Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 744 cc
- Leistung
- 48.0 ch @ 6200 tr/min (35.3 kW)
- Drehmoment
- 60.8 Nm @ 2800 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en V transversal à 90°, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Verdichtungsverhältnis
- 10.2 : 1
- Bohrung × Hub
- 80 x 74 mm
- Ventile/Zylinder
- 2
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 38 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau tubulaire en acier
- Getriebe
- boîte à 5 rapports
- Endantrieb
- Cardan
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléscopique Ø 40 mm, déb : 130 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux, déb : 118 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 320 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 260 mm
- Vorderreifen
- 100/90-18
- Hinterreifen
- 130/80-17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 805.00 mm
- Tankinhalt
- 22.00 L
- Gewicht
- 198.00 kg
- Trockengewicht
- 182.00 kg
- Neupreis
- 7 899 €
Übersicht
Wer erinnert sich noch an die V7 Classic? Mandello del Lario hat sie stillschweigend in die Garage gestellt, um Platz für ihre Nachfolgerin zu schaffen, die Moto Guzzi V7 750 Stone, Jahrgang 2013. Der Name ist bei Guzzi nicht neu, er zierte einst die Flanken der California in ihrer puristischsten Ausführung. Die Botschaft ist klar: Zurück zu den Grundwerten. Dunkles Kleid, Speichenfelgen, Gabelfaltenbalge und ein auf 22 Liter gewachsener Tank. Die Stone positioniert sich als Einstieg in eine V7-Palette, zu der auch die Special mit stärker ausgearbeitetem Vintage-Look und die sportlicher ausgelegte Racer gehören. Mit 7 899 Euro bleibt die Rechnung für eine Italienerin mit derart gewichtigem Stammbaum überschaubar.

Unter dem Tank hat der quer eingebaute 90°-V-Twin mit 744 cm3 eine gründliche Frischzellenkur erhalten. Die Rede ist von 70 % überarbeiteten Teilen. Neue Kolben, überarbeitete Kolbenringe, neu gestaltete Brennräume, eine neu konzipierte Ansaugung rund um einen einzelnen 38-mm-Einspritzkörper, der beide Zylinder über einen Y-Sammler versorgt. Die Verdichtung steigt auf 10.2:1 und jeder Zylinder erhält seine eigene Lambdasonde. Das Ergebnis liest sich im Datenblatt: 48 PS bei 6 200 U/min und 60,8 Nm Drehmoment ab 2 800 Touren. Nichts Vulkanisches auf dem Papier, aber der Guzzi-Charakter ist da, mit dem typischen seitlichen Schwanken bei jedem Gassstoß und einer Durchzugskraft im unteren Drehzahlbereich, die das Fahren in der Stadt und auf Landstraßen ausgesprochen angenehm macht. Auch das Fünfganggetriebe schaltet nun sanfter. Der Kardanantrieb bleibt ein handfestes Argument für alle, die es leid sind, jeden Wochenende eine Kette zu schmieren.
Beim Fahrwerk setzt die Moto Guzzi V7 750 Stone auf Schlichtheit: ein Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen, eine 40-mm-Telegabel mit 130 mm Federweg, zwei Federbeine hinten mit 118 mm. Nichts Raffiniertes. Die Bremsanlage besteht aus einer einzelnen vorderen 320-mm-Scheibe mit Vierkolben-Sattel, ergänzt durch eine 260-mm-Scheibe hinten. Für eine Maschine mit 198 kg fahrfertig reicht das, solange man beim Bremsen nicht den Helden spielt. Die Sitzhöhe von 805 mm nimmt durchschnittliche Staturen problemlos auf. Mit 170 km/h Spitze erhebt die Stone keinen Anspruch, einer Triumph Bonneville bei der reinen Leistung Konkurrenz zu machen, aber die Kawasaki W800 kann es kaum besser und bringt mehr Gewicht auf die Waage.
Das eigentliche Spielfeld dieser V7 ist die schlichte Freude. Die der kleinen kurvenreichen Straßen in menschlichem Tempo, des täglichen Arbeitswegs, der zum Moment der Entspannung wird statt zur lästigen Pflicht. Sie richtet sich an den Motorradfahrer, der Charakter ohne Komplexität sucht, eine ehrliche Mechanik statt einen Elektronik-Katalog. Der A2-Führerschein öffnet ihr ebenfalls die Arme, denn die 48 PS liegen exakt an der gesetzlichen Grenze, was sie zu einem glaubwürdigen ersten Motorrad für Fahranfänger macht, die etwas anderes wollen als einen genormten japanischen Roadster. Erfahrenere Fahrer finden in ihr das ideale Zweitmotorrad, das man am Sonntag ohne Druck aus der Garage holt.
Guzzi spielt hier eine clevere Karte. Statt der Technik hinterherzulaufen, setzt die lombardische Firma auf ihr Erbe und ein Preis-Spaß-Verhältnis, das im Neo-Retro-Segment schwer zu schlagen ist. Die Stone macht nicht alles richtig, ihre Bremsanlage hätte eine zweite Scheibe vorne verdient und dem Fünfganggetriebe fehlt ein sechster Gang auf der Autobahn. Aber sie besitzt dieses unbeschreibliche Etwas, das einen dazu bringt, noch ein letztes Mal hinzuschauen, bevor man die Garagentür schließt. Und das kann weder ein Datenblatt noch ein Zahlenvergleich messen.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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