Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1064 cc
- Leistung
- 74.0 ch @ 6400 tr/min (54.4 kW)
- Drehmoment
- 94.1 Nm @ 5000 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en L à 90°, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Verdichtungsverhältnis
- 9.8 : 1
- Bohrung × Hub
- 92 x 80 mm
- Ventile/Zylinder
- 2
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 40 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau tubulaire en acier
- Getriebe
- boîte à 5 rapports
- Endantrieb
- Cardan
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique Ø 45 mm, déb : 140 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux, déb : 96 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 320 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 282 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 110/90-18
- Hinterreifen
- 140/70-17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 780.00 mm
- Tankinhalt
- 19.00 L
- Trockengewicht
- 246.00 kg
- Neupreis
- 9 490 €
Übersicht
Ein Designbüro damit zu beauftragen, eine California zu kleiden, ist ein bisschen so, als würde man einen Maßanzug bestellen und dann darum bitten, die goldenen Knöpfe zu entfernen, um die Rechnung zu senken. Das ist im Wesentlichen das, was Moto Guzzi mit dem Marktstart der Moto Guzzi California Jackal im Jahr 2000 getan hat: die California EV nehmen, ihr einen Großteil ihres Schmucks wegnehmen und das Ergebnis für 9.490 Euro anbieten. Das sind etwa 3.000 Euro weniger als das große Schwestermodell. Die Rechnung ist einfach, die Kompromisse auch.

Was dabei auf der Strecke bleibt? Eine vordere Bremsscheibe, der Hauptständer, die Zylinderschutzabdeckungen, die Verbundbremse, die schlauchlosen Felgen und eine beträchtliche Menge Chrom. Das Armaturenbrett wird auf ein Minimum reduziert. Auf dem Papier tut das weh. In der Realität kommt es darauf an, was man sucht. Wenn der Käufer die Jackal wegen ihrer rohen, reduzierten, fast bewusst nüchternen Seite angepeilt hat, dann hat Guzzi ins Schwarze getroffen. Die Moto Guzzi California Jackal 2000 erhebt keinen Anspruch auf Luxus. Sie steht zu ihrer Rustikalität wie zu einer Haltung.
Unter dem 19-Liter-Tank schlägt jener 90-Grad-L-Zweizylinder mit 1.064 cm³, der den Ruf der Marke aus Mandello del Lario begründet hat. Die 74 PS liegen bei 6.400 Umdrehungen an, doch es ist das Drehmoment, das alles bestimmt: 94,1 Nm bei 5.000 U/min, abgegeben mit jener ruhigen, pulsierenden Gleichmäßigkeit, die einen Guzzi von jedem anderen Twin unterscheidet. Der Motor vibriert, hämmert, gibt sein Tempo vor. Das ist keine Eigenschaft, die jeder zu schätzen weiß, aber wer sie sucht, wird sie nirgendwo sonst mit einer solchen Unverblümtheit finden. Das Fünfganggetriebe hingegen erinnert daran, dass man sich nicht auf einer japanischen Maschine des Jahres 2000 befindet: Die Schaltvorgänge verlangen Respekt, ja sogar Nachsicht. Das ist der Preis der Authentizität – oder der Sturheit, je nach Gemütslage.
Bei 246 Kilogramm Trockengewicht lässt sich die Jackal in Bewegung mit relativer Leichtigkeit handhaben. Die Kardanübertragung, kombiniert mit dem früh verfügbaren hohen Drehmoment, verleiht ihr den Charakter eines geschliffenen Traktors, der ebenso gemächlich dahingleiten wie mit Überzeugung bis zu den angegebenen 200 km/h beschleunigen kann. Wo der Schuh drückt, ist hinten. Die beiden seitlichen Stoßdämpfer mit ihrem Federweg von 96 mm werden der Maschine auf schlechten Straßen nicht gerecht. Der Fahrkomfort leidet darunter, und die Moto Guzzi California Jackal 2001, technisch baugleich, hat diesen Punkt nicht korrigiert. Die Stoßdämpfer der California EV sind ein Upgrade, das ernsthaft in Betracht gezogen werden sollte. Die einzelne 320-mm-Vorderscheibe mit ihrem Vierkolbensattel leistet im normalen Betrieb ihren Dienst, stößt jedoch bei kräftigen und unerwarteten Verzögerungen an ihre Grenzen. Eine zweite Scheibe ist keine Spielerei.
Genau darin liegt die etwas eigenwillige Philosophie dieser Maschine. Die Jackal ist kein fertiges Produkt, sondern eine Arbeitsgrundlage. Guzzi liefert den Doppelschleifenrahmen, den Motor, das Wesentliche – und überlässt es dem Eigentümer, den Rest nach eigenen Prioritäten und eigenem Budget zu ergänzen. Manche werden darin eine geschickte Art sehen, Zubehör zu verkaufen. Andere werden darin die Freiheit finden, ihre persönliche California Stück für Stück aufzubauen. Die Zielgruppe ist nicht der Einsteiger, der von den Abmessungen und den mechanischen Eigenheiten des Gefährts schnell überfordert sein wird. Es ist der Liebhaber schöner italienischer Mechanik, der bereits mit Customs oder charakterstarken Standardmaschinen vertraut ist und die Kompromisse des Genres akzeptiert – im Austausch für eine akustische und haptische Identität, die nur noch wenige Maschinen so unverfälscht zu bieten wissen.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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