Schlüsselleistung
Technische Daten
Keine Unterschiede zwischen diesen beiden Baujahren.
Motor
- Hubraum
- 773 cc
- Leistung
- 48.0 ch @ 7000 tr/min (35.3 kW)
- Drehmoment
- 62.8 Nm @ 2500 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre Vertical, 4 temps
- Kühlung
- par air
- Verdichtungsverhältnis
- 8.4 : 1
- Bohrung × Hub
- 77 x 83 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 1 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 34 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau acier
- Getriebe
- boîte à 5 rapports
- Endantrieb
- Chaîne
- Vorderradaufhängung
- Fourche téléhydraulique Ø 39 mm, déb : 130 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux, déb : 105 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 1 disque Ø 300 mm, étrier 2 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage tambour Ø 160 mm
- Vorderreifen
- 100/90-19
- Vorderreifendruck
- 2.00 bar
- Hinterreifen
- 130/80-18
- Hinterreifendruck
- 2.25 bar
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 790.00 mm
- Tankinhalt
- 14.00 L
- Gewicht
- 216.00 kg
- Neupreis
- 9 399 €
Übersicht
Wer hat nicht schon davon geträumt, eine Triumph Bonneville zu fahren, ohne dabei sein Bankkonto zu plündern? Kawasaki hat sich diese Frage offensichtlich intern gestellt, bevor man die W 800 Cafe Style Jahrgang 2016 auf den Markt brachte. Auf dem Papier ist das Rezept bekannt: Man nehme die Basis W 800, bereits in der Standardversion sehr solide, und verpasse ihr ein hauseigenes Café-Racer-Kit. Retro-Lampenverkleidung, Einzelsitzbank mit kleiner gepolsterter Rückenlehne, eine Lackierung, die nach englischen Sechzigern duftet. Das Ergebnis fällt auf, das ist unbestreitbar. Allerdings werden Puristen des Genres eine Augenbraue heben, wenn sie den hohen Lenker entdecken – weit entfernt von den tief angesetzten Stummelgriffen, die die Café-Racer-Tradition verlangt. Kawasaki spielt hier die Karte des Stils statt der Authentizität. Man steht eher vor einem Roadster im Schaulauf-Outfit als vor einer Maschine, die dafür geboren wurde, englische Landstraßen mit gestreckten Fäusten anzugreifen.

Unter dieser verführerischen Hülle schlägt ein Reihenzweizylinder mit 773 cc, befeuert von vier Ventilen pro Zylinder und einem zurückhaltenden Verdichtungsverhältnis von 8.4:1. Die Zahlen sprechen für sich: 48 PS bei 7000 U/min und vor allem 62,8 Nm Drehmoment, die bereits ab 2500 Touren bereitstehen. Das ist kein Kraftprotz. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 171 km/h, was die Kawasaki W 800 in einem gemütlichen Register ansiedelt, weit entfernt von einer Ducati Scrambler oder selbst einer Yamaha XSR 700 mit ihren 75 PS. Doch diese langhubige Mechanik, mit ihren 77 mm Bohrung bei 83 mm Hub, setzt auf Charakter statt auf rohe Leistung. Der Twin schnurrt, vibriert gerade genug, um daran zu erinnern, dass er lebt, und liefert seinen Schub mit einer fast britischen Geschmeidigkeit. Jede Ausfahrt wird zum Ausflug, nicht zum Kraftakt.
Das Fahrwerk folgt derselben Philosophie. Ein Doppelschleifen-Stahlrahmen, eine Teleskopgabel mit 39 mm und 130 mm Federweg vorne, zwei klassische Federbeine mit 105 mm Federweg hinten. Nichts Sportliches, aber das Gesamtpaket erweist sich als gutmütig und berechenbar. Die Bremsanlage hingegen verrät die Epoche, die das Motorrad heraufbeschwören möchte: eine einzelne 300-mm-Scheibe mit Zweikolben-Sattel vorne und eine 160-mm-Trommel hinten. Das reicht für die 216 kg fahrfertig, solange man in engen Kurvenfolgen nicht den Möchtegern-Rennfahrer gibt. Die Bereifung in 100/90-19 und 130/80-18 bestätigt die gemütliche Tourenberufung. Die auf 790 mm angesiedelte Sitzbank nimmt die meisten Staturen problemlos auf, und der 14-Liter-Tank erzwingt regelmäßige Tankstopps – was gut passt, denn genau dieses Motorrad lädt dazu ein, sich Zeit zu nehmen.
Das Fünfganggetriebe erledigt seinen Dienst ohne besonderes Aufsehen, der Kettenantrieb bleibt klassisch. Man mag vielleicht den fehlenden sechsten Gang für den Autobahnkomfort bedauern, doch seien wir ehrlich: Niemand kauft eine W 800 Cafe Style, um Autobahnkilometer zu fressen. Diese Kawasaki richtet sich an Stadt- und Umlandfahrer, die eine elegante, leicht beherrschbare Maschine wollen, dank ihrer exakt 48 PS kompatibel mit dem A2-Führerschein. Sie wird Anfängern gefallen, die Charakter ohne Stress suchen, ebenso wie erfahrenen Motorradfahrern auf der Suche nach einem Zweitrad für druckfreie Sonntage. Mit 9399 Euro positioniert sie sich gegenüber der Mash TT 40, deutlich günstiger, aber auch weniger ausgereift, und unterhalb der Triumph Street Cup, leistungsstärker, aber auch teurer. Kawasaki besetzt eine clevere Nische. Das ist kein echter Café Racer, sondern ein schönes mechanisches Objekt, das auf Caféterrassen und in Rückspiegeln ein Lächeln zaubert. Und manchmal ist genau das, was man von einem Motorrad verlangt.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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