Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 744 cc
- Leistung
- 48.0 ch @ 6800 tr/min (35.3 kW)
- Drehmoment
- 49.0 Nm @ 3600 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en L à 90°, 4 temps
- Kühlung
- combiné air / huile
- Verdichtungsverhältnis
- 9.6:1
- Bohrung × Hub
- 80 x 74 mm
- Ventile/Zylinder
- 2
- Kraftstoffsystem
- Injection électronique Marelli
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau tubulaire en acier
- Getriebe
- boîte à 5 rapports
- Endantrieb
- Cardan
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléscopique Ø 40 mm, déb : 130 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux, déb : 118 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 320 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 260 mm
- Vorderreifen
- 100/90-18
- Hinterreifen
- 130/80-17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 805.00 mm
- Tankinhalt
- 17.00 L
- Gewicht
- 198.00 kg
- Trockengewicht
- 182.00 kg
- Neupreis
- 8 490 €
Übersicht
Während die Motorradwelt sich mit PS-Schlachten auf dem Feld der Hypersportler zerfleischt, mit 190-PS-Maschinen vollgestopft mit Elektronik und zwischen zwei Kreisverkehren völlig unbrauchbar, entscheiden sich manche Hersteller, in den Rückspiegel zu schauen. Und manchmal verstecken sich dort die besten Ideen. Moto Guzzi, treu seinem transalpinen Temperament, hat die V7-Linie aus der Schublade geholt, mit einer Classic, die den Motor der Breva 750 übernimmt. Eine Nase gedreht den Excel-Tabellen der Konkurrenz, verkauft zum Preis einer Triumph Bonneville. Doch die Marke aus Mandello del Lario hat es dabei nicht belassen.

Die V7 Cafe Classic, erschienen 2009, dreht die Stil-Schraube noch eine Stufe weiter. Neu gestaltete Rückspiegel, eine Einzelsitzbank, die einem den Hintern dicht über den Rahmen drückt, tiefer gesetzte Stummellenker für eine sportlichere Haltung. Die Botschaft ist klar: Hier wird Café Racer gespielt, jene Maschinen, mit denen man im London der 60er Jahre von Kneipe zu Kneipe raste. Nur dass man hier keine Maschine in der eigenen Garage neu aufbauen muss. Guzzi liefert das Produkt schlüsselfertig, für 8 490 Euro. Die auf 805 mm thronende Sitzbank bleibt erreichbar, und der Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen flößt Vertrauen ein, ohne um jeden Preis Leichtbau zu betreiben.
Unter dem 17-Liter-Tank dreht der L-förmige Zweizylinder mit 90 Grad Zylinderwinkel mit der Regelmäßigkeit eines italienischen Metronoms. Seine 744 cc liefern 48 PS bei 6 800 U/min und vor allem 49 Nm Drehmoment bereits ab 3 600 U/min. Hier geht es nicht um nackte Leistungsdaten, hier geht es um Charakter. Dieser Motor schiebt von unten heraus, mit einer mechanischen Geschmeidigkeit, die japanische Vierzylinder niemals kennenlernen werden. Das Fünfganggetriebe reicht vollkommen aus, um diese bescheidene Kavallerie auszunutzen, und der Kardanantrieb befreit den Fahrer von jeglicher Kettenpflege. Auf dem Papier liegt die Höchstgeschwindigkeit bei 170 km/h. In der Praxis liegt das Vergnügen deutlich darunter, zwischen 80 und 130 km/h, dort wo der Twin sich entfaltet und gerade genug vibriert, um daran zu erinnern, dass unter den Beinen eine lebendige Mechanik arbeitet.
Beim Fahrwerk keine Überraschungen. Die 40-mm-Telegabel bietet 130 mm Federweg vorne, während zwei klassische Federbeine hinten 118 mm bereitstellen. Die Bremsanlage setzt auf eine 320-mm-Scheibe mit Vierkolben-Sattel vorne und eine 260-mm-Scheibe hinten. Ehrlich, ohne sportlich zu sein. Die 198 kg fahrfertig lassen sich in der Stadt und auf kleinen Landstraßen vergessen, melden sich aber in engen Kurvenkombinationen zurück. Gegenüber der Triumph Thruxton, ihrer natürlichen Rivalin, gibt die Guzzi ein paar PS und einen Hauch technischer Modernität preis, setzt aber einen anderen mechanischen Charme dagegen – roher, handwerklicher.
Diese V7 Cafe Classic richtet sich weder an den Anfänger auf der Suche nach einem zahmen ersten Motorrad, noch an den Rennstreckenfahrer auf Zeitenjagd. Sie zielt auf den Motorradfahrer, der schon Kilometer gesammelt hat, der weiß, was er will, und der das Vergnügen einer ausdrucksstarken Mechanik dem Zahlenwettlauf vorzieht. Ein Objekt mit Charakter, unvollkommen und selbstbewusst, das nach warmem Öl und Landstraßen duftet. Die Art Motorrad, die man lange in der Garage behält – nicht weil man nicht mehr fährt, sondern weil man sich weigert, sich von ihr zu trennen.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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