbrauch schwankt je nach Umgang mit den verfügbaren 126 PS zwischen 9 und 12 Litern auf hundert Kilometern – und die ehrliche Antwort ist, dass man sie oft ausnutzt. Die Reifen, hinten ein Pirelli 190/50-17, verschleißen schnell, wenn man sich amüsiert. Der Komfort ist der einer Sportlerin, nicht eines vielseitigen Roadsters. Im Vergleich zu einer Ducati Monster S4R oder einer Aprilia Tuono derselben Epoche ist die Brutale weniger zugänglich, weniger alltagstauglich und wartungsintensiver. Sie ist kein Motorrad für jeden, und sie versucht es auch nicht zu sein. Sie ist ein italienisches Goldschmiedestück für Enthusiasten, die ihre Launen im Tausch gegen Erlebnisse akzeptieren, die die Konkurrenz schlicht nicht reproduzieren kann. Manche Käufe lassen sich nicht mit der Tabellenkalkulation rechtfertigen.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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