Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 773 cc
- Leistung
- 48.0 ch @ 7000 tr/min (35.3 kW)
- Drehmoment
- 62.8 Nm @ 2500 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre Vertical, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Verdichtungsverhältnis
- 8.4 : 1
- Bohrung × Hub
- 77 x 83 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 1 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 34 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau acier
- Getriebe
- boîte à 5 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique Ø 39 mm, déb : 130 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux, déb : 105 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 300 mm, étrier 2 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage tambour Ø 160 mm
- Vorderreifen
- 100/90-19
- Vorderreifendruck
- 2.00 bar
- Hinterreifen
- 130/80-18
- Hinterreifendruck
- 2.25 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 790.00 mm
- Tankinhalt
- 14.00 L
- Gewicht
- 216.00 kg
- Neupreis
- 8 799 €
Übersicht
Was rechtfertigt es, einen Scheck über 300 Euro mehr für ein technisch strikt identisches Motorrad auszustellen? Bei Kawasaki lautet die Antwort in einem Wort: Stil. Die W 800 Special Edition Jahrgang 2012 ändert keine Schraube, keine Einstellung, kein Bauteil gegenüber der Standardversion. Sie begnügt sich damit, die grün-graue Lackierung gegen ein tiefes, totales Schwarz zu tauschen, das den Stahl-Doppelschleifenrahmen kleidet und bis zum Motorblock hinabreicht, bevor es an den Auspufflinien in Matt übergeht. Chrom hält sich in Akzenten, die Speichenfelgen schmücken sich mit dezentem Gold, und einige goldene Zierlinien betonen die Linie des 14-Liter-Tanks. Auf dem Papier ist das wenig. In der Realität ist es verblüffend wirkungsvoll.

Man muss diese W 800 in ihre Ahnenreihe einordnen, um die Absicht zu verstehen. Als direkte Erbin der W1 aus den 60er-Jahren und dann der W 650 sucht diese Kawasaki nicht die Performance. Ihr luftgekühlter Reihenzweizylinder mit 773 cm3, bei einem bescheidenen Verdichtungsverhältnis von 8.4:1, leistet 48 PS bei 7 000 U/min. Die Leistung ist bescheiden, niemand wird das Gegenteil behaupten. Aber das Drehmoment von 62,8 Nm, das bereits ab 2 500 U/min anliegt, erzählt eine andere Geschichte: die eines Motors, der unten heraus schiebt, rund, ohne Lastwechselreaktionen, mit jener leicht rauen mechanischen Signatur, die Liebhaber klassischer englischer Twins gut kennen. Der Königswellenantrieb, sichtbar und selbstbewusst zur Schau gestellt, unterstreicht diese Verwandtschaft mit Maschinen aus einer anderen Epoche. Gegenüber einer Triumph Bonneville T100 derselben Generation spielt die Kawasaki in exakt derselben Liga, mit einem gewichtigen Argument: ein Preis von 8 799 Euro, der unter der Neuntausender-Marke bleibt, während die Britin bereits ins obere Katalogfeld tendierte.
Auf der Straße machen sich die 216 kg fahrfertig bei Rangierarbeiten im Schritttempo bemerkbar, doch der tiefe Schwerpunkt und die Sitzhöhe von 790 mm machen die Maschine zugänglich. Das Fahrwerk bleibt schlicht und ehrlich: 39-mm-Telegabel vorn, zwei seitliche Federbeine hinten, eine 300-mm-Scheibe mit Zweikolben-Bremssattel zum Verzögern und eine 160-mm-Trommelbremse, die hinten das Nötigste übernimmt. Kein ABS bei diesem Jahrgang, was angesichts heutiger Normen langsam aus der Zeit fällt. Das Fünfganggetriebe reicht für einen Motor, der alles andere als ein Drehzahljäger ist, vollkommen aus, und die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h ist eher eine optimistische Herstellerangabe als ein alltägliches Ziel.
Diese Special Edition richtet sich an ein ganz bestimmtes Profil: den Stadt- oder Umlandfahrer, vielleicht Inhaber des A2-Führerscheins dank der 48 PS exakt an der Grenze, der mit Charakter fahren will, ohne sich bei Wartung oder Versicherung zu ruinieren. Denjenigen, der die Blicke der Passanten dem Rundenzeitenmesser vorzieht. Die W 800 ist weder eine verkleidete Sportlerin noch eine komfortable Autobahnreisende. Sie ist eine Maschine für Ausfahrten, für sonntägliche Touren über Landstraßen, für den täglichen Weg, bei dem das Vergnügen aus dem gelassenen Rhythmus des Twins und der visuellen Freude kommt, etwas Schönes zu besteigen. Der Aufpreis von 300 Euro für dieses schwarz-goldene Kleid lässt sich diskutieren, aber er verwandelt ein ohnehin erfreuliches Motorrad in ein ausgesprochen begehrenswertes Objekt. Manchmal braucht Stil keine technische Rechtfertigung.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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