Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1203 cc
- Leistung
- 126.0 ch (92.7 kW)
- Drehmoment
- 119.6 Nm @ 6000 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en V à 60°, 4 temps
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 12.5 : 1
- Bohrung × Hub
- 102 x 73.6 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- injection Ø 60 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- Treillis tubulaire en acier
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 43 mm, déb : 150 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 150 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 320 mm, fixation radiale
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 260 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 120/70-19
- Vorderreifendruck
- 2.48 bar
- Hinterreifen
- 150/70-18
- Hinterreifendruck
- 2.76 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 815.00 mm
- Tankinhalt
- 13.00 L
- Gewicht
- 240.00 kg
- Trockengewicht
- 232.00 kg
- Neupreis
- 14 990 €
Übersicht
Was hat eine amerikanische Marke, die für ihre verchromten Cruiser bekannt ist, auf dem Terrain der muskulösen Roadster verloren? Mit der Indian FTR 1200 Rally 2020 wagt die Firma aus Spirit Lake ein gewagtes Experiment. Die rohe Energie des Flat Track auf den Asphalt übertragen und das Ganze mit einem Hauch Abenteuer würzen. Das Ergebnis ist eine Hybridmaschine, irgendwo zwischen nervösem Roadster und Café-Terrassen-Scrambler. Ein eigenständiger Vorschlag, nicht unbedingt in allen Belangen ausgereift, aber mit dem Verdienst, nichts anderem im Katalog der Konkurrenz zu ähneln.

Der 60-Grad-V-Twin mit 1203 cc bildet das Herzstück. Mit 126 PS und vor allem 119,6 Nm Drehmoment, die bereits ab 6000 U/min anliegen, spielt dieser Motor in einer Kategorie, die Amerikaner selten bedienen. Man denkt an die verstorbene V-Rod von Harley, die einzige Landsfrau, die sich dieses Niveau an spezifischer Leistung getraut hat. Der Motorcharakter ist direkt, das Drehmoment im mittleren Drehzahlbereich großzügig. Auf der Straße lassen sich die 240 kg fahrfertig vergessen, solange das Tempo hoch bleibt. Der Stahl-Gitterrohrrahmen, die 43-mm-Upside-Down-Gabel und das hintere Zentralfederbein bieten jeweils 150 mm Federweg. Das ist ordentlich, ohne sportlich zu sein. Die Spezifikationen der Indian FTR 1200 Rally sprechen von einer Maschine, die auf Vielseitigkeit ausgelegt ist, nicht auf Kurvenjagd.
Optisch unterscheidet sich die Rally-Version durch ihre Speichenfelgen mit Pirelli Scorpion Rally STR in 120/70-19 vorne und 150/70-18 hinten. Mischbereifung, die ihre Stollen mit Stolz zur Schau trägt. Seien wir ehrlich: Das Offroad-Vergnügen wird sich auf gut befestigte Pisten beschränken. Weder die Bodenfreiheit, noch das Gewicht, noch die Geometrie erlauben ernsthafte Geländeabenteuer. Ein um 50 mm erhöhter ProTaper-Lenker richtet die Sitzposition auf und verstärkt diese entspannte Haltung. Das kleine Windschild schützt ein minimalistisches Cockpit, das auf den Drehzahlmesser zentriert ist. Die braune Sitzbank, der Scheinwerfer und die LED-Blinker, der Tempomat und der USB-Anschluss ergänzen eine recht großzügige Serienausstattung. Die Brembo-Bremsanlage mit zwei radial montierten 320-mm-Scheiben vorne und einer 260-mm-Scheibe hinten flößt Vertrauen ein.
Im Vergleich zur Konkurrenz offenbart der Test der Indian FTR 1200 Rally eine unscharfe Positionierung. Zu schwer und zu straßenorientiert, um mit einer Ducati Desert X auf Schotterwegen zu rivalisieren, nicht radikal genug, um einer Triumph Speed Triple auf dem Asphalt gefährlich zu werden. Sie besetzt eine sehr persönliche Nische – die des amerikanischen Roadsters mit Scrambler-Note, bestimmt für Motorradfahrer, die sich optisch abheben wollen, ohne auf Straßenperformance zu verzichten. Der 13-Liter-Tank begrenzt die Reichweite und bremst jegliche Touringambitionen. Die Sitzhöhe von 815 mm wird kleinere Fahrer ausschließen.

Zum Preis von 14 990 Euro im Jahr 2020 steht die Indian FTR 1200 Rally Japanerinnen und Europäerinnen gegenüber, die elektronisch besser ausgestattet sind. Wer mehr Technologie sucht, wird sich der S-Version im Katalog zuwenden. Wer das Wesentliche will, greift zur günstigeren Standard-FTR. Die Rally richtet sich an eine ganz bestimmte Klientel. Urbane Motorradfahrer, die Stil lieben, am Wochenende auf Landstraßen schnell unterwegs sind und vielleicht einmal einen Waldweg nehmen – für das Foto. Das ist bewusst so, das ist amerikanisch, das ist manchmal ärgerlich kompromissbehaftet. Aber dieser wütende V-Twin und diese einzigartige Optik sind einen Abstecher wert für jeden, der die genormten europäischen Naked Bikes satt hat.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
Bewertungen & Kommentare
Noch keine Bewertungen. Seien Sie der Erste!