Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1811 cc
- Leistung
- 74.0 ch (54.4 kW)
- Drehmoment
- 138.3 Nm @ 2600 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en V à 49°, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Verdichtungsverhältnis
- 9.5 : 1
- Bohrung × Hub
- 101 x 113 mm
- Ventile/Zylinder
- 2
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- en aluminium moulé
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Courroie
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique Ø 46 mm, déb : 119 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 114 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 300 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 300 mm, étrier 4 pistons
- Vorderreifen
- 130/90-16
- Vorderreifendruck
- 2.48 bar
- Hinterreifen
- 180/60-16
- Hinterreifendruck
- 2.83 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 673.00 mm
- Tankinhalt
- 21.00 L
- Trockengewicht
- 392.00 kg
- Neupreis
- 29 900 €
Übersicht
Als Polaris Anfang 2017 beschloss, Victory zu begraben und voll auf Indian zu setzen, musste das erste Modell aus dieser Strategie ein starkes Zeichen setzen. Die Indian Roadmaster Classic erfüllt diesen Auftrag mit einem cleveren Ansatz: das Flaggschiff der Modellpalette nehmen, ihm seine Schicht aus Plastik-Flitter entfernen und es von Kopf bis Koffer in Leder kleiden. Das Ergebnis ist ein Touring-Dampfer, der sein amerikanisches Erbe voll und ganz auslebt, ohne sich hinter übermäßigem Chrom zu verstecken. Eine ästhetische Wette, die einen Blick wert ist, auch wenn der Einstiegspreis von 29 900 Euro ein solides finanzielles Engagement erfordert.

Unter diesem Kleid aus gegerbtem Leder steckt der V-Twin Thunder Stroke 111 mit 1811 cc, ein Zweizylinder mit 49 Grad Zylinderwinkel, der nicht den Pferdestärken hinterherjagt. Mit 74 PS ist man weit entfernt von den Werten einer Sportmaschine, und Kritiker werden nicht müde, dies hervorzuheben. Doch das heißt, das Wesentliche zu übersehen: die 138 Nm Drehmoment, die bereits ab 2600 U/min zur Verfügung stehen. Dieser Motor lebt einzig für den Zwischensprint, den sanften Gasstoß am Kurvenausgang, den kraftvollen Schub auf der Autobahn. Das Sechsganggetriebe und der Riemenantrieb erledigen den Rest, mit einer Laufruhe, die perfekt zum Grand-Touring-Programm passt. Bei 180 km/h abgeregelt ist sie kein Geschoss, aber niemand kauft eine Roadmaster, um Bestzeiten zu jagen. Wer auf dem Gebrauchtmarkt nach der Indian Roadmaster Classic 2018 oder der Indian Roadmaster Classic 2019 sucht, findet dieselbe mechanische Basis vor, nahezu unverändert.
Was die Classic wirklich von ihrer großen Schwester unterscheidet, ist die komplett aus dickem Leder gefertigte Gepäckausstattung, die darauf ausgelegt ist, Regen und Kilometer zu verkraften, ohne sich zu verformen. Die beiden Seitenkoffer schlucken jeweils etwas mehr als 30 Liter, das Topcase fasst 60 Liter – genug, um zwei Integralhelme unterzubringen und zu zweit aufzubrechen, ohne sich Fragen stellen zu müssen. Dieser Koffer lässt sich in wenigen Sekunden abnehmen, um vom Touring-Modus zum Bagger-Stil zu wechseln – eine willkommene Flexibilität. Der Sattel aus gealtertem havannafarbenem Leder, mit verchromten Nieten versehen, schafft ein Retro-Ambiente, das durch die Fransen und das tropfenförmige Logo auf dem 21-Liter-Tank verstärkt wird – ein historisches Design, das auf den modernen Indian nie zuvor verwendet wurde.
Bei der Ausstattung entspricht die Serienbestückung der eines Luxusliners: ABS, Tempomat, unabhängig regelbare Heizgriffe und Heizsitze mit zehn Stufen, elektrische Windschutzscheibe, schlüsselloser Start, Voll-LED-Beleuchtung, Ride Command Multimediasystem mit 17,8-cm-Touchscreen inklusive GPS, 100-Watt-Audiosystem und Reifendrucküberwachung. Man kann sogar die Höhenlage ablesen, was bei Alpenpässen nützlich sein dürfte. Das Fahrwerk mit einer 46-mm-Telegabel und einem Mono-Federbein hinten erhebt nicht den Anspruch, mit der Semiaktivfederung einer BMW K 1600 zu konkurrieren, schluckt aber Fahrbahnunebenheiten trotz der 392 kg Trockengewicht ordentlich. Die Harley-Davidson Road Glide Ultra bleibt die natürliche Rivalin, aggressiver im Design, während die Indian Roadmaster Classic 2020 auf dezente Eleganz setzt.
Das eigentliche Thema ist das Gewicht. Knapp 400 kg trocken lassen sich auf offener Straße beherrschen, verwandeln aber jedes Rangieren bei niedriger Geschwindigkeit in eine Geduldsprobe. Die niedrige Sitzhöhe von 673 mm hilft glücklicherweise, die Füße sicher auf den Boden zu bekommen. Wer nach einer Indian Roadmaster Classic Gebraucht sucht, sollte diesen Punkt bei der Probefahrt unbedingt prüfen: Man braucht einen starken Rücken und ein Minimum an Erfahrung, um dieses Format zu bändigen. Sie ist eindeutig kein Anfängermotorrad und auch nichts für den leichten Reisenden. Sie ist das Gefährt des Langstreckenfahrers, der absoluten Komfort, maximale Ausstattung will und bereit ist, den Preis zu zahlen – in Euro wie in Muskelkraft –, um auf einem Stück amerikanischer Geschichte zu fahren.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS de série
- Bluetooth
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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