Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 853 cc
- Leistung
- 66.5 ch @ 6800 tr/min (48.9 kW)
- Drehmoment
- 75.5 Nm @ 5000 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en L à 90°, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Verdichtungsverhältnis
- 10,5 : 1
- Bohrung × Hub
- 84 x 77 mm
- Ventile/Zylinder
- 2
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 38 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- double berceau tubulaire en acier
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Cardan
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique Ø 40 mm, déb : 130 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux, déb : 120 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Brembo Ø 320 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 260 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 100/90-18
- Vorderreifendruck
- 2.50 bar
- Hinterreifen
- 150/70-17
- Hinterreifendruck
- 2.50 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 770.00 mm
- Tankinhalt
- 21.00 L
- Gewicht
- 218.00 kg
- Trockengewicht
- 198.00 kg
- Neupreis
- 16 200 €
Übersicht
Manche Motorräder sind nicht zum Fahren gemacht. Dieses hier tauchte nie im offiziellen Katalog auf, war nie in einem Händler ausgestellt und hatte weltweit nur einen einzigen Besitzer. Die V7 Stone 75° Oro Olimpico ist ein Einzelstück, entstanden aus einer Geschichte, die selbst den eingefleischtesten Guzzi-Kennern größtenteils unbekannt ist.

Mandello del Lario, am Ufer des Comer Sees, 1929. Carlo Guzzi, Giorgio Parodi und Giovanni Ravelli gründen einen Ruderclub für ihre Arbeiter. Kein PR-Gag avant la lettre, sondern gelebter Sport, gefördert und ernst genommen. Die Männer aus der Fabrik rudern – und sie rudern gut. So gut, dass bei den Olympischen Spielen 1948 in London eine Werksmannschaft die Goldmedaille im Rudern gewinnt. Giuseppe Moioli, Francesco Faggi, Elio Morille und Giovanni Invernizzi kehren als Olympiasieger zurück. Der Patron schenkt ihnen als Dankeschön ein Motorrad mit 175 cm³ und acht Tage bezahlten Urlaub. Fünfundsiebzig Jahre später gedenkt Moto Guzzi diesem besonderen Ereignis mit dieser V7 im Blut-und-Gold-Gewand.
Die Optik trifft, noch bevor der Motor läuft. Die Zylinderköpfe des 90°-V-Zweizylinders sind in einer goldenen Veredelung gehalten, die sich vom Guzzi-Rot des Tanks abhebt. Die Felgen erhalten dieselbe Behandlung, Zierlinien laufen über die Flanken, und die Sitzbank trägt passende Ziernähte. Das Ergebnis ist weniger protzig, als man befürchten könnte: stimmig, kontrolliert, in seiner Opulenz beinahe zurückhaltend. Ein goldener Medaillen-Sticker auf dem Tank erinnert ans Ereignis, ohne zu übertreiben. Unter dieser Zeremonial-Verkleidung arbeitet die Mechanik der serienmäßigen V7 Stone: 853 cm³, Doppelschleifenrahmen aus Stahl, 40-mm-Gabel und jene Kardanwelle, die seit Jahrzehnten das Markenzeichen der Guzzi ist. Die Sitzhöhe beträgt 770 mm, das Gewicht vollgetankt 218 kg, der Tank fasst 21 Liter. Für Kenner der Baureihe keine Überraschungen.
Die Oro Olimpico-Version erhält jedoch ein zusätzliches Treatment: ein Paar Arrow-Schalldämpfer sowie eine überarbeitete Motorsteuerung. Die Leistungszunahme fällt bescheiden aus – 1,5 PS und 2 Nm mehr – womit der Zweizylinder auf 66,5 PS bei 6800 U/min und 75,5 Nm bei 5000 U/min kommt. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 170 km/h. Zwei neue Töpfe machen aus einer Stone keine Sportlerin, aber der Klang verändert sich, der Charakter auch. Gegenüber einer Triumph Bonneville T100 oder einer Royal Enfield Super Meteor behauptet die Guzzi ihren technischen Vorteil mit dem Kardan – dieser sauberen, wartungsfreien Kraftübertragung, die auf lange Sicht Vertrauen schafft. Beim nackten Fahrgenuss verliert sie jedoch Boden; der transalpine Zweizylinder schiebt linear durch, entfacht aber im mittleren Drehzahlbereich keine Leidenschaften.
Auf der Plattform CharityStars versteigert, fand diese einmalige V7 einen Käufer für 16.200 Euro – ungefähr das Doppelte einer V7 Stone aus dem Katalog. Der gesamte Erlös floss an den Ruderclub Canottieri Moto Guzzi, der seine Mission inzwischen über den Sport hinaus erweitert hat und Jugendliche sowie Menschen mit Behinderung begleitet. Es ist also kein Motorrad, das man zum Fahren kauft; es ist ein Sammlerstück im Dienst einer guten Sache, getragen von einer Geschichte, die nur wenige Hersteller mit solcher Eleganz zu erzählen wüssten. Für den Sammler, der es erworben hat, ist der Eintrittspreis hoch – doch der symbolische Wert übersteigt den Kaufpreis bei Weitem.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS
- Jantes aluminium
- Indicateur de vitesse engagée
- Contrôle de traction
Praktische Infos
- Véhicule accessible au permis A2 ou bridable à 47.5ch / 35 Kw
- La moto est accessible aux permis : A, A2
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