Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 744 cc
- Leistung
- 48.0 ch @ 6800 tr/min (35.3 kW)
- Drehmoment
- 49.0 Nm @ 3600 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en L à 90°, 4 temps
- Kühlung
- combiné air / huile
- Verdichtungsverhältnis
- 9.6:1
- Bohrung × Hub
- 80 x 74 mm
- Ventile/Zylinder
- 2
- Kraftstoffsystem
- Injection électronique Marelli
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau tubulaire en acier
- Getriebe
- boîte à 5 rapports
- Endantrieb
- Cardan
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléscopique Ø 40 mm, déb : 130 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux, déb : 118 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 320 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 260 mm
- Vorderreifen
- 100/90-18
- Hinterreifen
- 130/80-17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 805.00 mm
- Tankinhalt
- 17.00 L
- Gewicht
- 198.00 kg
- Trockengewicht
- 182.00 kg
- Neupreis
- 8 690 €
Übersicht
Während die Motorradwelt sich in einem Leistungswahn verirrte – mit Hypersportlern, die an der 200-PS-Marke kratzten, mit Elektronik vollgestopft und auf Landstraßen völlig absurd –, hatten einige Hersteller den guten Geschmack, in den Rückspiegel zu blicken. Moto Guzzi, treu seinem Temperament als ewiger italienischer Romantiker, zog 2008 die V7 Classic aus dem Ärmel und erweckte eine mythische Baureihe auf der mechanischen Basis der Breva 750 wieder zum Leben. Ein Pokerspiel gegen die Triumph Bonneville, die zum annähernd gleichen Preis verkauft wurde. Blieb nur noch, den Regler eine Stufe weiterzudrehen.

Genau das tut die V7 750 Cafe Classic des Jahrgangs 2010. Das Prinzip ist einfach und so alt wie der Café Racer selbst: Man nehme ein braves Motorrad, werfe das Überflüssige ab, senke die Lenker und montiere eine Solositzbank, um den Beifahrer abzuschrecken. Tiefer greifende Stummellenker, neu gestaltete Spiegel, und schon verwandelt sich die Classic in ein kleines Geschoss – zumindest optisch. Die Café-Racer-Attitüde ist da, der Blick ebenso. Doch unter dem Kleid kein Wunder: Der L-Twin mit 90 Grad und 744 cc behält seine 48 PS bei 6.800 Touren und seine 49 Nm Drehmoment ab 3.600 Touren. Hier geht es nicht um Leistung, hier geht es um Charakter. Dieser Motor schreit nicht, er pulsiert. Er gibt sein Bestes im mittleren Drehzahlbereich, dort wo man den Genuss eines quer eingebauten Twins mit Kardanantrieb auskosten kann.
Das Datenblatt atmet Ehrlichkeit. Doppelschleifen-Stahlrahmen, Teleskopgabel mit 40 mm und 130 mm Federweg, zwei klassische Federbeine hinten. Die Bremsanlage stützt sich auf eine vordere 320-mm-Scheibe mit Vierkolben-Bremssattel und eine hintere 260-mm-Scheibe. Nichts Revolutionäres, aber auch nichts Knausriges. Die Speichenräder mit 100/90-18 und 130/80-17 Bereifung erinnern daran, dass diese Guzzi die Karte der Authentizität bis in die Reifenflanken ausspielt. Der Kardanantrieb, Markenzeichen des Hauses aus Mandello, garantiert eine Wartungsruhe, um die Kettenbesitzer sie beneiden. Mit 198 kg fahrfertig und einem 17-Liter-Tank bleibt die V7 Cafe Classic in der Stadt handlich, ohne dass man an jeder roten Ampel ins Schwitzen gerät.
Gegenüber der Triumph Thruxton 900, die mehr Hubraum und einen Leistungsvorsprung vorweisen konnte, spielt die kleine Guzzi auf dem Papier nicht in derselben Liga. Doch sie punktet mit einem moderaten Preis von 8.690 Euro und einer eigenständigen Persönlichkeit. Der Querzwilling mit seinem Verdichtungsverhältnis von 9,6:1 und dem Fünfganggetriebe sucht nicht die Höchstgeschwindigkeit, auch wenn die angegebenen 170 km/h für jeden Straßeneinsatz mehr als ausreichen. Die Sitzhöhe von 805 mm macht sie zugänglich, ohne niedrig zu sein – ein Kompromiss, der durchschnittlichen Staturen entgegenkommt. Diese Guzzi zielt auf den Motorradfahrer, der Stil der reinen Leistung vorzieht, auf denjenigen, der an der Caféterrasse langsamer wird, damit man seine Maschine bewundert, statt auf den, der der Stoppuhr nachjagt.
Die V7 Cafe Classic verkörpert eine zunehmend seltene Motorradphilosophie: jene, bei der das Vergnügen aus der mechanischen Einfachheit und der direkten Verbindung zwischen Fahrer und Maschine entsteht. Kein ABS, keine Motorkennfelder, kein TFT-Display. Nur ein Zweizylinder, der zwischen den Beinen vibriert, ein Stahlrahmen, der jede Unebenheit des Asphalts weitergibt, und eine Linie, die Köpfe verdreht, ohne dafür 150 PS zu brauchen. Sie richtet sich an Liebhaber schöner Mechanik, an aufgeklärte Nostalgiker, die Vintage fahren wollen, ohne die Pannen des Vintage erdulden zu müssen. Ein Motorrad mit Charakter, ehrlich in seinen Grenzen und ungemein liebenswert für jeden, der diese Art von Komposition zu schätzen weiß.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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