Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 790 cc
- Leistung
- 62.0 ch @ 7400 tr/min (45.6 kW)
- Drehmoment
- 57.9 Nm @ 3500 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre parallèle, 4 temps
- Kühlung
- combiné air / huile
- Verdichtungsverhältnis
- 9.2 : 1
- Bohrung × Hub
- 86 x 68 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau en acier
- Getriebe
- boîte à 5 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique Ø 41 mm, déb : 120 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux, déb : 105 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 310 mm, étrier 2 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 255 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 100/90-19
- Hinterreifen
- 130/80-17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 775.00 mm
- Tankinhalt
- 16.60 L
- Gewicht
- 227.00 kg
- Trockengewicht
- 205.00 kg
- Neupreis
- 8 100 €
Übersicht
Wer erinnert sich noch an die Zeit, als Triumph beschloss, mit entwaffnender Gelassenheit die Nostalgiekarte zu spielen? 2003 rollte die Triumph Bonneville America mit ihren blitzenden Chromteilen, der Zweifarblackierung und diesem parallelen Zweizylinder mit 790 cc in die Verkaufsräume, der förmlich nach den Sixties duftete. Auf dem Papier ähnelt das Rezept dem der Kawasaki W 650, einer anderen Retromaschine jener Zeit. Doch Hinckley wählte eine stärker cruiserbetonte, entspanntere Positionierung – mit einer niedrigen Sitzbank auf nur 775 mm Höhe und einem breiten Lenker, der eher zum Flanieren als zum Angriff einlädt.

Der auf 360 Grad ausgelegte Twin leistet 62 PS bei 7400 U/min und vor allem 57,9 Nm Drehmoment bereits ab 3500 Touren. Nichts Vulkanisches, aber darum geht es auch nicht. Die überquadratischen Maße – 86 mm Bohrung bei 68 mm Hub – und die doppelte obenliegende Nockenwellensteuerung sorgen für eine bemerkenswerte Laufruhe. Der Motor dreht rund, fast schon zu brav. Man ist überrascht, wie leise dieser Twin arbeitet, kaum verraten durch ein leichtes mechanisches Pfeifen im oberen Motorbereich. Das Fünfganggetriebe rastet sauber ein, die Kupplung lässt sich mühelos dosieren. Alles trägt dazu bei, einen Spazierfahrt-Rhythmus entstehen zu lassen, ein Tempo für kurvige Landstraßen am Sonntagmorgen. Für einen Test der Triumph Bonneville America ist das mechanische Urteil klar: sanft, drehmomentstark, niemals brutal. Aber verlangen Sie nicht von ihr, auf der Autobahn mitzuhalten – mit 170 km/h Spitze und 227 kg vollgetankt.
Beim Fahrwerk erledigt der Stahl-Doppelschleifenrahmen seine Arbeit ohne Glanz. Die 41-mm-Gabel bietet 120 mm Federweg, die beiden hinteren Federbeine begnügen sich mit 105 mm. Für gemütliches Fahren reicht das. Für holprige Straßen oder beladenes Reisen sieht die Sache anders aus. Die straffe und dünn gepolsterte Sitzbank ermüdet auf langen Strecken den Rücken. Den Stoßdämpfern fehlt es an Progressivität, sobald das Tempo steigt oder der Belag schlechter wird. Die Bremsanlage mit einer einzelnen 310-mm-Scheibe vorn und 255 mm hinten genügt für den ruhigen Einsatz der Maschine, bietet aber keine Reserve für Notsituationen. Vom Biss einer Harley Sportster 883 oder selbst einer Yamaha XVS 650 Dragstar derselben Epoche ist man weit entfernt.
Dagegen erweist sich die Bonneville America bei moderatem Tempo als angenehm handlich. Ihre 205 kg Trockengewicht lassen sich in der Stadt vergessen, die Lenkung bleibt leichtgängig, die Stabilität überzeugt in Kurven, die ohne Forcieren genommen werden. Es ist ein Motorrad, das Ungenauigkeiten verzeiht, das eine etwas verspätete Bremsung oder eine schlecht gewählte Linie nicht bestraft. Der 16,6-Liter-Tank ermöglicht eine ordentliche Reichweite für Wochenendausfahrten. Zum Einführungspreis von 8 100 Euro richtete sich die Triumph Bonneville America 2003 klar an Motorradfahrer, die Retrostil ohne Kopfzerbrechen suchten. Heute ist die Bewertung der Triumph Bonneville America deutlich gesunken, und man findet schöne Triumph Bonneville America Gebrauchtangebote zu sehr vernünftigen Preisen – sei es in der originalen 800er-Version oder als Triumph Bonneville America 900 der folgenden Jahrgänge, von der Triumph Bonneville America 2004 bis zur Triumph Bonneville America 2015.
Diese Bonnie hat nie den Anspruch erhoben, mit Sportlern oder reinrassigen Tourern zu konkurrieren. Ihr Revier ist die Sonntagsausfahrt, der Café-Racer-Trip am Samstagmorgen, der Weg durch die Stadt, wo Stil genauso zählt wie Leistung. Die Meinungen zur Triumph Bonneville America stimmen in diesem Punkt überein: Man kauft sie wegen ihres Charmes, ihrer mechanischen Schlichtheit und ihrer einfachen Handhabung, nicht wegen ihrer Leistung. Die Batterie der Triumph Bonneville America lässt sich leicht wechseln, die Wartung bleibt mit dem Kettenantrieb unkompliziert, und die allgemeine Zuverlässigkeit des Modells beruhigt. Für einen Fahranfänger nach dem Führerschein oder einen erfahrenen Motorradfahrer, der stressfrei fahren möchte, bleibt sie eine sinnvolle Wahl auf dem Gebrauchtmarkt – auch bei den Jahrgängen Triumph Bonneville America 2006, 2007, 2008, 2010, 2011 oder sogar Triumph Bonneville America 2019 für die letzten Serien. Eine treue Begleiterin, ohne Überraschungen, die nur einen Hauch Gas und einen Streifen Sonnenschein braucht, um ein Lächeln zu schenken.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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