Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1064 cc
- Leistung
- 91.0 ch @ 7800 tr/min (66.9 kW)
- Drehmoment
- 92.2 Nm @ 6000 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en V transversal à 90°, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Verdichtungsverhältnis
- 9.5 : 1
- Bohrung × Hub
- 92 x 80 mm
- Ventile/Zylinder
- 2
- Kraftstoffsystem
- Injection
Fahrwerk
- Rahmen
- poutre et double berceau interrompu en acier
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Cardan
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 40 mm, déb : 120 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 128 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 320 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 282 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 120/70-17
- Vorderreifendruck
- 2.20 bar
- Hinterreifen
- 180/55-17
- Hinterreifendruck
- 2.40 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 800.00 mm
- Tankinhalt
- 22.00 L
- Gewicht
- 243.00 kg
- Trockengewicht
- 221.00 kg
- Neupreis
- 11 200 €
Übersicht
Wer erinnert sich noch an die charakterstarken Roadster, jene, die einem die Handgelenke durchschütteln und bei jeder Beschleunigung daran erinnern, dass man lebt? 2005, während Japan glatte Vierzylinder wie Turbinen aufstellte, beharrte Moto Guzzi mit seiner V11 Sport Naked und dem großen quer eingebauten V-Twin mit 1064 cc auf seinem eigenen Weg. Ein Motorrad, geboren aus der sturen Überzeugung einer Handvoll Ingenieure aus Mandello del Lario, die davon überzeugt waren, dass ein Motor ebenso Kunstwerk wie mechanisches Organ sein kann.

Der vom Calif-Modell übernommene 90°-Twin wurde überarbeitet, um auf 91 PS bei 7800 U/min zu kommen, bei einem Drehmoment von 92 Nm, das bereits ab 6000 Touren anliegt. Auf dem Papier nichts Spektakuläres gegenüber einer Ducati Monster S4R oder einer Triumph Speed Triple derselben Epoche. Doch Zahlen erzählen nicht alles. Dieser V-Twin lebt, pulsiert, schaukelt das Motorrad im Stand von einer Seite zur anderen, wenn man Gas gibt. Er zieht aus niedrigen Drehzahlen entschlossen durch, zeigt sich im mittleren Drehzahlbereich geschmeidig und verliert dann im Bereich um 4000 U/min etwas an Atem, bevor er weiter oben wieder zupackt. Das Sechsganggetriebe, per Kardan übertragen, verlangt Fingerspitzengefühl. Jeder Gang will verdient sein, man muss den Schalthebel mit Uhrmacherpräzision begleiten, will man hässliches Knirschen vermeiden. Der Kardanantrieb seinerseits bietet die Ruhe minimalen Wartungsaufwands und das Fehlen einer zu schmierenden Kette – ein Luxus für Langstreckenfahrer.
Auf der Straße bringt die V11 Sport Naked ihre 243 kg vollgetankt auf die Waage und versucht gar nicht erst, das zu verbergen. Die 40-mm-Upside-down-Gabel und das hintere Zentralfederbein leisten auf sauberem Asphalt ordentliche Arbeit, doch der Stahlrahmen – eine Mischung aus Brücken- und unterbrochenem Doppelschleifenrahmen – zeigt auf schlechtem Belag seine Grenzen. Störende Vibrationen melden sich, es fehlt an Steifigkeit, und das Motorrad wird nervös, wenn man sich seiner Höchstgeschwindigkeit von 215 km/h nähert. Zwecklos, sie zu hetzen. Die V11 ist keine verkleidete Sportmaschine, sondern ein temperamentvoller Roadster, der den geduldigen Fahrer belohnt. Wer bereit ist, in ihrem Rhythmus zu fahren, Kurven gestützt auf das großzügige Drehmoment des Twins auszurollen, wird mit Empfindungen belohnt, die kein keimfreier Japaner bieten kann. Die Sitzhöhe von 800 mm nimmt die meisten Staturen gut auf, und der 22-Liter-Tank erlaubt vernünftige Etappen.

Die Bremsanlage gehört zu den echten Stärken dieser Italienerin. Zwei 320-mm-Scheiben mit Vierkolben-Sätteln vorne, eine 282-mm-Scheibe mit Zweikolben-Sattel hinten. Brembo in bester Manier – kraftvoll, progressiv, sofort Vertrauen einflößend. In diesem Punkt muss sich die Guzzi vor ihren europäischen Konkurrentinnen nicht verstecken und übertrifft sogar manche teurere Rivalin.
Bleibt die Preisfrage. Mit 11 200 Euro im Jahr 2005 positionierte sich die V11 Sport Naked oberhalb zahlreicher japanischer Roadster, die auf dem Papier besser ausgestattet waren. Doch eine Moto Guzzi kauft man nicht, um Kästchen auf einem Datenblatt anzukreuzen. Man kauft sie wegen des Wahnsinns dieses quer eingebauten Motors, wegen dieser rassigen Silhouette, die an die V7 Sport der 70er-Jahre erinnert, wegen des Geruchs von heißem Öl und des rauen Grollens am Auspuff. Es ist ein Motorrad für Enthusiasten, geschaffen für denjenigen, der Charakter der reinen Leistung vorzieht, mechanische Seele der allgegenwärtigen Elektronik. Kein Anfängermotorrad angesichts seines Gewichts und seines Temperaments, aber eine Herzensentscheidung für den erfahrenen Motorradfahrer, der auf andere Art vibrieren will.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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