Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 899 cc
- Leistung
- 120.0 ch @ 10000 tr/min (88.3 kW)
- Drehmoment
- 77.5 Nm @ 8500 tr/min
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 12.5 : 1
- Bohrung × Hub
- 88 x 49.2 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 53 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- treillis en tube d'acier relié à des éléments de fonderie
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 50 mm, déb : 120 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 120 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 320 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 240 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 120/70-17
- Vorderreifendruck
- 2.40 bar
- Hinterreifen
- 190/50-17
- Hinterreifendruck
- 2.50 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 830.00 mm
- Tankinhalt
- 16.00 L
- Trockengewicht
- 205.00 kg
- Neupreis
- 12 125 €
Übersicht
Im Benelli-Katalog von 2014 zu stöbern, bedeutete, sich auf vermintes Terrain zwischen Verlangen und Vernunft zu begeben. Die TnT 1130 hatte den Ruf eines Kaltblüters, der einem die Halswirbel verdrehen konnte, bevor man auch nur die Hälfte des Drehzahlmessers erreicht hatte. Als die Firma aus Pesaro ihre 899-cm³-Version vorstellte, zuckten viele mit den Schultern und sahen darin eine reine Verkaufsoperation. Ein Fehlurteil.

Dieser Dreizylindermotor mit 899 cm³ leistet 120 PS bei 10.000 U/min und 77,5 Nm Drehmoment bei 8.500 U/min. Auf dem Papier klingt das vernünftig, fast zahm. In der Praxis handelt es sich um eine Mechanik, die lebt, die knurrt, die mit einem ausgeprägten Charakter über das gesamte Drehzahlband pulsiert. Der Motor hängt nie wirklich durch, zieht sauber aus niedrigen Drehzahlen und erwacht klar in der Mitte des Drehzahlbereichs, genau dort, wo man ihn fordert. Verglichen mit einer Ducati Monster 821 oder einer Street Triple 675 der damaligen Zeit spielt die Benelli in denselben Roheindruck-Gefilden, mit einem Dreizylinderklang auf Italienisch, der ihr ganz allein gehört. Die elektronische Steuerung mangelt noch an Feinheit bei bestimmten Übergängen, aber das ist ein Defekt, den man schließlich in seinen Fahrstil integriert, fast wie eine Unterschrift.
Das Chassis ist identisch mit dem des großen Bruders 1130: Stahlrohrrahmen mit Gusselementen, 50-mm-Upside-down-Gabel mit 120 mm Federweg, Mono-Stoßdämpfer hinten, doppelte 320-mm-Scheiben vorne, gebissen von Vierkolben-Bremssätteln. Zweihundertfünf Kilogramm vollgetankt auf der Waage, was für die Kategorie akzeptabel bleibt. Der Sattel auf 830 mm verlangt eine angemessene Statur, und die sportlichen Fußrasten verzeihen keine Ungenauigkeiten. Diese Maschine wird mit Einsatz gefahren; sie führt den Anfänger nicht, sie erwartet vom Fahrer, dass er weiß, was er will. Die Massentransfers sind gut beherrscht, die Lenkung präzise ohne nervös zu sein, und das Gesamtpaket flößt Vertrauen ein, sobald man auf kurviger Straße das Tempo erhöht. In der Stadt ist es eine andere Geschichte: Der Wendekreis verlangt Voraussicht, die Motorwärme macht sich bei warmem Wetter bemerkbar, und das völlige Fehlen von Stauraum oder Windschutz erinnert daran, dass diese Maschine keinerlei utilitaristische Bestimmung hat.
Der diskutableste Punkt bleibt die Instrumentierung. Ein analoges Zifferblatt mit einem digitalen Fenster zur Anzeige sekundärer Informationen – das ist funktional, aber für 12.125 Euro durfte man Besseres erwarten. Die japanische Konkurrenz bietet zu diesem Preis deutlich vollständigere Armaturenbretter. Die allgemeine Verarbeitung hat sich gegenüber den ersten Versionen verbessert, mit sorgfältiger gearbeiteten Motorgehäusen und einigen gepflegten Details wie dem vorderen Carbonkotflügel oder den Sattelziernähten. Das ist ein echter Fortschritt, auch wenn das Gesamtpaket noch nicht mit dem Verarbeitungsniveau einer BMW S 1000 R derselben Epoche mithalten kann.
Diese 899 richtet sich klar an einen erfahrenen Fahrer, der Temperament und Originalität sucht, ohne das Budget oder den Wunsch, die 155 PS des 1130 zu beherrschen. Es ist auch eine Möglichkeit für Benelli, in einem hart umkämpften Segment zu existieren, indem man die Karte der Identität statt der Zahlen spielt. Das Motorrad macht beim Charakter keine Kompromisse, entschuldigt sich nicht dafür, anspruchsvoll zu sein, und bietet ein Erlebnis, das wenige Roadster dieser Hubraumklasse beanspruchen können. Für denjenigen, der seine Kompromisse akzeptiert, ist das ein stimmiges und engagiertes Angebot; wer alltägliche Vielseitigkeit sucht, sollte besser anderswo schauen.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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