Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 749 cc
- Leistung
- 126.0 ch @ 12500 tr/min (92.7 kW)
- Drehmoment
- 73.5 Nm @ 10500 tr/min
- Motortyp
- 4 cylindres en ligne, 4 temps
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 12:1
- Bohrung × Hub
- 73.8 x 43.8 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- treillis en tubes d\'acier au chrome molybdène
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 50 mm, déb : 118 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 120 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 310 mm, étrier 6 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 210 mm, étrier 4 pistons
- Vorderreifen
- 120/65-17
- Hinterreifen
- 190/50-17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 805.00 mm
- Tankinhalt
- 19.00 L
- Trockengewicht
- 185.00 kg
- Neupreis
- 17 000 €
Übersicht
Dreihundert. Das ist die Anzahl der Exemplare, die MV Agusta für diese America-Version seiner Brutale 750 S im Jahr 2005 produzieren wollte. Nicht eines mehr. Jede Maschine verlässt das Werk mit einer auf ihre Seriennummer gravierten Plakette und einem Echtheitszertifikat, als würde Varese ein Kunstwerk liefern statt eines Zweirads. Das ist nicht völlig falsch.

Die Brutale war in ihrer Standardkonfiguration bereits eine Maschine, die den Atem verschlug. Ein Reihenvierzylinder mit 749 cc, kurzhubig ausgelegt mit einer Bohrung von 73,8 mm bei einem Hub von nur 43,8 mm, der bis auf 12.500 U/min dreht und dabei 126 PS freisetzt. Das Drehmoment von 73,5 Nm liegt bei 10.500 U/min an, was bedeutet, dass dieser Motor erst im hohen Drehzahlbereich wirklich lebendig wird. Das ist weit entfernt von einem britischen Twin, der schon ab 3.000 Touren schiebt. Hier muss man das Sechsganggetriebe arbeiten lassen, im optimalen Drehzahlband bleiben und akzeptieren, dass die Mechanik ihre Bedingungen diktiert. Die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h ist glaubwürdig, aber darum geht es bei dieser Maschine nicht. Es geht um den Klang, das Hochdrehen, das Gefühl, dass der Motor erst jenseits der 8.000 Touren richtig erwacht.
Die America fügt all dem eine patrimoniale Dimension hinzu. Das dreifarbige Rot-Weiß-Blau erinnert ausdrücklich an die MV Agusta-Rennmaschinen der 1970er Jahre, jene von Agostini, aus einer Zeit, als die Marke die Grand Prix dominierte. Die Carbon-Anbauteile, die Marchesini-Felgen aus geschmiedetem Aluminium, der mit Alcantara bezogene Sitz: Jedes Detail ist bis zur Obsession gepflegt. Der Gitterrohrrahmen aus Chrom-Molybdän-Stahl ist sichtbar, inszeniert, geradezu zur Schau gestellt wie eine industrielle Skulptur. Die 50-mm-Upside-down-Gabel und der hintere Monodämpfer mit 118 bzw. 120 mm Federweg komplettieren ein Fahrwerk, das eher in Richtung Sportlichkeit als Langstreckenkomfort tendiert.
Mit 185 kg Trockengewicht ist die Brutale America kein Leichtgewicht, bleibt aber in vernünftigen Verhältnissen für die Klasse. Die Sitzhöhe von 805 mm passt zu den meisten Körpergrößen. Die vorderen Bremsen, zwei 310-mm-Scheiben mit Sechskolben-Bremszangen gebissen, sind der verfügbaren Leistung angemessen. Dies ist kein Motorrad für Anfänger, und MV Agusta gibt das auch nicht vor. Zum Markteinführungspreis von 17.000 Euro richtete sie sich an Sammler ebenso wie an Fahrer, an Enthusiasten, die eine seltene Maschine in ihrer Garage haben wollten, etwas, das die Ducati Monster oder die Triumph Speed Triple nicht bieten konnten, eben weil diese in Tausenden von Exemplaren produziert werden.
Das ist die Wette dieser America: Sie konkurriert nicht wirklich mit den Großserien-Roadster auf dem Terrain der Zugänglichkeit oder Vielseitigkeit. Sie spielt auf einem anderen Register, jenem des einzigartigen Objekts, des reinrassigen Pferdes aus besonderem Zuchtbestand. Der diesem Positionierungsansatz innewohnende Mangel ist, dass die zugrunde liegende Mechanik jene einer klassischen Brutale 750 S bleibt – leistungsstark, aber für die damalige Zeit nicht revolutionär. Was hier verkauft wird, ist vor allem Seltenheit und Erbe. Für manche ist das genau das, was Wert hat. Für andere werden 17.000 Euro für ein auf 300 Einheiten produziertes Motorrad immer wie ein Aufpreis für eine Seriennummer wirken. Beide Lesarten lassen sich vertreten.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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