Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1700 cc
- Leistung
- 73.0 ch @ 5000 tr/min (53.7 kW)
- Drehmoment
- 136.3 Nm @ 2750 tr/min
- Motortyp
- Bicylindre en V, 4 temps
- Kühlung
- liquide
- Verdichtungsverhältnis
- 9.5:1
- Bohrung × Hub
- 102 x 104 mm
- Ventile/Zylinder
- 4
- Nockenwellen
- 1 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection Ø 46 mm
Fahrwerk
- Rahmen
- double berceau en acier
- Getriebe
- boîte à 6 rapports
- Endantrieb
- Courroie
- Vorderradaufhängung
- fourche téléhydraulique Ø 43 mm, déb : 140 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Freinage 2 disques Ø 300 mm, étrier 2 pistons
- Hinterradbremse
- Freinage 1 disque Ø 300 mm, étrier 2 pistons
- Vorderreifen
- 130/90-16
- Hinterreifen
- 170/70-16
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 730.00 mm
- Tankinhalt
- 20.00 L
- Gewicht
- 378.00 kg
- Neupreis
- 16 399 €
Übersicht
Wer behauptet eigentlich, japanischen Cruisern fehle es an Persönlichkeit gegenüber der Horde aus Milwaukee? 2015 mischt Kawasaki die Karten neu und tauft seine Custom-Reihe um, gibt das Kürzel VN zugunsten der amerikanischen Bezeichnung Vulcan auf. Im selben Atemzug wird aus dem ehemaligen Tourer ein Nomad – ein Namenswechsel, der auf einer Postkarte von der Route 66 ohnehin besser knallt. Die Kawasaki Vulcan 1700 Nomad nimmt damit ihren Platz in der Mitte des Katalogs ein, zwischen der schlichteren Classic und der Voyager, jenem Dickhäuter, der bis über die Ohren in Plastik verkleidet ist.

Unter dem großen 20-Liter-Tank schnurrt ein V-Twin mit 1700 cm³, ein Viertaktblock mit großzügigen Maßen (102 x 104 mm Bohrung und Hub), der 73 PS bei 5000 U/min und vor allem 136,3 Nm Drehmoment ab 2750 Umdrehungen herausholt. Genau die Art von Kurve, die erklärt, warum man diese Maschinen am Gasgriff fährt und nicht am Schalthebel. Die Verdichtung bleibt zahm (9,5:1), die vier Ventile pro Zylinder halten Wache, und der Riemenantrieb in Verbindung mit einem Sechsganggetriebe sorgt für die Geschmeidigkeit, die man in diesem Segment erwartet. Sauber, linear, wie geschaffen, um Kilometer zu schlucken, ohne je den Ton zu erheben.
Geben wir es zu: Die 378 kg vollgetankt sind im Stand spürbar, und die teleskopische Hydraulikgabel mit 43 mm und 140 mm Federweg muss mit einem Gewicht zurechtkommen, das eine Harley Road King erblassen ließe. Einmal in Fahrt, stabilisiert sich die Nomad, hält ihren Kurs, und ihr Doppelschleifenrahmen aus Stahl vermittelt jenes beruhigende Gefühl, auf Schienen zu rollen. Die nur 730 mm hoch angesetzte Sitzbank erlaubt es auch kleineren Staturen, beide Füße flach aufzusetzen – ein entscheidendes Argument gegenüber einer höher thronenden Yamaha XV1900 Midnight Star. Die Bremsanlage, zwei 300-mm-Scheiben vorn, von Zweikolbenzangen gepackt, eine einzelne hinten, erledigt ihre Arbeit ohne zu glänzen, aber man muss vorausschauen: Eine solche Masse bremst nicht wie eine Sportlerin.
Die Ausstattung rechtfertigt die touristische Positionierung und den Preis von 16 399 Euro. Verschließbare seitliche Hartschalenkoffer, Panorama-Windschild, serienmäßiger Tempomat, Beifahrer-Fußrasten von der Größe eines Tabletts, eine Sissybar, dimensioniert für einen echten menschlichen Rücken – das gesamte Sortiment für die Reise zu zweit ist abgehakt, ohne in den Zubehörkatalogen wühlen zu müssen. Im Vergleich zu einer Indian Chief Vintage oder einer Harley Heritage Softail Classic kommt die Japanerin günstiger daher, ist ab Werk besser bestückt und liefert ein vergleichbares Drehmoment, ohne die Werkstattbesuche beim Händler im Akkord zu fordern. Der Hinterreifen im Format 170/70-16 auf breiter Felge und der 130/90-16 vorn prägen eine typische Silhouette, die angekündigte Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h bleibt bei einem solchen Gerät eher theoretisch als nützlich.
Für wen rollt also diese Kawasaki Vulcan 1700 Nomad? Ganz sicher nicht für den Sonntags-Rennstrecken-Fahrer und auch nicht für den Stadtkurier, der sich schon mit einer 650er beim Manövrieren abmüht. Die Nomad zielt auf den gelassenen Reisenden, jenen, der drei Tage mit seiner Partnerin in die Ardèche aufbrechen will, die Koffer voll, ohne sich um Regen oder Rückenschmerzen zu sorgen. Auf dem Markt der kawasaki vulcan 1700 nomad occasion sind die Preise seit dem Erscheinen ordentlich gefallen, was sie zu einem ernstzunehmenden Einstieg in die Welt der großen japanischen Cruiser macht – vorausgesetzt, man überprüft den Zustand des Riemens, der Lenkkopflager und der Koffer, die über die Jahre häufig in Mitleidenschaft gezogen wurden. Ein ehrliches Motorrad, ohne übertriebene Ansprüche, das seine Rolle als moderne Postkutsche und seine recht gelungene Zweifarbenlackierung mit Würde trägt. Weder revolutionär noch enttäuschend, einfach kompetent dort, wo man es erwartet.
Serienausstattung
- Assistance au freinage : ABS de série
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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