Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 744 cc
- Leistung
- 49.0 ch @ 6800 tr/min (36.0 kW)
- Drehmoment
- 54.9 Nm @ 3600 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en V transversal à 90°, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Verdichtungsverhältnis
- 9.6 : 1
- Bohrung × Hub
- 80 x 74 mm
- Ventile/Zylinder
- 2
- Kraftstoffsystem
- Injection électronique Marelli
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau tubulaire en acier
- Getriebe
- boîte à 5 rapports
- Endantrieb
- Cardan
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléscopique Ø 40 mm, déb : 130 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux, déb : 118 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 320 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 260 mm
- Vorderreifen
- 100/90-18
- Hinterreifen
- 130/80-17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 805.00 mm
- Tankinhalt
- 17.00 L
- Gewicht
- 198.00 kg
- Trockengewicht
- 182.00 kg
- Neupreis
- 8 290 €
Übersicht
Wenn Mandello del Lario beschließt, in seinen Archiven zu stöbern, hat das Ergebnis stets diesen besonderen Geschmack, den andere Hersteller nur schwer nachahmen können. Die Moto Guzzi V7 750 Classic, Jahrgang 2010, reiht sich in eine Retro-Welle ein, in der Triumph seine Bonneville wiederbelebte und Kawasaki mit der W 650 die britische Karte spielte. Doch wo die Konkurrentinnen sich einen Stil borgen, beansprucht die V7 ein Erbe. Der Name selbst verweist direkt auf die Linie der V7 aus den 60er- und 70er-Jahren, jene Maschinen, die die Legende der Marke mit dem Adler begründeten. Dies ist keine Stilübung auf moderner Basis. Es ist ein Motorrad, das seine Abstammung voll und ganz annimmt, bis hin zu seinen konservativsten technischen Entscheidungen.

Unter dem 17-Liter-Tank findet sich der quer eingebaute 90-Grad-V-Twin wieder, seit Jahrzehnten das Markenzeichen des Hauses. Dieser von der Breva übernommene 744-cm³-Motor leistet 49 PS bei 6800 U/min und vor allem 54,9 Nm Drehmoment bereits ab 3600 Touren. Die Zahlen lassen auf dem Papier nicht gerade träumen, das stimmt. Aber dieser Motor wird nicht nach roher Leistung beurteilt. Man genießt ihn in der Geschmeidigkeit seines Ansprechverhaltens, in diesem leichten seitlichen Wiegen beim Gangwechsel, in dieser Mechanik, die unter dem Fahrer lebt. Der Kardanantrieb vollendet die Positionierung dieser V7 auf der Seite jener Motorräder, die man des Fahrens wegen besteigt, nicht wegen des Ziels. Mit ihren 198 kg fahrfertig und dem 5-Gang-Getriebe versucht sie nicht, in der Liga der Sportlichen mitzuspielen. Sie zieht ihre Bahn, im wahrsten Sinne des Wortes.
Das Fahrwerk bleibt der Gesamtphilosophie treu. Ein Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen, eine 40-mm-Telegabel mit 130 mm Federweg, zwei Federbeine hinten. Die Bremsanlage setzt auf eine 320-mm-Scheibe mit Vierkolben-Sattel vorne und eine 260-mm-Scheibe hinten. ABS steht bei diesem Jahrgang nicht auf dem Programm, was angesichts einer Bonneville, die diese Option bereits anbot, langsam veraltet wirkt. Die auf 805 mm angesetzte Sitzbank bleibt für die meisten Staturen erreichbar, und die Speichenräder mit den Dimensionen 100/90-18 und 130/80-17 vervollständigen ein entschieden klassisches Gesamtbild. Die Moto Guzzi V7 750 Classic macht keine falschen Versprechen. Was man sieht, ist das, was man bekommt.
Zum Preis von 8 290 Euro im Jahr 2010 positionierte sich die V7 als direkte Konkurrentin der Triumph Bonneville – etwas günstiger, aber auch etwas weniger leistungsstark. Gegenüber der Kawasaki W 800, die zur selben Zeit auf den Plan trat, setzte sie einen grundlegend anderen Motorcharakter entgegen. Der quer liegende V-Twin gegen den Reihenzweizylinder, Kardan gegen Kette, Italien gegen Japan. Philosophien, die gegensätzlicher nicht sein könnten und dennoch denselben Motorradfahrer ansprechen. Jenen, der eine einfache, ehrliche Maschine will, gemacht für die Landstraßen am Sonntagmorgen statt für die Autobahn. Die Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h bestätigt, dass das Revier dieser V7 deutlich unterhalb des Tachoendes liegt.
Diese Classic richtet sich an Motorradfahrer, die das PS-Wettrüsten hinter sich gelassen haben. Dank ihrer 49 PS für Inhaber des A2-Führerscheins zugänglich, kann sie sowohl einen Fahranfänger ansprechen, der vom Vintage-Stil angezogen wird, als auch einen erfahrenen Piloten auf der Suche nach einem anspruchslosen Zweitmotorrad. Ihr größter Schwachpunkt bleibt eine für die damalige Zeit etwas karge Ausstattung, insbesondere das Fehlen einer Integralbremse oder eines ABS. Ihr größter Trumpf ist genau das: nicht zu viel sein zu wollen. Ein Motorrad, das nach ehrlicher Mechanik duftet und nach Kurven, die man ohne Eile nimmt.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
Bewertungen & Kommentare
Noch keine Bewertungen. Seien Sie der Erste!