Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1079 cc
- Leistung
- 86.0 ch @ 7500 tr/min (62.8 kW)
- Drehmoment
- 88.0 Nm @ 4750 tr/min
- Motortyp
- V2, four-stroke
- Kühlung
- Air
- Verdichtungsverhältnis
- 11.0:1
- Bohrung × Hub
- 98.0 x 71.0 mm (3.9 x 2.8 inches)
- Ventile/Zylinder
- 2
- Kraftstoffsystem
- Injection. Electronic fuel injection, 55 mm throttle body with full Ride by Wire (RbW)
- Steuerung
- Desmodromic valve control
- Starter
- Electric
Fahrwerk
- Rahmen
- Tubular steel Trellis
- Getriebe
- 6-speed
- Endantrieb
- Chain (final drive)
- Kupplung
- Light action, wet, multiplate clutch with hydraulic control. Self-servo action on drive, slipper action on over-run
- Vorderradaufhängung
- Öhlins fully adjustable Ø48 mm usd fork
- Hinterradaufhängung
- Öhlins monoshock, pre-load and rebound adjustable
- Federweg vorne
- 150 mm (5.9 inches)
- Federweg hinten
- 150 mm (5.9 inches)
Bremsen
- Vorderradbremse
- Double disc. ABS. Floating discs. Four-piston calipers. Radially mounted.
- Hinterradbremse
- Single disc. ABS. Floating disc. Single-piston caliper.
- Vorderreifen
- 120/70-ZR18
- Hinterreifen
- 180/55-ZR17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 810.00 mm
- Radstand
- 1514.00 mm
- Länge
- 2190.00 mm
- Breite
- 920.00 mm
- Höhe
- 920.00 mm
- Tankinhalt
- 15.00 L
- Gewicht
- 206.00 kg
- Trockengewicht
- 189.00 kg
Übersicht
Motorrad: Ducati Scrambler 1100 Sport (2022)

Wenn Ducati beschließt, seinen Scrambler aufzupeppen, dann nimmt es nicht leichtfertig. Den 1079 cm³ V2-Motor aus dem Monster zu entnehmen und unter einem neoklassischen Stahlrohrrahmen zu setzen, ist ein wenig so, als würde man einem Ringer einen Dreiteiler anziehen: das Ergebnis ist ungewöhnlich, aber es gebietet Respekt. Der Ducati Scrambler 1100 Sport ist nicht dazu da, in der Bologneser Modellpalette eine Nebenrolle zu spielen. Für 15.096 Euro beansprucht er eine Sonderstellung, zwischen der entspannten Ausstrahlung der Neoklassiker und den dynamischen Anforderungen eines echten Fahrers.
Was beim Ducati Scrambler 1100 Sport 2020 sofort auffällt, ist die visuelle Kohärenz. Die matte schwarze Lackierung dient als Hintergrund, um die gelben Streifen, die sich entlang der Seitenwand ziehen, die Aluminiumeinsätze auf dem Tank und vor allem die goldenen Öhlins-Kartuschen, die man unter jedem Ende des Motorrads sieht, besser hervorzuheben. Das ist kein Dekor: Die 48-mm Upside-Down-Gabel und der einteilige Hinterrad-Stoßdämpfer, beide vollständig einstellbar, sind das eigentliche sportliche Argument dieser Version im Vergleich zur Standardausführung. Im Vergleich zu dem, was Konkurrenten wie die Triumph Scrambler 1200 oder die BMW R nineT Scrambler bieten, setzt Ducati hier auf eine bewusste Qualitätsstrategie anstelle einer Pferdeleistungssteigerung. Der etwas tiefere Lenker als beim Basismodell verändert auch die Sitzposition, leicht nach vorne geneigt, ohne jedoch bis zum Halbschwingen eines Ducati Scrambler 1100 Sport Rennstrecken-Version zu gehen. Die Botschaft ist klar: Man hat Spaß, aber ernsthaft.
Mechanisch offenbart der Test des Ducati Scrambler 1100 Sport einen Motor, dessen Charakter über die rohen Zahlen gestellt wird. 86 PS bei 7.500 U/min sind bescheiden im Vergleich zu den 103 PS der Triumph, aber 88,3 Nm Drehmoment, die ab 4.750 U/min verfügbar sind, geben einen Schub im Mittelbereich, den die Anzeigen nicht wiedergeben. Dieser Zylinder-Doppelventiltwin, mit 98 mm Bohrung für einen 71 mm Hub und einem Verdichtungsverhältnis von 11:1, besitzt eine eigene Musik, die für luftgekühlte Motoren typisch ist, rau und direkt. Einige Besitzer fügen ihm ausserdem einen Ducati Scrambler 1100 Sport Termignoni Auspuff hinzu, um dies zu vervielfachen, und der Effekt ist sofort spürbar. Das Sechsganggetriebe sorgt für saubere Schaltvorgänge, und die 206 kg voller Tankfüllung lassen sich problemlos bei niedrigen Geschwindigkeiten handhaben, wobei die Sitzbank mit 810 mm Höhe für eine durchschnittliche Statur zugänglich bleibt.

Die elektronische Ausstattung ist dem Preis angemessen. Cornering ABS, einreihige Traktionskontrolle mit vier Stufen, Ride-by-Wire, drei Fahrmodi (Active, Journey, City) und ein doppeltes digitales Display im Armaturenbrett bilden eine Liste, die vor zehn Jahren jede High-End-Sportmaschine erröten lassen würde. Die Vierkolben-Brembo M4.32-Sättel, die auf zwei 320-mm-Scheiben vorne greifen, bilden eine solide Basis, obwohl man sich durchaus fragen könnte, ob die M50 nicht einen zusätzlichen Biss hätten bringen können. Die ehrliche Antwort: wahrscheinlich nicht, angesichts des Nutzungsprofils dieses Motorrads. Das Zielpublikum ist nicht der Sonntags-Streckenrennfahrer, sondern der erfahrene Motorradfahrer, der ein vielseitiges Fahrzeug sucht, das eine Landstraße elegant bewältigen und sich ohne körperliche Bestrafung in der Stadt schlängeln kann.
Für diejenigen, die einen gebrauchten Ducati Scrambler 1100 Sport suchen oder zwischen dem Ducati Scrambler 1100 Sport Pro zögern, liegt der Unterschied hauptsächlich in den optischen Details und einigen zusätzlichen Einstellungen bei der Pro-Version. Das Wesentliche, Motor, Federung und Elektronik, bleibt jedoch gleich. Dieser Scrambler 1100 Sport besetzt daher ein genaues Terrain: zu raffiniert für den Nostalgiker des Basisscramblers der sechziger Jahre, zu brav für den Streetfighter-Fan, aber perfekt abgestimmt für denjenigen, der ein italienisches Motorrad mit starkem Charakter, Lesbarkeit auf der Straße und ohne Komplexität im Stillstand möchte.
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