Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 749 cc
- Leistung
- 126.0 ch @ 12500 tr/min (92.7 kW)
- Drehmoment
- 73.5 Nm @ 10500 tr/min
- Motortyp
- 4 cylindres en ligne, 4 temps
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 12:1
- Bohrung × Hub
- 73.8 x 43.8 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- treillis en tubes d\'acier au chrome molybdène
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 50 mm, déb : 118 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 120 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 310 mm, étrier 6 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 210 mm, étrier 4 pistons
- Vorderreifen
- 120/65-17
- Hinterreifen
- 190/50-17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 805.00 mm
- Tankinhalt
- 19.00 L
- Trockengewicht
- 185.00 kg
- Neupreis
- 14 700 €
Übersicht
Massimo Tamburini hat keine Motorräder gezeichnet. Er hat Objekte gemeißelt, die auf die richtige Art wehtun. Der Mann hinter der Ducati 916 und der MV Agusta F4 brachte 2003 ein Geschöpf der besonderen Art hervor: die Brutale 750 S, ein Roadster, der aus der F4 geboren wurde, aber verkleidungslos, offen, unverblümt. Der Gitterrahmen aus Chrom-Molybdän-Stahl ist sichtbar, strukturell und zugleich schön. Der Reihenvierzylinder mit 749 cc thront im Zentrum wie ein Stück industriellen Schmucks. Die umgekehrte Gabel mit 50 mm Durchmesser, die Sechskolben-Bremszangen, die 310-mm-Scheiben beißen, der Einarmschwinge mit einem 190/50-17-Hinterrad, gesichert durch eine Zentralmutter – jedes Element scheint ebenso zum Anschauen wie zum Gebrauchen platziert worden zu sein.

Man muss von Anfang an ehrlich sein. Auf diesem direkt von der F4 übernommenen Sattel – Sitzhöhe 805 mm – hat die Sitzposition nichts von einem entspannten Stadtreiter. Der Rahmen ist kompakt, beinahe einschüchternd in seiner Konzentration, und das sehr steife Fahrwerk verlangt, entschieden gefahren zu werden, mit Überzeugung, ohne Zögern in Kurven. Das ist keine Maschine, die man mit den Fingerspitzen lenkt. Man wirft sie, entscheidet für sie, befiehlt ihr. Verglichen mit einer Triumph Speed Triple oder einer Ducati Monster jener Ära zeigt die Brutale ein deutlich radikaleres Temperament, näher an einer entfesselten Superbike als an einem vielseitigen Roadster.
Das Starten gibt den Ton vor. Der 749-cc-Vierzylinder erwacht mit einer Nervosität, die seinen sportlichen Ursprung verrät – der Drehzahlmesser dreht bei der kleinsten Gasbewegung durch. Die Aufwärmphase spürt man eher an den Knien als am Cockpit, und wenn der Motor seine 100 Grad erreicht, versteht man die Formel. Zwischen 4.000 und 10.000 Touren muss man ein spürbares Drehmomenloch eingestehen, eine Zone, in der der Motor wenig überzeugt. Doch darüber hinaus verwandeln die 126 PS bei 12.500 U/min und die 73,5 Nm Drehmoment bei 10.500 U/min die Maschine in etwas, das sich nüchtern kaum beschreiben lässt. Der Begrenzer greift bei 13.000 U/min ein, und das Sechsganggetriebe, trocken aber gut abgestuft, verkraftet die Lastwechsel mit Ernsthaftigkeit. Die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h ist kein leeres Versprechen.

Die Kehrseite dieser Intensität lässt sich konkret beziffern. Zwischen 9 und 12 Litern auf 100 km je nach Fahrerlaune garantiert der 19-Liter-Tank keine beruhigende Reichweite. Der Pirelli 190/50-17 hinten hält bei zügiger Fahrweise keine 4.000 km durch. Die italienische Mechanik hat ihre Gewohnheiten, darunter ein Motor, der nach längerer Fahrt bei hoher Drehzahl gefolgt von einem längeren Stillstand schnell überhitzt. Bei 14.700 Euro schließt der Eintrittspreis Unentschlossene bereits aus, und der Verbrauch an Verschleißteilen verzeiht keine Budgetleichtsinne. Dieses Motorrad richtet sich an ein erfahrenes Publikum, das bereits auf sportlichen Maschinen ausgebildet wurde und den Kompromiss zwischen eingeschränktem Alltagseinsatz und maximalem Fahrspaß bewusst akzeptiert.

Dennoch hält das rationale Argument dem Objekt gegenüber nicht lange stand. 185 kg trocken bei 126 PS – dieses Verhältnis ordnet die Brutale für 2003 in eine sehr eng gefasste Kategorie ein. Tamburini besaß diese seltene Fähigkeit, einer Mechanik eine ästhetische Präsenz zu verleihen, die über die Funktion hinausgeht, und die Brutale 750 S ist die finanziell zugänglichste Demonstration seines Schaffens. Weder reine Superbike noch zahmer Roadster – sie besetzt ein eigenes Territorium, jenes der Maschinen, die man mit dem Bauch statt mit dem Kopf kauft, und die nur das Portemonnaie enttäuschen.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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