Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 998 cc
- Leistung
- 136.0 ch @ 9750 tr/min (99.3 kW)
- Drehmoment
- 105.0 Nm @ 7500 tr/min
- Motortyp
- V2, four-stroke
- Kühlung
- Liquid
- Verdichtungsverhältnis
- 11.8:1
- Bohrung × Hub
- 97.0 x 67.5 mm (3.8 x 2.7 inches)
- Ventile/Zylinder
- 4
- Steuerung
- Double Overhead Cams/Twin Cam (DOHC)
Fahrwerk
- Rahmen
- High tensile CrMO steel lattice frame with milled aluminium alloy side plates, steering damper
- Vorderradaufhängung
- 43mm Öhlins titanium nitride coated upside-down fork
- Hinterradaufhängung
- Aluminium alloy swing-arm; Öhlins racing
- Federweg vorne
- 120 mm (4.7 inches)
Bremsen
- Vorderradbremse
- Double disc
- Hinterradbremse
- Single disc
- Vorderreifen
- 3.50-17
- Hinterreifen
- 6.00-17
Übersicht
Im Jahr 2004 stellte es einen fast unheiligen Akt dar, Laverda mit einem sportlichen V2-Motor mit 1000 cm³ wiederzubeleben. Das Erbe war schwer, gewoben aus dröhnenden Triples und Legendenmaschinen wie der 1000 3C. Die italienische Marke, damals in den Händen einer Industriegruppe, entschied sich für einen technischen, fast rohen Purismus. Diese Laverda 1000 versuchte nicht, die Massen zu erobern; sie zielte auf den anspruchsvollen Sammler und den nostalgischen Fahrer ab, der eine Ära suchte, in der die Mechanik Vorrang vor der Elektronik hatte. Ihr Stahl-Gitterrohrrahmen CrMO, verstärkt durch maschinengefräste Aluminium-Flansche, kündigte die Farbe an: eine starre Struktur, die für die Aufnahme der Leistung eines V2-Motors mit 136 PS ausgelegt war. Der serienmäßige Lenkungsdämpfer bestätigte diese radikale Ausrichtung, bereit, die Launen eines tief liegenden und nach vorne verlagerten Motors zu zähmen.

Dieser Motor ist gerade ein Stück Stolz. Mit einem Bohrungsdurchmesser von 97 mm und einem Hub von 67,5 mm weist der 997,6 cm³ V2-Motor quadratische Abmessungen auf, die auf Lebendigkeit ausgelegt sind. Das Verdichtungsverhältnis von 11,8:1 und die vier Ventile pro Zylinder ermöglichen es der Maschine, ihre 99,3 kW bei 9750 U/min freizusetzen, während das massive Drehmoment von 105 Nm bei 7500 U/min deutlich zum Leben erwacht. Man ist weit entfernt von der Geschmeidigkeit eines modernen Twins; hier muss man den Motor drehen, ihn unter Druck setzen. Die Massenverteilung, mit diesem kompakten V2, sollte ein lebhaftes Lenkverhalten bieten, ein Motorrad, das sich in Kurven stürzt, mehr als sich in sie neigt. Die Wasserkühlung sorgt für die Leistungstüchtigkeit, aber die Seele dieser Mechanik bleibt trocken, mechanisch, ohne Kompromisse.
Die Ausstattung, für die damalige Zeit, grenzt an den Frevel. Eine 43-mm Öhlins Upside-Down-Gabel mit Titan-Nitrid-Beschichtung, ein Monodämpfer der gleichen Marke, ein Aluminium-Schwingarm: die Spezifikationen scheinen von einem Rennvorbereiter diktiert zu sein. Die Bremsen, doppelte Scheiben vorne und einfache Scheibe hinten, sollten dem Angebot gerecht werden, wahrscheinlich von Brembo signiert. Die Reifen, in klassischen Abmessungen 120/70 und 180/55 auf 17-Zoll-Felgen, verankerten das Motorrad in seiner Zeit, bereit, die Absichten eines so präzisen wie anspruchsvollen Chassis zu vermitteln. Hier atmet man die Suche nach einer reinen Verbindung, ohne elektronische Filter. Kein Traktionskontrollsystem, kein Fahrmodus, nur ein Rahmen, ein Motor und High-End-Federungen.
Im Vergleich zu den japanischen Sportlern der Ära, der Suzuki GSX-R1000 oder der Honda CBR1000RR Fireblade, wirkte die Laverda 1000 wie ein anachronistisches Kunstwerk. Teurer, seltener, weniger vielseitig und sicherlich einschüchternder, zielte sie nicht auf die Rennstrecke am Sonntag, sondern auf die Vitrine des Ästheten. Ihr hoher Preis und ihre geringe Produktion machten sie sofort zu einem Sammlerstück. Sie steht für den letzten, schönen und etwas verzweifelten Versuch, ein bestimmtes Ideal eines italienischen Sportmotorrads zu verkörpern, bei dem das rohe Gefühl Vorrang vor der quantifizierten Leistung hat. Für diejenigen, die nach der Authentizität einer vergangenen Ära suchen, bleibt sie ein mechanischer Heiliger Gral. Für andere ist sie eine wunderschöne Erinnerung an eine Zeit, in der die Verrücktheit der Ingenieure noch über Marktforschung triumphieren konnte.
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