Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1552 cc
- Leistung
- 67.0 ch @ 4700 tr/min (49.3 kW)
- Drehmoment
- 124.5 Nm @ 2700 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en V, 4 temps
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 9 : 1
- Bohrung × Hub
- 102 x 95 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 1 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 36 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau tubulaire en acier
- Getriebe
- boîte à 5 rapports
- Endantrieb
- Cardan
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique Ø 43 mm, déb : 150 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux, déb : 99 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 300 mm, étrier 2 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 300 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 150/80-16
- Hinterreifen
- 170/70-16
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 705.00 mm
- Tankinhalt
- 20.00 L
- Gewicht
- 375.00 kg
- Neupreis
- 15 299 €
Übersicht
Wer erinnert sich noch an die Zeit, als Kawasaki in der Liga der großen amerikanischen Custom-Tourer mitspielen wollte? Im Jahr 2005 stellte die Kawasaki VN1600 Classic Tourer die japanische Antwort auf die Harley-Davidson Road King und andere Yamaha Royal Star dar, mit einer einfachen Philosophie: großer Hubraum, Komfort und eine Silhouette, die darauf zugeschnitten war, Landstraßen zu zweit zu verschlingen. Ein ambitioniertes Wagnis für eine Maschine von 375 kg vollgetankt, angetrieben von einem V-Twin mit 1552 cm3, der vor Drehmoment nur so strotzt.

Dieser V-Zweizylinder-Viertakter leistet 67 PS bei 4700 U/min, was auf dem Papier niemanden ins Zittern versetzen dürfte. Doch der wahre Trumpf verbirgt sich weiter unten im Drehzahlband: 124,5 Nm Drehmoment, bereits ab 2700 U/min verfügbar. Das ist die Art Motor, die einen im fünften Gang bei 90 km/h mit einem Hauch Gas unbeirrt voranzieht, die Drehzahl kaum über dem Leerlauf. Der Kardanantrieb in Verbindung mit einem Fünfganggetriebe passt perfekt zu dieser Berufung als gelassene Reisende. Man vergisst die fettende Kette und das Einstellen der Kettenspannung; man dreht am Gasgriff und schaut der Landschaft beim Vorbeiziehen zu.
Die Serienausstattung unterscheidet diese Tourer von der Standard-VN Classic. Großzügige Windschutzscheibe, starre Seitenkoffer, Sissy-Bar für den Sozius und Haltegriffe bilden ein reisefertiges Paket, ohne den Zubehörkatalog bemühen zu müssen. Die Sitzbank, auf 705 mm Höhe positioniert, beruhigt kleinere Staturen und erlaubt es, beide Füße ohne Zögern flach auf den Boden zu setzen. Der Sozius erbt einen ordentlichen Platz hinten, gut gestützt gegen die Rückenlehne. Für Zweipersonenfahrten auf der Straße ist das ein gewichtiges Argument gegenüber einer Yamaha XV1700 Road Star Silverado, die ein beträchtliches Zubehörbudget erforderte, um dieses Komfortniveau zu erreichen.
Täuschen Sie sich nicht über das Temperament dieser Kawasaki VN1600 Classic Tourer. Ihre 375 kg fordern in jeder Kurve Respekt. Die Bodenfreiheit, eingeschränkt durch die vorverlegten Fußrasten und die Dimensionen des Stahl-Doppelschleifenrahmens, verbietet jegliche sportliche Ambitionen. Die Fußrasten schleifen schnell, und der Schräglagenspielraum beschränkt sich auf das, was die Geometrie eines Cruisers herzugeben bereit ist. Auch die Bremsanlage verdient eine offene Ansprache. Zwei 300-mm-Scheiben vorne, eine hinten, allesamt von Zweikolben-Sätteln gepackt. Bei Trockenheit ordentlich, aber beladen mit Sozius und Gepäck sollte man ernsthaft vorausschauend fahren und die Hinterradbremse zur Stabilisierung der Verzögerung einsetzen. Die 43-mm-Gabel und die beiden hinteren Stoßdämpfer stecken Straßenunebenheiten problemlos weg, vorausgesetzt man verwechselt Reisetempo nicht mit beherztem Angriff auf Nebenstraßen.
Mit 15 299 Euro im Jahr 2005 positionierte sich die VN1600 Tourer im oberen Bereich des Segments, gegenüber Konkurrentinnen mit besserer Elektronikausstattung oder geringerem Gewicht. Ihr 20-Liter-Tank begrenzte zudem die Reichweite – ein Paradox für eine Maschine, die zum Fernreisen einlädt. Doch diese Kawasaki zielte auf ein bestimmtes Publikum: Liebhaber ausgedehnter Touren, Motorradpaare, die geteilten Komfort über Leistung stellen, jene, die eine zuverlässige japanische Alternative zu den amerikanischen Twins suchen, ohne auf den klassischen Stil zu verzichten. Für genau dieses Programm erfüllte der große japanische V-Twin seinen Vertrag mit einer mechanischen Ehrlichkeit, die Respekt einflößt. Nicht die Agilste, nicht die am besten Verzögernde, aber eine aufrichtige Custom-Tourerin, die jene zu belohnen wusste, die bereit waren, in ihrem Rhythmus zu fahren.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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