Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 749 cc
- Leistung
- 126.0 ch @ 12500 tr/min (92.7 kW)
- Drehmoment
- 73.5 Nm @ 10500 tr/min
- Motortyp
- 4 cylindres en ligne, 4 temps
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 12:1
- Bohrung × Hub
- 73.8 x 43.8 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- treillis en tubes d\'acier au chrome molybdène
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 50 mm, déb : 118 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 120 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 310 mm, étrier 6 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 210 mm, étrier 4 pistons
- Vorderreifen
- 120/65-17
- Hinterreifen
- 190/50-17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 805.00 mm
- Tankinhalt
- 19.00 L
- Trockengewicht
- 185.00 kg
- Neupreis
- 14 700 €
Übersicht
Wenn Massimo Tamburini seinen Bleistift auf ein leeres Blatt setzt, gleicht das Ergebnis nichts anderem. Der Mann, der die Ducati 916 und dann die MV F4 gezeichnet hat, brachte 2004 einen Roadster zur Welt, der eher einer Skulptur als einem Industrieprodukt gleicht. Die Brutale 750 S ist die F4, die man entblößt hat – sichtbares Chrom-Molybdän-Gitterrohrrahmen, Vierzylinderblock von allen Seiten sichtbar, und dieser Einarmige Hinterradschwinge, die den Blick auf sich zieht wie ein Museumsstück. Die Verkleidung einer Superbike abzunehmen, um einen Roadster daraus zu machen – die Idee klingt auf dem Papier einfach. Hier ist das Ergebnis von einer formalen Kohärenz, die nur wenige Hersteller annähernd erreicht haben.

Noch bevor man den Schlüssel dreht, umkreist man sie. Die 50-mm-Upside-down-Gabel dominiert auf Anhieb, flankiert von zwei 310-mm-Scheiben, die von Sechs-Kolben-Bremssätteln gepackt werden. Der doppelte Auspuffausgang auf der rechten Seite gibt den Blick frei auf eine Sternfelge, die mit zentraler Mutter am Einarmigen Hinterradschwinge befestigt ist. Der 19-Liter-Tank und die Sitzbank, mit nahezu chirurgischer Präzision geformt, verleihen dem Ganzen eine zurückgehaltene Aggressivität, die nie vulgär wirkt. Das angegebene Trockengewicht von 185 kg bleibt für eine Maschine dieses Kalibers vertretbar, und die Sitzhöhe von 805 mm passt zu einem durchschnittlichen Fahrer ohne besondere Schwindelbeschwerden.
Beim Starten weckt der 749-cc-Vierzylinder die Nachbarschaft. Der Vierventilkopf pro Zylinder mit einem Verdichtungsverhältnis von 12:1 und einem kurzen Hub von 43,8 mm kündigen die Marschrichtung an, noch bevor der erste Gang eingelegt ist. Die 126 PS liegen bei 12.500 U/min an, das Drehmoment von 73,5 Nm manifestiert sich bei 10.500 Touren. Diese Zahlen spiegeln eine klare Philosophie wider: Dieses Motorrad lebt in hohen Drehzahlen. Unterhalb von 7.000 Touren knurrt es, überzeugt aber nicht. Das Drehmomentloch zwischen 4.000 und 10.000 U/min ist real, dokumentiert, bewusst akzeptiert. Jenseits dieser Schwelle verändert die Brutale ihr Wesen, der Vierzylinder schreit, das Sechsganggetriebe rastet knackig ein, und die angezeigten 250 km/h auf dem Tacho erscheinen nicht mehr wie ein Wunschtraum.

Das äußerst steife Fahrwerk verlangt einen Fahrstil, der nicht dem eines gewöhnlichen Roadsters entspricht. Vergessen Sie die Geschmeidigkeit einer Triumph Speed Triple oder die Vielseitigkeit einer Suzuki GSR 750 der nächsten Generation. Hier schwingt sich das Motorrad mit Nachdruck, es fordert ein klares körperliches Engagement, eine echte Fahrintention. Es ist eine verkleidete Sportmaschine, die als Roadster verkleidet ist – nicht umgekehrt. In der Stadt erinnert die Motorwärme an den Knien an die Rennstreckenursprünge des Projekts, und das Überhitzen im Kaltbetrieb nach einer schnellen Überlandfahrt ist ein typischer Schwachpunkt dieser italienischen Mechanik, den man einkalkulieren muss. Der Verbrauch zwischen 9 und 12 Litern auf 100 km ist keine Nebensächlichkeit, ebenso wenig wie der schnelle Verschleiß des hinteren Pirelli 190/50-17-Reifens.

Für 14.700 Euro erhebt die Brutale 750 S keinen Anspruch darauf, ein rationaler Kauf zu sein. Sie richtet sich nicht an Anfänger, nicht an Freunde von Reisekomfort und noch weniger an jene, die die Kilometerkosten von Verschleißteilen berechnen. Ihr Publikum ist der Enthusiast, der die Kompromisse eines Motorrads akzeptiert, das in erster Linie als Objekt der Begierde konzipiert wurde – der fährt und dabei weiß, dass er eine komplizierte Beziehung zu etwas unterhält, das schön genug ist, um die Opfer zu rechtfertigen. Im Segment der Vierzylinder-Roadster Mitte der 2000er Jahre bot niemand etwas formal so Ausgereiftes – nicht einmal die Japaner mit ihren vernünftigeren Lösungen. Die Brutale besitzt diese seltene Gabe, nicht zu altern: Zwanzig Jahre später sind ihre Linien unverändert, und das ist womöglich ihr stärkstes Argument.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
Bewertungen & Kommentare
Noch keine Bewertungen. Seien Sie der Erste!