Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1552 cc
- Leistung
- 67.0 ch @ 4700 tr/min (49.3 kW)
- Drehmoment
- 124.5 Nm @ 2700 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en V, 4 temps
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 9 : 1
- Bohrung × Hub
- 102 x 95 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 1 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 36 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau tubulaire en acier
- Getriebe
- boîte à 5 rapports
- Endantrieb
- Cardan
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique Ø 43 mm, déb : 150 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux, déb : 99 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 300 mm, étrier 2 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 300 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 150/80-16
- Hinterreifen
- 170/70-16
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 705.00 mm
- Tankinhalt
- 20.00 L
- Gewicht
- 375.00 kg
- Neupreis
- 15 299 €
Übersicht
Als Kawasaki Mitte der 2000er Jahre beschloss, seine Custom-Palette aufzublasen, ging die Marke aus Akashi nicht gerade zimperlich vor. Nach der VN Classic und der Mean Streak erbt nun die Tourenversion den neuen, auf 1552 cm3 aufgebohrten Motor. Die Kawasaki VN1600 Classic Tourer des Jahrgangs 2006 gewinnt damit 82 cm3 gegenüber ihrer Vorgängerin und mit ihnen eine Handvoll zusätzlicher Newtonmeter, um ihre imposanten 375 kg fahrfertig in Bewegung zu setzen. Auf dem Papier steht man vor einem Ozeanriesen. Auf der Straße bestätigt sich das Gefühl.

Der V-Twin mit vier Ventilen pro Zylinder leistet 67 PS bei 4700 U/min, was an der roten Ampel keine Sportmaschine zum Zittern bringen wird. Doch das wahre Argument verbirgt sich weiter unten im Drehzahlbereich. Mit 124,5 Nm Drehmoment, die bereits ab 2700 U/min bereitstehen, setzt diese Mechanik auf geschmeidiges Beschleunigen und sanftes Gasgeben auf der Landstraße statt auf Autobahnhatz. Die Höchstgeschwindigkeit liegt denn auch bei 160 km/h, eine Zahl, die die Philosophie der Maschine perfekt widerspiegelt. Man kauft einen solchen Custom nicht, um Geschwindigkeitsrekorde zu brechen, man kauft ihn, um das Asphaltband in senatorischem Tempo abzurollen. Der Kardanantrieb und das Fünfganggetriebe weisen in dieselbe Richtung – die des Komforts und des minimalen Wartungsaufwands auf langen Strecken.
Bei der Ausstattung hat Kawasaki die Serienausstattung sorgfältig zusammengestellt. Großzügige Windschutzscheibe, starre Seitenkoffer, Sissy-Bar und Soziusgriffe werden serienmäßig mitgeliefert. Der 20-Liter-Tank ermöglicht eine ordentliche Reichweite, ohne für eine Tourenmaschine dieses Kalibers außergewöhnlich zu sein. Die Sitzbank, in nur 705 mm Höhe über dem Boden angesiedelt, beruhigt kleinere Fahrer und erleichtert das Manövrieren im Stand. Denn diese Masse zu rangieren, darauf muss man sich einstellen. Der Stahl-Doppelschleifenrahmen umschließt eine kompakte Mechanik, aber das Ganze bringt sein Gewicht auf die Waage, und das kleinste Rückwärtsschieben auf einem abschüssigen Parkplatz wird zur Kraftübung. Der Sozius hingegen reist unter guten Bedingungen, angelehnt an die Rückenstütze mit gut positionierten Fußrasten. Dies ist eindeutig ein Motorrad, das für den Zweipersonenbetrieb konzipiert wurde.
Man sollte nicht von ihr verlangen, was sie nicht kann. Die begrenzte Bodenfreiheit verbietet jede sportliche Ambitionen in engen Kurven, und die Fußrasten berühren den Asphalt, lange bevor der Fahrer Zeit hatte, sich zu vergnügen. Die Bremsanlage, bestehend aus zwei 300-mm-Scheiben vorne und einer hinten mit Zweikolben-Sätteln, erledigt ihre Arbeit ohne Leidenschaft. Man muss vorausschauend fahren, die Hinterradbremse dosieren und im Hinterkopf behalten, dass man mit Sozius knapp 400 kg bewegt. Gegenüber einer Yamaha XV1700 Road Star oder einer Honda VTX1800 positioniert sich die VN1600 als zugänglichere Alternative, weniger brachial in ihren Reaktionen, kultivierter in ihrem Auftreten. Sie sucht nicht die rohe Kraft, sondern den Kompromiss zwischen Präsenz und einfacher Handhabung.
Für 15 299 Euro im Jahr 2006 richtete sich die Kawasaki VN1600 Classic Tourer an Liebhaber ausgedehnter Touren, die den amerikanischen Stil ohne die Harley-Davidson-Rechnung wollten. Ihr geschmeidiger V-Twin, ihre Komplettausstattung und ihre niedrige Sitzbank machen sie zu einer Maschine, die für gemütliche Tourenfahrer-Paare geschneidert ist – für jene, die lieber die Landschaft genießen als ihre Kurvendurchfahrten zu stoppen. Sie revolutionierte nichts, aber sie erfüllte ihren Vertrag mit einer anerkennenswerten mechanischen Ehrlichkeit. Ein Schwergewicht des Asphalts, das seine Berufung als Langstreckenkreuzer voll und ganz annimmt.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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