Schlüsselleistung
Technische Daten
Keine Unterschiede zwischen diesen beiden Baujahren.
Motor
- Hubraum
- 625 cc
- Leistung
- 55.0 ch @ 7000 tr/min (40.5 kW)
- Drehmoment
- 56.9 Nm @ 5500 tr/min
- Motortyp
- Monocylindre, 4 temps
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 11.5 : 1
- Bohrung × Hub
- 101 x 78 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 1 ACT
Fahrwerk
- Rahmen
- simple berceau dédoublé en acier
- Getriebe
- boîte à 5 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique inversée WP Ø 48 mm, déb : 275 mm
- Hinterradaufhängung
- Mono-amortisseur WP, déb : 300 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 300 mm, étrier 4 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 220 mm, étrier simple piston
- Vorderreifen
- 90/90-21
- Hinterreifen
- 140/80-18
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 945.00 mm
- Tankinhalt
- 28.00 L
- Trockengewicht
- 154.00 kg
- Neupreis
- 8 719 €
Übersicht
Wer konnte im Jahr 2003 behaupten, einen von Paris nach Dakar zu bringen, ohne mit der Wimper zu zucken, bei knapp über 150 kg Trockengewicht? KTM, gestärkt durch seine Siege im afrikanischen Sand, hatte eine Antwort parat: die LC4-E 640 Adventure. Eine Maschine, gebaut um Pisten zu verschlingen, geboren im direkten Windschatten der österreichischen Rallye-Raid-Geräte. Und das sieht man auf den ersten Blick – mit dieser hochbeinigen Silhouette, der großzügigen Verkleidung und den markanten Scheinwerfern, die ihr das Aussehen eines aus dem Biwak entlaufenen Tieres verleihen.

Das Herz dieser Abenteurerin schlägt im Takt eines 624-cc-Einzylinders mit vier Ventilen und einem Verdichtungsverhältnis von 11.5:1. Die angekündigten 55 PS bei 7000 U/min werden einer Ténéré 660 keine schlaflosen Nächte bereiten, das stimmt. Aber damit würde man das Wesentliche übersehen. Das Drehmoment von 56,9 Nm, das bereits ab 5500 U/min anliegt, verleiht dem Einzylinder eine erfreuliche Lebhaftigkeit – erst recht, wenn man weiß, dass er nur 154 kg Trockengewicht bewegen muss. Das Leistungsgewicht spielt auf zerfahrenen Wegen klar zu seinen Gunsten, dort wo jedes Kilo zu viel in den Spurrillen teuer bezahlt wird. Das Fünfganggetriebe reicht für die Aufgabe aus, auch wenn ein sechster Gang die Autobahnüberführungen etwas weniger schreiend gestaltet hätte.
Beim Fahrwerk hat KTM keine halben Sachen gemacht. Der aufgedoppelte Einrohrrahmen aus Stahl umrahmt eine 48-mm-USD-Gabel von WP mit 275 mm Federweg, während das WP-Federbein hinten auf 300 mm kommt. Wir befinden uns im Territorium reinrassiger Raid-Maschinen, nicht bei braven Sonntagsenduros. Die Sitzhöhe von 945 mm bestätigt diese Berufung: Kleinere Fahrer müssen sich mit der Höhe arrangieren oder einen Besuch beim Sattler einplanen. Dafür erweist sich die stehende Position als natürlich, der breite Lenker bietet wertvollen Hebel, wenn das Gelände anspruchsvoller wird. Die Bremsanlage – vorne eine 300-mm-Scheibe mit Vierkolbensattel, hinten eine 220-mm-Scheibe mit Einkolbensattel – erledigt ihren Job ohne besondere Genialität, aber mit einer schätzenswerten Dosierbarkeit auf losem Untergrund.
Der 28-Liter-Tank ist eines der Killerargumente dieser 640 Adventure. Bei dem für große Einzylinder typischen vernünftigen Verbrauch übersteigt die Reichweite locker 300 Kilometer. Genug, um zwei Versorgungspunkte mitten im Nirgendwo zu verbinden, ohne jeden Gasstoß zu berechnen. Ein Paar Koffer auf den Gepäckträger geschnallt, und die Maschine verwandelt sich in einen Langstrecken-Reisebegleiter, der Asphalt und Piste ohne Murren aneinanderreiht. Auf der Straße zeigt sie sich erstaunlich zivilisiert für ein derart geländeorientiertes Gerät – der Einzylinder schnurrt in gleichmäßigem Rhythmus, solange man nicht verlangt, die Höchstgeschwindigkeit von 165 km/h zu überschreiten.
Bei 8 719 Euro im Jahr 2003 konnte die Rechnung gegenüber manch zugänglicherem Japaner happig erscheinen. Doch das Ausstattungsniveau, die Qualität der WP-Federelemente und KTMs Rallye-Stammbaum rechtfertigten die Investition. Diese LC4-E 640 Adventure richtete sich an Langstreckenreisende, Pistenliebhaber und Sahara-Träumer, die eine authentische Maschine wollten statt einer keimfreien Reiseenduro. Nicht die vielseitigste, nicht die komfortabelste auf der Autobahn, aber eine echte Abenteurerin mit Charakter bis zum letzten Tropfen Öl im Carter.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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