Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 899 cc
- Leistung
- 120.0 ch @ 10000 tr/min (88.3 kW)
- Drehmoment
- 77.5 Nm @ 8500 tr/min
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 12.5 : 1
- Bohrung × Hub
- 88 x 49.2 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 53 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- treillis en tube d\'acier relié à des éléments de fonderie
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 50 mm, déb : 120 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 120 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 320 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 240 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 120/70-17
- Vorderreifendruck
- 2.40 bar
- Hinterreifen
- 190/50-17
- Hinterreifendruck
- 2.50 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 820.00 mm
- Tankinhalt
- 16.00 L
- Gewicht
- 215.00 kg
- Trockengewicht
- 199.00 kg
- Neupreis
- 9 900 €
Übersicht
Erinnern wir uns an das Jahr 2002, als Benelli wie Phönix aus der Asche mit einer roten Tornado auferstand, die so manchem japanischen Hersteller vor Neid erröten ließ. Dieser transalpine Dreizylindermotor trug etwas Undefinierbares in sich, eine Art zu brüllen, die nur ihm gehörte. Fast zehn Jahre später setzt die TnT 899 Naked Tre dieses Erbe fort – mit einem Hubraum, der nicht zufällig gewählt wurde: Genau auf diesem 900er-Format hat die Wiedergeburt der Marke aus Pesaro ihre Wurzeln geschlagen.

Die TnT existiert bereits in der 1130-cm³-Variante, eine Maschine, die ihren Dienst mit unverhüllter Brutalität verrichtet. Doch 9.900 Euro für 120 PS bei 10.000 U/min und 77,5 Nm Drehmoment bei 8.500 U/min ist eine ganz andere Geschichte. Benelli bringt seinen Fighter unter die symbolische Grenze von 10.000 Euro, ohne ihm dabei sein Bühnenoutfit zu entziehen. Der Stahlrohrrahmen bleibt identisch mit dem großen Bruder, die 50-mm-Upside-down-Gabel mit 120 mm Federweg ist vorhanden, die beiden vorderen 320-mm-Scheiben mit Vierkolbensätteln leisten ganze Arbeit. Gleiche Abmessungen, gleiche 199 kg Trockengewicht. Die Verwandtschaft ist vollständig – und das ist das ehrlichste Verkaufsargument, das man vorbringen kann.
Dieser Dreizylindermotor besitzt eine Persönlichkeit, die japanische Vierzylindermaschinen gleichen Hubraums nicht für sich beanspruchen können. Eine Kawasaki Z900 oder eine Yamaha MT-09 weisen auf dem Datenblatt mehr Leistung aus, doch der Benelli besitzt ein klangliches und vibratorisches Temperament, das jeden Ausritt in ein sinnliches Erlebnis verwandelt. Der Motor lebt unter den Händen, kommuniziert über die Handgelenke, knurrt in den Ohren. Das Motormanagement zeigt in Übergangssituationen bisweilen wenig Feingefühl – eine ausgefeiltere Kennfeldabstimmung wäre wünschenswert gewesen – doch der Nutzungsbereich bleibt breit und großzügig. Der Tacho zeigt 240 km/h als theoretische Höchstgeschwindigkeit an, was die Maschine in ernstem Terrain verortet, ohne in die Extreme des 1130ers abzudriften.
Der Alltag mit dieser Italienerin erfordert einige ehrliche Kompromisse. Die Sitzbank auf 820 mm Höhe grenzt ein mittleres Fahrerfeld aus, die Bedienelemente verlangen ein körperliches Engagement, das eine Triumph Street Triple oder eine Honda CB900F der gleichen Epoche nicht fordern würden. Der Windschutz fehlt konzeptbedingt völlig, das Cockpit ist auf ein Minimum reduziert – eine schlichte Digitalinstrumentierung, die im scharfen Kontrast zum feurigen Temperament des restlichen Motorrads steht. In der Stadt zwingen die 215 kg Vollgewicht und der großzügige Wendekreis dazu, jedes Manöver vorausschauend zu planen. Das ist kein konstruktiver Mangel, sondern eine bewusste Entscheidung für Sportlichkeit, die das Profil des anvisierten Fahrers klar umreißt: jemand, der des Fahrens wegen fährt, nicht um Pizzas auszuliefern.
Benelli bietet zudem eine Version 899 S für jene an, die etwas mehr investieren möchten. Getrennte Zweisitzer-Sitzbank wie beim 1130, goldene eloxierte Gabel, einige Carbonelemente und überarbeitete Federelemente für eine präzisere Abstimmung. Das Angebot ist stimmig. Die Standardversion bleibt dennoch ausreichend gut ausgestattet, um im Alltag nicht zu frustrieren. Diese 899 richtet sich klar an erfahrene Fahrer, die eine charaktervolle Alternative zu den auf dem Markt dominierenden asiatischen Fightern suchen – ein Motorrad, das eine andere Geschichte erzählt, mit einem 16-Liter-Tank, der für Ausfahrten eine ordentliche Reichweite bietet. Keine Alltagsmaschine im utilitären Sinne, aber eine Wochenendbegleiterin, die Sie daran erinnert, warum Sie überhaupt mit dem Motorradfahren angefangen haben.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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