Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 899 cc
- Leistung
- 120.0 ch @ 10000 tr/min (88.3 kW)
- Drehmoment
- 77.5 Nm @ 8500 tr/min
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 12.5 : 1
- Bohrung × Hub
- 88 x 49.2 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 53 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- treillis en tube d'acier relié à des éléments de fonderie
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 50 mm, déb : 120 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 120 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 320 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 240 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 120/70-17
- Vorderreifendruck
- 2.40 bar
- Hinterreifen
- 190/50-17
- Hinterreifendruck
- 2.50 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 820.00 mm
- Tankinhalt
- 16.00 L
- Gewicht
- 215.00 kg
- Trockengewicht
- 199.00 kg
- Neupreis
- 10 990 €
Übersicht
Als Benelli Anfang der 2000er Jahre die Tornado wiederauferstehen ließ, setzte kaum jemand großes Geld auf diesen kleinen Hersteller aus Pesaro. Zwanzig Jahre später erinnert die TnT 899 des Jahrgangs 2012 daran, dass die Italiener noch immer Maschinen zeichnen können, die Köpfe drehen lassen – auch ohne die rohe Leistung, die einschüchtert. Denn genau darum geht es bei dieser 899er Version: einen Dreizylindermotor zugänglich zu machen, der in seiner 1130er Ausführung eher einem Wagnis als dem Alltag entsprach.

Schauen wir uns die Zahlen ohne Umschweife an. Hundert zwanzig PS bei 10.000 U/min, 77,5 Nm Drehmoment bei 8.500 U/min, 199 Kilogramm Trockengewicht für eine Maschine mit einem Listenpreis von 10.990 Euro. Auf dem Papier ähnelt das, was eine Street Triple R oder eine Triumph Speed Triple in ihrer weniger aufgedrehten Version bietet. Nur ist die Benelli eben keine Triumph. Sie versucht nicht, mit rationalen Argumenten zu überzeugen. Ihr Gitterrohrrahmen aus rot lackierten Stahlrohren, das vordere Schutzblech aus Carbon, die Ziernähte auf der Sitzbank – all das erzählt eine andere Geschichte. Eine Geschichte von Auftritt, Haltung, kleinen Details, die beweisen, dass man über das Objekt hinaus über das Datenblatt nachgedacht hat. Die 50-mm-Upside-down-Gabel, die beiden vorderen 320-mm-Scheiben, gebissen von Vierkolbensätteln, der Federweg von 120 mm an beiden Enden – das ist ernsthaftes Material. Keine Radialaufnahme für die Bremssättel, das sei erwähnt, eine Entscheidung, die stutzig macht, wenn man vergleicht, was die Konkurrenz zum gleichen Preis bietet.
Der Benelli-Dreizylindermotor hat eine besondere Seele. Es ist nicht das sterile Kreischen eines japanischen Vierzylinders am Limit, auch nicht das dumpfe Grollen eines englischen Twins. Es ist etwas dazwischen, Organischeres, mit einer klanglichen Präsenz und Drehzahlanstiegen, die jenseits von 6.000 U/min spürbar an Intensität gewinnen. Das Motormanagement mangelt es im unteren Drehzahlbereich an Feinheit, man spürt es bei den Gas-Brems-Übergängen, aber der Motor holt dies im mittleren Drehzahlbereich auf, wo er sich willig und kommunikativ zeigt. Die Sitzhöhe von 820 mm und das Gewicht von 215 Kilogramm vollgetankt rufen kleinere Statur zur Ordnung, und urbane Manöver erfordern Engagement. Das ist keine Maschine, die man an einem Nachmittag zähmt.
Mit dieser TnT 899 zu leben bedeutet, ihre italienischen Kompromisse zu akzeptieren. Der Windschutz ist gleich null, die Bedienelemente straff, und auf irgendwelchen Soziuskomfort sollte man trotz der überarbeiteten Sitzbank nicht zählen. Das vereinfachte Armaturenbrett mit seiner einzelnen Rundinstrument und dem digitalen Fensterchen wirkt für eine zu diesem Preis verkaufte Maschine etwas karg. Diese Unzulänglichkeiten summieren sich und machen die Benelli nicht zum vielseitigen Fahrer, der ein alltagstaugliches Allround-Motorrad sucht. Für einen Fortgeschrittenen hingegen, der etwas anderes will, etwas weniger Genormtes, etwas ein bisschen Unberechenbareres als japanische oder gar britische Konkurrenz, bietet die TnT 899 einen ausgeprägten Charakter, den nur wenige Roadster dieses Segments ihr streitig machen können.
Es gibt auch eine S-Version, die eine Zweisitzer-Sitzbank, eine goldeloxierte Gabel und überarbeitete Federelemente für einige hundert Euro mehr hinzufügt. Eine Investition, die es wert ist, in Betracht gezogen zu werden, wenn man die Einstellmöglichkeiten ausreizen möchte. Indem Benelli den 899er Hubraum dem verheerenden 1130er vorzog, hat der Hersteller auf Zugänglichkeit gesetzt, ohne Ästhetik oder Fahrwerk zu opfern. Die Wette ist aufgegangen.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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