Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 790 cc
- Leistung
- 62.0 ch @ 7300 tr/min (45.6 kW)
- Drehmoment
- 57.9 Nm @ 7200 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre parallèle, 4 temps
- Kühlung
- combiné air / huile
- Verdichtungsverhältnis
- 9.2 : 1
- Bohrung × Hub
- 86 x 68 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau en acier
- Getriebe
- boîte à 5 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique Ø 41 mm, déb : 120 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux, déb : 105 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 310 mm, étrier 2 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 255 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 100/90-19
- Hinterreifen
- 130/80-17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 775.00 mm
- Tankinhalt
- 16.60 L
- Gewicht
- 227.00 kg
- Trockengewicht
- 205.00 kg
- Neupreis
- 7 990 €
Übersicht
Wer erinnert sich noch an die Zeit, als Triumph beschloss, mit entwaffnender Selbstsicherheit die Nostalgiekarte zu spielen? Die Triumph Bonneville America 2006 mit ihren 790 cc, dem Parallel-Twin und ihrer für Boulevards geschnittenen Silhouette reihte sich in jene Neo-Retro-Welle ein, die eine ganze Generation von Motorradfahrern auf der Suche nach Authentizität begeisterte. Zweifarbige Lackierung, großzügig Chrom, breiter Lenker und entspannte Sitzposition: Man könnte fast meinen, eine Maschine aus einer kalifornischen Garage der Sixties zu besteigen. Nur dass sich unter dem Lack ein durch und durch modernes Motorrad verbirgt, mit zwei obenliegenden Nockenwellen, vier Ventilen pro Zylinder und einer überquadratischen Bohrung von 86 x 68 mm. Eine technische Entscheidung, die auf dem Papier verspricht, die üblichen Vibrationen eines auf 360 Grad versetzten Twins zu eliminieren. Und auf der Straße wird dieses Versprechen gehalten.

Das Triebwerk leistet 62 PS bei 7.300 U/min und 57,9 Nm Drehmoment bei 7.200 U/min. Seien wir ehrlich, das sind keine Werte, die die Konkurrenz das Fürchten lehren. Aber die Triumph Bonneville America 800 hatte diesen Anspruch auch nie. Ihr Motor zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Laufkultur und eine für einen Twin fast irritierend unauffällige Arbeitsweise aus. Nur ein leichtes mechanisches Pfeifen verrät den Ventiltrieb bei der Arbeit. Das Fünfganggetriebe zeigt sich präzise, die Kupplung arbeitet feinfühlig, und das Gesamtpaket lädt zu einem fließenden Fahrstil ohne Lastwechselreaktionen ein. Man denkt unweigerlich an die damalige Kawasaki W 650, die im selben Register spielte – vielleicht mit einer Spur mehr Charakter, aber auch mit weniger Langzeitverlässlichkeit.
Mit 227 kg fahrfertig und einer Sitzhöhe von nur 775 mm erweist sich die Maschine als einladend für kleinere Staturen und weniger erfahrene Fahrer. Die Handlichkeit in der Stadt ist ausgesprochen gut, der Stahl-Doppelschleifenrahmen bietet ausreichend Steifigkeit, und der Geradeauslauf flößt bei konstanter Geschwindigkeit Vertrauen ein. Die 41-mm-Telegabel schluckt Unebenheiten ordentlich, auch wenn die hinteren Federbeine mit nur 105 mm Federweg auf schlechter Fahrbahn schnell an ihre Grenzen stoßen. Die Sitzbank, zu hart und zu dünn gepolstert, erinnert daran, dass lange Autobahnstrecken nicht eingeplant werden sollten. Die Bremsanlage, bestehend aus einer 310-mm-Scheibe vorne und einer 255-mm-Scheibe hinten, erledigt ihre Arbeit ohne Glanzleistung. Das passt zum generellen Temperament des Motorrads, aber ein bissigerer Vorderbremssattel wäre angesichts des beachtlichen Gewichts kein Luxus gewesen.
Die Triumph Bonneville America richtet sich vor allem an Liebhaber sonntäglicher Ausfahrten, an Stadtmenschen, die eine stilistisch makellose Maschine suchen, um am Wochenende über Landstraßen zu cruisen. Wer einen ehrlichen Test der Triumph Bonneville America sucht, bekommt ein einfaches Urteil: Es ist ein sympathisches, gut verarbeitetes Motorrad, dem es aber an Charakter fehlt, wenn man das Tempo etwas anzieht. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 170 km/h, und der 16,6-Liter-Tank begrenzt die Reichweite auf längeren Strecken. Zum Neupreis von 7.990 Euro im Jahr 2006 bot sie ein korrektes Preis-Leistungs-Verhältnis. Heute wird eine gebrauchte Triumph Bonneville America zu sehr erschwinglichen Preisen gehandelt, was sie zu einem verführerischen Einstieg in die Triumph-Welt macht. Die Jahrgänge 2002, 2003, 2004 und 2007 teilen im Wesentlichen dieselbe Basis, während die Versionen 2010, 2011 und 2015 von schrittweisen Weiterentwicklungen profitierten. Die später erschienene Triumph Bonneville America 900 korrigierte einige Schwächen mit mehr Drehmoment und einer überarbeiteten Bremsanlage.
Im Grunde versucht diese Bonneville America nicht, mit japanischen Customs oder sportlichen Roadstern ihrer Epoche zu rivalisieren. Sie bietet einen anderen Ansatz, geprägt von mechanischer Sanftheit und Retro-Eleganz, der jenen gefallen wird, die das Motorradfahren als kontemplatives Vergnügen betrachten und nicht als Jagd nach dem ultimativen Kick. Wer ihre Grenzen akzeptiert, findet in ihr eine treue und charmante Begleiterin. Bevor Sie bei einer gebrauchten Triumph Bonneville America zuschlagen, denken Sie einfach daran, den Zustand der Batterie der Triumph Bonneville America und den aktuellen Marktwert der Triumph Bonneville America zu prüfen, um zum fairen Preis zu verhandeln.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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