Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 790 cc
- Leistung
- 62.0 ch @ 7400 tr/min (45.6 kW)
- Drehmoment
- 57.9 Nm @ 3500 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre parallèle, 4 temps
- Kühlung
- combiné air / huile
- Verdichtungsverhältnis
- 9.2 : 1
- Bohrung × Hub
- 86 x 68 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 2 ACT
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau en acier
- Getriebe
- boîte à 5 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique Ø 41 mm, déb : 120 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux, déb : 105 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 310 mm, étrier 2 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 255 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 100/90-19
- Hinterreifen
- 130/80-17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 775.00 mm
- Tankinhalt
- 16.60 L
- Gewicht
- 227.00 kg
- Trockengewicht
- 205.00 kg
- Neupreis
- 18 000 €
Übersicht
Was treibt einen französischen Automobilhersteller dazu, ein englisches Motorrad in Auftrag zu geben, das von einer italienischen Werkstatt umgebaut wird? Die Antwort lässt sich in drei Ziffern zusammenfassen: 70 Jahre 2CV. Um dieses Jubiläum zu feiern, beauftragte Citroën South Garage, einen Mailänder Customizer mit anerkanntem Know-how, eine Triumph Bonneville T100 in eine rollende Hommage an die Charleston zu verwandeln. Das Ergebnis, 2019 enthüllt, ist ein Einzelstück zum Preis von 18 000 Euro, das die Grenzen zwischen Motorrad und Kunstobjekt verschwimmen lässt.

Die technische Basis bleibt die einer klassischen Bonneville. Ihr Reihen-Zweizylinder mit 790 cm3 Hubraum leistet 62 PS bei 7 400 U/min und vor allem ein Drehmoment von 57,9 Nm, das bereits ab 3 500 Touren anliegt – was ihn zu einem geschmeidigen, gutmütigen Triebwerk macht, eher für gemütliches Cruisen als für sportliche Gangart geschaffen. Der Stahl-Doppelschleifenrahmen, die 41-mm-Telegabel und die beiden Federbeine mit 105 mm Federweg versprechen nichts Sportliches. Die 227 kg fahrfertig und die bei 170 km/h abgeriegelte Höchstgeschwindigkeit bestätigen das ruhige Temperament der Maschine. Doch darum geht es hier nicht. Diese Bonneville Charleston war nie dafür gedacht, Rundenzeiten zu jagen. Sie existiert, um eine Geschichte zu erzählen.
Und was für eine Geschichte. South Garage hat den Umbau so weit getrieben, dass man sich hinknien muss, um die Triumph unter der Verkleidung wiederzufinden. Die zweifarbige Lackierung in Schwarz und Rot Delage gibt den Anstrich der 2CV Charleston originalgetreu wieder. Das Heck verschwindet unter einer verkleideten Schürze, die an die umschließenden Kotflügel der Ente erinnert. Der Originalscheinwerfer wurde durch einen Miniaturkühlergrill mit dem Doppelwinkel ersetzt, während ein einzelner gelber Scheinwerfer, seitlich an der Gabel versetzt, an die Vorkriegsprototypen des kleinen Citroën erinnert. Selbst der Gepäckträger trägt das Chevron-Logo. Der Tankdeckel im Monza-Stil und die durchgehende Ledersitzbank fügen eine Prise handwerklicher Raffinesse hinzu, die den Preis zum Teil rechtfertigt.
Man könnte diesem Projekt vorwerfen, eine reine Stilübung ohne echten Straßenanspruch zu sein. Und das wäre berechtigt. Die Sitzhöhe von nur 775 mm und der 16,6-Liter-Tank zeichnen das Profil einer zugänglichen Maschine, doch niemand wird mit dieser Skulptur auf Rädern Passstraßen aneinanderreihen. Die Bremsanlage, bestehend aus einer einzelnen 310-mm-Scheibe vorn mit Zweikolben-Sattel und einer 255-mm-Scheibe hinten, bleibt bescheiden. Das Fünfganggetriebe und der Kettenantrieb erledigen ihre Arbeit ohne Schnörkel. Im Vergleich zu einer Serien-Bonneville gewinnt die Charleston nichts an Leistung. Sie gewinnt an Persönlichkeit.
Das ist letztlich das Paradox dieser Maschine. Sie vereint drei Kulturen – britische mechanische Präzision, transalpines Design und französisches Automobilerbe – in einem einzigartigen Objekt, das vermutlich nie im Regen fahren wird. Sie richtet sich an Sammler, an Citroën-Enthusiasten ebenso wie an Custom-Liebhaber, an jene, die der Meinung sind, dass ein Motorrad auch ein kulturelles Manifest sein kann. Der englische Zweizylinder klingt nicht wie der luftgekühlte Boxermotor der alten Ente, das steht fest. Doch die Anspielung ist so gelungen umgesetzt, dass man ihm diesen Akzent von jenseits des Ärmelkanals am Ende verzeiht.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
Bewertungen & Kommentare
Noch keine Bewertungen. Seien Sie der Erste!