Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1670 cc
- Leistung
- 90.0 ch @ 4750 tr/min (66.2 kW)
- Drehmoment
- 150.0 Nm @ 3750 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en V, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Verdichtungsverhältnis
- 8.4:1
- Bohrung × Hub
- 97 x 113 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 40 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- en alu coulé sous pression
- Getriebe
- boîte à 5 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 43 mm, déb : 120 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 117 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 310 mm, fixation radiale, étrier 6 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 267 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 120/70-17
- Vorderreifendruck
- 2.50 bar
- Hinterreifen
- 190/50-17
- Hinterreifendruck
- 2.90 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 825.00 mm
- Tankinhalt
- 15.00 L
- Gewicht
- 265.00 kg
- Trockengewicht
- 240.00 kg
- Neupreis
- 13 263 €
Übersicht
Was treibt einen so rationalen Hersteller wie Yamaha dazu, ein Concept-Bike praktisch unverändert gegenüber dem Messeprototyp auf den Asphalt zu stellen? Die Yamaha MT-01 ist aus diesem seltenen Wagemut entstanden, erstmals 1999 als Prototyp vorgestellt, bevor sie mit verblüffender Treue zum ursprünglichen Traum in die Verkaufsräume kam. Die Version von 2010 behält alles bei, was das Biest ausmacht, und ergänzt eine von der R1 übernommene Bremsanlage: Radialbefestigung, Sechskolben-Bremssättel, zwei 310-mm-Scheiben vorn. Eine Supersport-Ausstattung, aufgepfropft auf eine Maschine, die ganz und gar kein Supersportler ist.

Das Herzstück der Yamaha MT-01 ist ihr von der Road Star Warrior stammender 1670-cc-V-Twin. Ein luftgekühlter Motor mit Trockensumpfschmierung und langhubiger Auslegung (97 x 113 mm), die seine Bestimmung verrät: Drehmoment zu liefern, jede Menge Drehmoment, und zwar früh. Die 150 Nm, die bereits bei 3 750 U/min anliegen, beschreiben dieses Motorrad besser als seine 90 PS bei 4 750 U/min. Der rote Bereich beginnt bei 5 500 Touren. Von den drehzahlhungrigen japanischen Kreischern ist man hier weit entfernt. Jede Beschleunigung geht durch Mark und Bein, mit einem direkten und sofortigen Schub, der eher an eine Buell XB12 oder eine Ducati Monster S4R erinnert als an einen klassischen japanischen Roadster. Das Fünfganggetriebe reicht angesichts des Motorcharakters völlig aus; man setzt auf Drehmoment statt auf Drehzahl, und die Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h bestätigt, dass die MT-01 nicht in der Liga der Dragster spielt.
Auf der Waage lügen die 265 kg fahrfertig nicht. Diese Maschine ist massiv. Der Druckguss-Aluminiumrahmen, die 43-mm-Upside-Down-Gabel und das Zentralfederbein hinten versuchen diese Masse mit einigem Erfolg zu bändigen, doch die Agilität einer Z1000 oder einer Tuono darf man nicht erwarten. Die Yamaha MT-01 will vorausschauend gefahren werden, indem man mit Lastwechseln und dem Durchzug des Drehmoments arbeitet. Die Reifen in 120/70-17 und 190/50-17 bieten einen guten Kompromiss, und die von der R1 inspirierte Radialbremsanlage gibt bei starken Verzögerungen Sicherheit. Die Sitzhöhe von 825 mm bleibt für die meisten Staturen erreichbar.
Bleibt die Frage der Positionierung. Das Datenblatt der Yamaha MT-01 passt in keine Schublade. Zu sportlich für einen Cruiser, zu untypisch für einen konventionellen Roadster, nicht leistungsstark genug, um es mit einer Triumph Rocket III auf dem Terrain der reinen Muskelkraft aufzunehmen. Genau das macht sie so liebenswert. Sie hat ihr eigenes Segment geschaffen – das des Roadsters mit großem, atmosphärischem Drehmoment, bei dem mechanische Empfindungen über Zahlen stehen. Wer eine Yamaha MT-01 gebraucht sucht, findet übrigens einen stabilen Wert: Die Preise bleiben konstant, gepflegte Exemplare sind noch auf dem Markt zu finden, und das Yamaha MT-01 Zubehör erlaubt eine Individualisierung nach eigenem Geschmack.
Der Neupreis von 13 263 Euro platzierte die MT-01 in einer hohen Preisklasse für eine 90-PS-Maschine, und das ist zweifellos ihr größter Schwachpunkt. Für diesen Betrag bot die Konkurrenz vielseitigere oder auf dem Papier leistungsstärkere Motorräder. Doch keines vermittelte dieses besondere Gefühl, auf einer japanischen Kodo-Trommel zu sitzen, bei der jede Zündung des V-Twins durch den Rahmen und in die Unterarme steigt. Die MT-01 richtet sich an Motorradfahrer, die schon alles gefahren sind und etwas anderes wollen als ein Wettrüsten um PS-Zahlen. Ein Charaktermotorrad, im Detail unvollkommen, aber zutiefst ehrlich in dem, was es bietet. Ihr einziges echtes Versäumnis: der Komfort auf langen Strecken, geopfert auf dem Altar von Stil und Kompaktheit. Mit ihrem 15-Liter-Tank sollte man besser nicht planen, Frankreich in einem Rutsch zu durchqueren.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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