Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 790 cc
- Leistung
- 62.0 ch @ 7400 tr/min (45.6 kW)
- Drehmoment
- 57.9 Nm @ 3500 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre parallèle, 4 temps
- Kühlung
- combiné air / huile
- Verdichtungsverhältnis
- 9.2 : 1
- Bohrung × Hub
- 86 x 68 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau en acier
- Getriebe
- boîte à 5 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique Ø 41 mm, déb : 120 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux, déb : 105 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 310 mm, étrier 2 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 255 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 100/90-19
- Hinterreifen
- 130/80-17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 775.00 mm
- Tankinhalt
- 16.60 L
- Gewicht
- 227.00 kg
- Trockengewicht
- 205.00 kg
- Neupreis
- 8 100 €
Übersicht
Wer erinnert sich noch an die Zeit, als Triumph beschloss, mit entwaffnender Selbstsicherheit die Nostalgiekarte zu spielen? Die Triumph Bonneville America 2004 verkörpert genau diese Philosophie: ein Custom-Bike auf Englisch, das aus dem Erbe der Sixties schöpft, um eine Kundschaft auf der Suche nach Authentizität zu begeistern. Mit ihrem Parallel-Twin von 790 cc, reichlich Chrom und Zweifarblackierung versucht sie gar nicht erst, mit den amerikanischen Muskelpaketen zu konkurrieren. Sie bietet etwas anderes – eine Zeitreise am breiten Lenker, zum moderaten Preis von 8 100 Euro bei Markteinführung.

Auf der technischen Seite leistet dieser Viertakt-Twin 62 PS bei 7 400 U/min und vor allem 57,9 Nm Drehmoment bereits ab 3 500 Touren. Bescheidene Zahlen auf dem Papier, die aber den Charakter der Maschine treffend widerspiegeln. Die kurzhubige Architektur mit einer Bohrung von 86 mm bei einem Hub von 68 mm begünstigt das Hochdrehen und glättet die Vibrationen auf überraschende Weise für einen auf 360 Grad versetzten Zweizylinder. Der Motor läuft rund, fast zu brav. Er schnurrt mehr als er grummelt, und wer das heisere Fauchen eines amerikanischen V-Twins erwartet, muss seine Erwartungen korrigieren. Das Fünfganggetriebe verrichtet seine Arbeit mit bemerkenswerter Diskretion, die Kupplung zeigt sich feinfühlig. Nur ein leichtes Pfeifen der Steuerung erinnert daran, dass unter dem 16,6-Liter-Tank Mechanik arbeitet. Für einen Test der Triumph Bonneville America lässt sich das mechanische Urteil in einem Wort zusammenfassen: Geschmeidigkeit.
Auf der Straße lassen die 227 kg fahrfertig sich dank einer niedrigen Sitzhöhe von nur 775 mm leicht vergessen. Die Manövrierbarkeit in der Stadt ist tadellos, der Stahl-Doppelschleifenrahmen bietet beruhigende Stabilität auf der Geraden. Die 41-mm-Gabel mit ihren 120 mm Federweg steckt Unebenheiten im Stadtverkehr ordentlich weg. Die beiden hinteren Stoßdämpfer hingegen, auf 105 mm Federweg begrenzt, zeigen auf holprigen Straßen schnell ihre Grenzen. Die zu harte und zu dünne Sitzbank verwandelt längere Ausfahrten in eine Ausdauerprüfung für das Gesäß. Die Bremsanlage, bestehend aus einer 310-mm-Scheibe vorn und einer 255-mm-Scheibe hinten mit Zweikolben-Sätteln, passt zur Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h. Ausreichend für gemütliches Cruisen, etwas knapp, wenn man das Tempo anzieht.
Im Vergleich zur damaligen Konkurrenz spielte die Kawasaki W 650 auf demselben Neo-Retro-Feld mit einem charakterstärkeren Motor, während die Yamaha V-Star 650 einen klassischer amerikanisch orientierten Custom für ein ähnliches Budget bot. Die Triumph Bonneville America 800 hob sich durch ihre selbstbewusst britische Identität und ihre einfache Handhabung ab, was sie zu einer ernsthaften Kandidatin für Fahranfänger oder Motorradfahrer machte, die nach einer Pause wieder aufstiegen. Die Meinungen zur Triumph Bonneville America stimmen übrigens in diesem Punkt überein: Es ist eine Maschine, die ans Herz wächst und keinerlei besondere Fähigkeiten verlangt, um geschätzt zu werden.
Heute kommt die Suche nach einer gebrauchten Triumph Bonneville America fast einer sympathischen Schatzsuche gleich. Die Jahrgänge 2002, 2003 und 2004 teilen dieselbe technische Basis und werden zu sehr erschwinglichen Preisen gehandelt. Der Marktwert der Triumph Bonneville America bleibt stabil, getragen von einer achtbaren Zuverlässigkeit und einem Unterhalt ohne böse Überraschungen. Die Folgeversionen von 2006 bis 2008 und von 2010 bis 2015 brachten schrittweise Verbesserungen, insbesondere bei Einspritzung und Bremsen. Die Triumph Bonneville America 900, die später erschien, legte beim Vortrieb leicht nach. Doch der Charme dieser originalen 790er liegt gerade in ihrer Schlichtheit. Achten Sie lediglich auf den Zustand der Batterie, ein bekannter Schwachpunkt bei diesen Jahrgängen, und kontrollieren Sie beim Kauf die Kettenspannung. Diese Bonneville verspricht keine Ekstase, sie bietet Gelassenheit. Und manchmal ist das genau das, was man an einem Sonntagmorgen auf einer sonnigen Landstraße sucht.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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