Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 998 cc
- Leistung
- 139.0 ch @ 10600 tr/min (101.5 kW)
- Drehmoment
- 106.0 Nm @ 8000 tr/min
- Motortyp
- In-line four, four-stroke
- Kühlung
- Oil & air
- Verdichtungsverhältnis
- 13.0:1
- Bohrung × Hub
- 76.0 x 55.0 mm (3.0 x 2.2 inches)
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection. Sequential timed “Multipoint” electronic injection
- Steuerung
- Double Overhead Cams/Twin Cam (DOHC)
- Starter
- Electric
Fahrwerk
- Rahmen
- CrMo Steel tubular trellis (TIG welded)
- Getriebe
- 6-speed
- Endantrieb
- Chain (final drive)
- Vorderradaufhängung
- Upside-down telescopic hydraulic fork with rebound-compression damping and spring preload adjustment
- Hinterradaufhängung
- Progressive, single shock absorber with rebound compression damping and spring preload
- Federweg vorne
- 130 mm (5.1 inches)
- Federweg hinten
- 120 mm (4.7 inches)
Bremsen
- Vorderradbremse
- Double disc. 4-piston
- Hinterradbremse
- Single disc. 4-piston
- Vorderreifen
- 120/70-ZR17
- Hinterreifen
- 190/55-ZR17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 830.00 mm
- Radstand
- 1438.00 mm
- Bodenfreiheit
- 150.00 mm
- Länge
- 2093.00 mm
- Tankinhalt
- 23.00 L
- Gewicht
- 210.00 kg
- Trockengewicht
- 190.00 kg
- Neupreis
- 15 500 €
Übersicht
Was treibt einen Hersteller dazu, ein Motorrad zu überarbeiten, das niemand verändert sehen wollte? Als Tamburini die Brutale entwarf, stellte er ein derart vollendetes Objekt auf Räder, dass jede Änderung einem Sakrileg gleichkam. Dennoch wagte MV Agusta 2011 mit der Brutale 990R den Schritt. Während Ducati beim Monster alles dem Erdboden gleichmachte, um neu zu erfinden, wählte die Firma aus Varese den chirurgischen Weg. Das Ergebnis liest sich auf dem Papier wie ein Paradoxon: 85 % des Motorrads sind neu, doch man muss sich hinknien und drumherum gehen, um es zu bemerken. Der Scheinwerfer, nach wie vor geschliffen wie ein Porsche-Projektor, verbirgt nun LED-Standlichter in Doppelreihe. Das Cockpit, seit der ursprünglichen F4 unverändert, weicht einer vollständigen Instrumentenkombination, die endlich den eingelegten Gang, die Wassertemperatur und die Tankanzeige darstellt. Details, werden Sie sagen. Nur dass diese Details, aneinandergereiht, das Erlebnis an Bord grundlegend verändern.

Beim Fahrwerk bleibt der TIG-geschweißte CrMo-Stahl-Gitterrohrrahmen dem Prinzip treu, wurde aber deutlich leichter und kompakter gestaltet. Der Lenkkopfwinkel öffnet sich um ein halbes Grad auf 25°, die Schwinge gewinnt 20 mm, und der Radstand wächst auf 1 438 mm. Die MV Agusta Brutale 990R strebt klar nach mehr Stabilität, ohne die Agilität zu opfern, unterstützt von neu gestalteten und leichteren Felgen. Die Upside-down-Gabel behält ihre 50-mm-Rohre, profitiert aber von einer internen Neukalibrierung, ebenso wie der hintere Stoßdämpfer. Ein rotierender Lenkungsdämpfer, versteckt unter dem Lenker, vervollständigt das Paket. Die Bremsen setzen auf bewährte Basis: Doppelscheibe mit 310 mm vorne mit radialen Vierkolben-Sätteln, Einzelscheibe und Vierkolben-Sattel hinten. Keine Monoblock-Sättel hier – die reserviert MV der großen Schwester 1090 R. Mit 190 kg trocken und 210 kg fahrfertig liegt die Maschine im Rahmen des Segments gegenüber einer Streetfighter 1098 oder einer CB1000R, ohne die Leichtigkeit einer Speed Triple zu erreichen.
Der Reihenvierzylinder wächst von 982 auf 998 cc durch ein umgekehrtes Bohrung-Hub-Verhältnis: Die Bohrung schrumpft auf 76 mm, der Hub verlängert sich auf 55 mm. Diese Neugewichtung begünstigt das Drehmoment, das auf 106 Nm bei 8 000 U/min klettert. Die Leistung geht leicht auf 139 PS bei 10 600 U/min zurück, bei einem Verdichtungsverhältnis von 13:1, das einen gewissen Appetit auf Super-Benzin verrät. Der wahre Fortschritt liegt in der Bordelektronik: eine achtstufige Traktionskontrolle, zwei wählbare Motorkennfelder, neue Einspritz-Drosselklappen. MV hat zudem den Kühlkreislauf und die Schmierung mit einer Ölpumpe größerer Kapazität überarbeitet. Für diejenigen, die in den Foren zur MV Agusta Brutale 990R unterwegs sind, zählen diese mechanischen Verbesserungen ebenso viel wie die Ästhetik, denn die ersten Brutale hatten mitunter den Ruf, ihren Fahrer ebenso aufzuheizen wie ihren Motor.

Die Ergonomie entwickelt sich in Richtung mehr Zugänglichkeit, mit verstellbaren Fußrasten und einer überarbeiteten Sitzposition, auch wenn die Sitzhöhe von 830 mm kleineren Staturen keine Geschenke macht. Der 23-Liter-Tank bietet eine anständige Reichweite für einen Roadster dieser Hubraumklasse, und die Auspuffanlagen wurden gezähmt, um der Euro-3-Norm zu entsprechen. Mit 15 500 Euro positioniert sich die 990R als Premium-Naked, spürbar über einer Street Triple R, aber in derselben Zone wie eine Ducati Streetfighter. Die Zielgruppe bleibt die erfahrener Motorradfahrer, Liebhaber edler Mechanik und Linien, die mit nichts anderem vergleichbar sind. Manche Puristen werden bedauern, dass die MV Agusta Brutale 990R Anniversary und ihre Ableger wie die 150th Edition die Tür zu einem breiteren Publikum geöffnet haben. Doch wenn ein Motorrad 265 km/h Spitze, einen Gitterrohrrahmen wie vom Juwelier und diese Erscheinung von einem anderen Stern vereinen kann, verzeiht man ihm gerne den Wunsch, auch jenseits des Kreises der Eingeweihten zu verführen.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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