Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 745 cc
- Leistung
- 41.0 ch @ 5600 tr/min (30.2 kW)
- Drehmoment
- 51.0 Nm @ 4000 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre à plat, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Bohrung × Hub
- 78 x 78 mm
- Ventile/Zylinder
- 2
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- tubulaire double berceau
- Getriebe
- boîte à 4 rapports
- Vorderradaufhängung
- fourche à balancier et à amortisseurs hydrauliques verticaux à 5 positions
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage Brembo
Abmessungen
- Tankinhalt
- 19.00 L
- Trockengewicht
- 363.00 kg
- Neupreis
- 19 800 €
Übersicht
Motorrad: Ural 750 Octobre rouge II - KRASNYJ OKTJABR II (2021)

Wenn ein legendärer Schauspieler im Oktober seinen letzten Auftritt feiert und ein russischer Hersteller wenige Wochen später eine limitierte Edition mit dem Namen "Octobre rouge II" auf den Markt bringt, nimmt der Zufall Züge eines Hollywood-Szenarios an. Sean Connery, der Ende Oktober 2020 verstorben ist, war nicht nur der Mann mit den tadellosen Smoking und der Walther PPK. Er verkörperte Marko Ramius, den Kommandanten des sowjetischen Atom-U-Boots in "Jäger der verlorenen Seelen". Ural hat diese Koincidence ergriffen und in eine mechanische Hommage verwandelt. Das ist die Art von Storytelling, die man sich nicht ausdenken kann.
Die visuelle Rezeptur greift die der ersten Edition auf, die 2010 lanciert wurde: eine komplett blutrote Lackierung, unterbrochen von schwarzen Flächen auf Motor, Schalldämpfern, Lenker, Rädern, Stoßdämpfern und Scheinwerferhaltern. Der Kontrast ist brutal, fast propagandistisch. Die definitive Signatur findet sich auf dem Seitenkorb, wo Name der Marke und Modell in kyrillischer Schrift angebracht sind. Keine Subtilität, keine Verzierungen, sondern eine reine Aussage zur Zugehörigkeit zu einer bestimmten Idee des Ostens.
Doch diese zweite Version beschränkt sich nicht darauf, die alte wieder zu lackieren. Sie verfügt über Handgriffe mit fünf Heizstufen, LED-Scheinwerfer, einen beheizbaren Sitz für den Sozius im Seitenkorb und eine KEIS J501 Heizweste, die im Lieferumfang enthalten ist. Die Stromversorgung für all dieses Zubehör erfolgt über zwei USB-Anschlüsse und eine 12-V-Buchse, die in einem Gehäuse untergebracht sind, das auch als Sicherungshalter dient. Die Integration ist rudimentär, das ästhetische Ergebnis ist fragwürdig, aber der Zugang für Wartung oder Reparatur ist unmittelbar. Das ist genau das, was man von einem Ural erwartet: Funktionalität geht vor Raffinesse, manchmal auf Kosten des Aussehens.
Unter dem Rot befindet sich der 745 cm³-Boxermotor, quadratisch mit einem Bohrung- und Kolbenhub von 78 x 78 mm, der 41 Pferde bei 5.600 U/min und 51 Nm Drehmoment bei 4.000 U/min leistet. Mit 363 Kilo auf der Waage sollte man keine dynamischen Wunder erwarten: Die angegebenen 100 km/h sind eine Obergrenze, keine Versprechen. Das Vierganggetriebe, die fünfstelligen hydraulischen Stoßdämpfer, die Schwinggabel, die Brembo-Bremsen – all das bildet eine ehrliche Einheit für eine Maschine, deren Berufung nie reine Leistung war. Der Ural ist dafür gemacht, überall hin zu fahren, wenn nötig langsam, aber überall hin. Die Zuverlässigkeit hingegen ist ein lebhaft diskutiertes Thema in Kreisen von Eingeweihten.
Zwanzig Exemplare, das ist die komplette Serie. Der angegebene Preis von 19.800 Euro platziert diese Edition 4.000 Euro über dem Basis CT. Und da fällt die Stimmung etwas ab. Die erste Version von Octobre rouge kostete vor zehn Jahren deutlich weniger. Die Inflation hat ihre Arbeit getan und die Prämie für limitierte Serien ihren Dienst. Der Käufer sucht hier nicht ein vielseitiges Motorrad zum besten Preis-Leistungs-Verhältnis, sondern kauft ein Sammlerstück, ein kulturelles Manifest auf drei Rädern. Das am Heck des Seitenkorbs befestigte Überlebenskit, verziert mit der Sichel und dem Hammer, mit seinem Kaugummi, seiner Sardinenbüchse und seiner Wodkaflasche, sagt alles über die Denkweise von Ural aus. Dieser Hersteller verkauft Humor, Geschichte und Einzigartigkeit. Für 19.800 Euro ist das ein teures Lächeln. Aber einige werden es trotzdem kaufen, und wir verstehen sie.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : no
- Poignées chauffantes
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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