Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1064 cc
- Leistung
- 91.0 ch @ 7800 tr/min (67.2 kW)
- Drehmoment
- 94.0 Nm @ 6000 tr/min
- Motortyp
- V2, four-stroke
- Kühlung
- Air
- Verdichtungsverhältnis
- 9.5:1
- Bohrung × Hub
- 92.0 x 80.0 mm (3.6 x 3.1 inches)
- Ventile/Zylinder
- 2
- Kraftstoffsystem
- Injection
- Starter
- Electric
Fahrwerk
- Rahmen
- poutre et double berceau interrompu en acier
- Getriebe
- 6-speed
- Endantrieb
- Shaft drive (cardan) (final drive)
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée Ø 40 mm, déb : 120 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur, déb : 128 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 320 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Single disc
- Vorderreifen
- 120/70-17
- Vorderreifendruck
- 2.20 bar
- Hinterreifen
- 180/55-17
- Hinterreifendruck
- 2.40 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 800.00 mm
- Radstand
- 1490.00 mm
- Länge
- 2150.00 mm
- Breite
- 785.00 mm
- Tankinhalt
- 22.00 L
- Gewicht
- 243.00 kg
- Trockengewicht
- 221.00 kg
- Neupreis
- 11 200 €
Übersicht
Wer erinnert sich noch an Motorräder, die von Enthusiasten gebaut wurden und nicht von Excel-Tabellen? 2002 liefert Moto Guzzi seine V11 Sport Naked, einen Roadster, der nach der Werkstatt von Mandello del Lario riecht und nach stiller Rebellion gegen japanische Standards. Als geistige Nachfahrin der V7 S versucht diese Italienerin nicht, es allen recht zu machen. Sie polarisiert, sie fasziniert, sie verführt jene, die bereit sind, sich auf ihren Charakter einzulassen. Und an Charakter hat ihr quer eingebauter V-Twin mit 1064 cc mehr als genug.

Der luftgekühlte Zweizylinder-Viertaktmotor, aus der California-Linie übernommen und überarbeitet, leistet 91 PS bei 7800 U/min und 94 Nm Drehmoment bei 6000 Touren. Auf dem Papier nichts Spektakuläres im Vergleich zu einer Ducati Monster S4 oder einer Triumph Speed Triple derselben Ära. Doch die Zahlen erzählen nur einen Teil der Geschichte. Dieser Motor lebt von seinen Empfindungen: die deutlichen Lastwechselreaktionen der Kolben bei jedem Gasaufreißen, das seitliche Nicken, typisch für Guzzi, diese Mechanik, die unter dem 22-Liter-Tank pulsiert wie ein freiliegendes Herz. Allerdings fehlt es im Bereich um 4000 U/min an Biss, und das Sechsganggetriebe verlangt einen aufmerksamen Fuß. Jeder Gangwechsel will verdient sein. Alles wird über einen Kardanantrieb übertragen, zuverlässig und wartungsfrei, der das tourentaugliche Temperament des Ganzen unterstreicht.
Auf der Straße bringt die V11 Sport Naked ihre 243 kg fahrfertig auf die Waage. Das spürt man. Der Brückenrahmen mit unterbrochenem Doppelschleifen-Stahlrahmen offenbart trotz des 2001 auf 1490 mm verlängerten Radstands – für mehr Stabilität – seine Grenzen, wenn das Tempo steigt. Die 40-mm-Upside-Down-Gabel und das hintere Zentralfederbein stecken den Alltagsbetrieb ordentlich weg, doch schlechte Fahrbahnbeläge und hohe Geschwindigkeiten legen einen Mangel an struktureller Steifigkeit offen. Es ist zwecklos, in schnellen Kurvenkombinationen den Helden zu spielen: Dieses Motorrad ist keine verkleidete Sportmaschine. Sie bevorzugt lange Kurven, geschmeidig durchfahren, den Fahrer fest im Sattel auf 800 mm Sitzhöhe, das Drehmoment des Twins die Arbeit am Kurvenausgang erledigen lassend. Genau da entfaltet sie ihren ganzen Sinn.

Beim Bremsen gibt es nichts auszusetzen. Die beiden vorderen 320-mm-Scheiben, gegriffen von Brembo-Vierkolbensätteln, bieten einen entschlossenen Biss und präzise Dosierbarkeit. Das ist eine der echten Stärken dieser Maschine, ein Bereich, an dem Guzzi nicht gespart hat. Die Bereifung in 120/70-17 und 180/55-17 komplettiert ein stimmiges Fahrwerk für den gemischten Einsatz, zwischen Sonntagstouren und alltäglichen Fahrten ohne Langeweile. Die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 215 km/h bleibt nebensächlich: Niemand kauft eine V11, um auf der Autobahn Bestzeiten zu jagen.
Für 11 200 Euro im Jahr 2002 verlangte Moto Guzzi einen beträchtlichen finanziellen Einsatz. Teurer als eine Suzuki SV1000 N, auf dem Niveau einer Monster 900, rechtfertigte sich der Preis durch sorgfältige Verarbeitung und eine Persönlichkeit, die die Konkurrentinnen nicht nachahmen konnten. Die V11 Sport Naked richtet sich an Motorradfahrer, die bereits gefahren sind, die wissen, was sie wollen und was sie nicht mehr wollen. Kein Anfängermotorrad, kein Rennstreckenwerkzeug, kein chirurgisches Skalpell. Eher ein charakterstarkes Messer, auf traditionelle Art geschmiedet, mit seinen bewusst in Kauf genommenen Ecken und Kanten und seinem Charme, der sich unmöglich fälschen lässt. Die Art Maschine, die man lange behält, gerade weil sie nichts anderem gleicht.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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