Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 790 cc
- Leistung
- 62.0 ch @ 7400 tr/min (45.6 kW)
- Drehmoment
- 57.9 Nm @ 3500 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre parallèle, 4 temps
- Kühlung
- combiné air / huile
- Verdichtungsverhältnis
- 9.2 : 1
- Bohrung × Hub
- 86 x 68 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau en acier
- Getriebe
- boîte à 5 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique Ø 41 mm, déb : 120 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux, déb : 105 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 310 mm, étrier 2 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 255 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 100/90-19
- Hinterreifen
- 130/80-17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 775.00 mm
- Tankinhalt
- 16.60 L
- Gewicht
- 227.00 kg
- Trockengewicht
- 205.00 kg
- Neupreis
- 8 100 €
Übersicht
Wer erinnert sich noch an die Zeit, als Triumph beschloss, mit entwaffnender Selbstsicherheit die Nostalgiekarte zu spielen? 2005 rollte die Triumph Bonneville America in die Verkaufsräume – mit polierten Chromteilen, Zweifarblackierung und einem 790-cc-Reihenzweizylinder, der direkt aus einer Werkstatt in Meriden hätte stammen können. Auf dem Papier eine Zeitmaschine. In Wirklichkeit ein Kompromiss zwischen Vintage-Charme und modernen Zugeständnissen, nicht immer ausgewogen.

Der um 360° versetzte Twin leistet 62 PS bei 7400 U/min und vor allem 57,9 Nm Drehmoment ab 3500 Touren. Bescheidene Zahlen, aber stimmig mit der Philosophie der Maschine. Die kurzhubbige Architektur mit 86 mm Bohrung bei 68 mm Hub begünstigt das Hochdrehen und glättet die Vibrationen erstaunlich gut für einen Zweizylinder dieser Bauart. Der Motor läuft rund, fast zu brav. Man sucht manchmal etwas Charakter, ein Kribbeln in den Fußrasten, einen entschiedeneren Schub. Das Fünfganggetriebe zeigt sich im Alltag geschmeidig, die Kupplung progressiv. Der erste Gang ist kurz, ideal für Rangierfahrten bei niedriger Geschwindigkeit. Ein ärgerliches Detail im Alltag: Der Zündschlüssel, versteckt unter dem linken Blinker, gleicht eher einer Schnitzeljagd als durchdachter Ergonomie. Im Vergleich zur damaligen Kawasaki W 650 bietet die Bonneville America ein zivilisierteres, weniger raues Temperament – aber auch weniger authentische Fahrgefühle.
Auf der Straße lassen sich die 227 kg fahrfertig vergessen, solange das Tempo dem einer gemütlichen Ausfahrt entspricht. Die Sitzhöhe von nur 775 mm beruhigt durchschnittliche Staturen und Fahrer, die den Custom-Bereich für sich entdecken. Der Doppelschleifen-Stahlrahmen, die 41-mm-Gabel mit 120 mm Federweg und die beiden hinteren Stoßdämpfer bieten ein gutmütiges Kurvenverhalten. Die Handlichkeit ist direkt, die Geradeausstabilität ordentlich. Doch sobald das Tempo anzieht, zeigen sich die Grenzen. Die hinteren Federbeine mit nur 105 mm Federweg kommen auf schlechten Straßen an ihre Grenzen. Die Sitzbank, hart und dünn, verwandelt jede Ausfahrt jenseits von zwei Stunden in eine Bewährungsprobe für das Gesäß. Die Bremsanlage mit einer 310-mm-Scheibe vorn und einer 255-mm-Scheibe hinten samt Zweikolben-Sätteln erledigt ihre Arbeit ohne Überzeugung. Ausreichend für entspanntes Fahren, knapp für sportliche Gangart.
Mit einem 16,6-Liter-Tank und einer Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h erhebt die Triumph Bonneville America 800 keinen Anspruch, mit Tourern zu konkurrieren. Ihr Revier sind Landstraßen, Sonntagstouren, Stadtfahrten, wo ihre kompakten Maße Wunder wirken. Zum Preis von 8100 Euro im Jahr 2005 wurde sie in ausreichender Stückzahl verkauft, um einen bis heute lebhaften Gebrauchtmarkt zu bedienen. Eine gebrauchte Triumph Bonneville America in ordentlichem Zustand zu finden, ist durchaus möglich – vorausgesetzt, man prüft den Zustand der Steuerkette und der Batterie, zwei Wartungspunkte, die bei diesem Modell im Auge behalten werden sollten. Die Bewertung der Triumph Bonneville America ist im Laufe der Jahre erwartungsgemäß gesunken, was sie zu einem erschwinglichen Einstieg in die britische Neo-Retro-Welt macht. Das Modell wurde über die Modelljahre hinweg weiterentwickelt, von der Triumph Bonneville America 2002 bis zu neueren Versionen wie der Triumph Bonneville America 900, mit schrittweisen Anpassungen bei Einspritzung und Bremsanlage.
Im Test offenbart die Triumph Bonneville America ihr wahres Wesen: das einer anspruchslosen Wegbegleiterin, gemacht für entspannten Genuss statt für Leistung. Die Meinungen zur Triumph Bonneville America stimmen in diesem Punkt überein. Sie besticht durch ihren Stil, bindet durch ihre mechanische Sanftheit, frustriert aber jene, die von einer Bonneville das feurige Temperament ihrer Ahnin aus den 60er-Jahren erwarten. Eine Maschine für beschauliche Motorradfahrer, Einsteiger auf der Suche nach zugänglichem Charakter oder Chromnostalgiker. Nicht mehr, nicht weniger. Und manchmal ist das genau das Richtige.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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