Schlüsselleistung
Technische Daten
Motor
- Hubraum
- 1552 cc
- Leistung
- 72.0 ch @ 5500 tr/min (53.3 kW)
- Drehmoment
- 124.5 Nm @ 2800 tr/min
- Motortyp
- Twin, four-stroke
- Kühlung
- Liquid
- Verdichtungsverhältnis
- 9 : 1
- Bohrung × Hub
- 102 x 95 mm
- Ventile/Zylinder
- 2
- Nockenwellen
- 1 ACT
- Kraftstoffsystem
- Injection
- Steuerung
- Single Overhead Cams (SOHC)
Fahrwerk
- Rahmen
- Double berceau tubulaire en acier
- Getriebe
- 5-speed
- Endantrieb
- Shaft drive (cardan) (final drive)
- Vorderradaufhängung
- Fourche telescopique , déb : 150 mm
- Hinterradaufhängung
- 2 amortisseurs latéraux, déb : 87 mm
Bremsen
- Vorderradbremse
- Double disc
- Hinterradbremse
- Single disc
- Vorderreifen
- 130/70-R17
- Hinterreifen
- 170/60-R17
Abmessungen
- Sitzhöhe
- 700.00 mm
- Radstand
- 1700.00 mm
- Tankinhalt
- 17.00 L
- Gewicht
- 318.00 kg
- Trockengewicht
- 290.00 kg
- Neupreis
- 12 699 €
Übersicht
Was treibt Kawasaki dazu, einen ohnehin schon gut definierten Bizeps noch weiter aufzupumpen? 2004 tauscht die Kawasaki VN 1600 Mean Streak ihren bisherigen 1470-cm³-Block gegen einen Twin mit 1552 cc, um noch einen zusätzlichen Drehmomentstoß auf den Asphalt zu hämmern. Auf dem Papier werden die 72 PS bei 5500 U/min niemanden in die Rückenlehne pressen. Aber dort spielt diese Maschine auch gar nicht ihre Stärken aus. Ihre Waffe ist ein Drehmoment von 124,5 Nm, das bereits ab 2800 U/min anliegt – jene dumpfe Schubkraft, die einen aus der Kurve zieht, ohne dass man am Gasgriff zerren muss. Für einen Custom ist das genau das, was man verlangt.

Auf der Waage erinnern die 318 kg vollgetankt daran, dass man hier nicht auf einem nervösen Roadster sitzt. Diese Masse will gezähmt werden, vor allem bei Rangierfahrten im Schritttempo, wo die Kawasaki VN 1600 Mean Streak 2004 kräftige Arme fordert. Einmal in Fahrt, stabilisieren der tiefe Schwerpunkt und der großzügige Radstand von 1700 mm das Ganze mit beruhigender Gelassenheit. Der Kardanantrieb und das Fünfganggetriebe passen perfekt zur Philosophie: Man fährt geschmeidig, nicht überdreht. Der 17-Liter-Tank erzwingt allerdings häufige Stopps, wenn man Autobahn frisst, und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 185 km/h. Es ist ein Cruiser, keine GT.
Beim Fahrwerk setzt der Stahlrohr-Doppelschleifenrahmen auf Bewährtes, und die Fahrwerksgeometrie revolutioniert nichts gegenüber dem Vorgängerjahrgang. Die Teleskopgabel bietet 150 mm Federweg, während die beiden Hinterrad-Stoßdämpfer sich mit 87 mm begnügen. Auf schlechter Fahrbahn wird sich Ihre Wirbelsäule daran erinnern. Die Bremsanlage hingegen verdient ein Lob: Doppelscheibe vorn, Einzelscheibe hinten, montiert auf 17-Zoll-Felgen mit Bereifung in 130/70 und 170/60. Für einen Custom dieses Kalibers ist das stimmig. Die Sitzhöhe von 700 mm erlaubt es praktisch jedem, beide Füße flach auf den Boden zu setzen – ein gewichtiges Argument für Fahrer mit bescheidener Körpergröße.
Im Vergleich zur damaligen Konkurrenz positionierte sich die Mean Streak zwischen der Yamaha V-Max, brutaler, aber in die Jahre gekommen, und der Suzuki VZ 1600 Marauder, die braver auftrat. Ihr eigentliches Problem kam aus dem eigenen Haus: Kawasaki brachte gleichzeitig die VN 2000 auf den Markt, ein Koloss, der ihr mit seinem monströsen Twin die Schau stahl. Zum Neupreis von 12 699 Euro blieb die 1600 dennoch erschwinglicher und im Alltag handlicher. Heute lässt sich die Kawasaki VN 1600 Mean Streak gebraucht zu Preisen finden, die sie für alle, die einen untypischen Custom suchen, ohne sich zu ruinieren, ausgesprochen verlockend machen. Die Jahrgänge 2005 und 2007 der Kawasaki VN 1600 Mean Streak bringen nur kosmetische Änderungen, was bedeutet, dass das Modell 2004 auf dem Gebrauchtmarkt eine clevere Wahl bleibt.
Diese Kawasaki richtet sich an Custom-Liebhaber, die etwas Charakter wollen, ohne in die Karikatur eines endlosen Choppers zu verfallen. Weder echtes Muscle Bike noch gemütlicher Cruiser, pflegt die Mean Streak ein Zwischending, das Sonntagstourern ebenso gefallen wird wie Stadtfahrern auf der Suche nach einer Maschine mit tiefen Vibrationen. Ihre Schwächen sind bekannt: beachtliches Gewicht, begrenzte Hinterradfederung, bescheidene Reichweite. Ihre Stärken ebenso: ein genussvolles Drehmoment, eine aggressive Linie, die gut gealtert ist, und eine mechanische Zuverlässigkeit, die Langzeitbesitzer nicht in Abrede stellen. Wenn Ihnen ein gut gepflegtes Exemplar über den Weg läuft, lautet die Frage nicht, ob sie es wert ist, sondern warum Sie sie nicht längst Probe gefahren haben.
Praktische Infos
- La moto est accessible aux permis : A
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